Freitag, 18. März 2016

Ein neuer Film: Cowspiracy - Das Geheimnis der Nachhaltigkeit


Die meisten Filme sind mir ja mittlerweile viel zu aufregend. "Türkisch für Anfänger" konnte ich nach der für mich haarsträubenden Szene, in dem das Auto vor der roten Ampel gerade noch so bremst, nicht mehr weiterschauen... Dokus gehen aber eigentlich immer.

Eine amerikanische Dokumentation, die es seit heute auf DVD gibt und die ich vorab anschauen durfte, ist "Cowspiracy". Der Titel verrät schon, dass ein bisschen Verschwörungstheorie dabei ist. Je nachdem, welche Studie man liest, ist die Nutztierhaltung für 18 bis 51 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, während es beim Transportsektor etwa 13 Prozent sind. Was diese Spannweite über die Aussagekraft der Werte sagt, ist noch einmal eine andere Frage, aber jedenfalls ist das eine Menge!

Weitere Fakten gefällig? Ich zitiere einfach mal die Pressemitteilung:
Ein Burger verbraucht 2500 Liter Wasser. Dafür kann man zwei Monate lang duschen! Oder ein Kilo Reis essen.
91 % der Rodung des Amazonas-Regenwalds geht auf das Konto der Nutztierhaltung.
30 % der anbaufähigen Bodens weltweit werden als Weideland und für die Futterproduktion verwendet.

Im Wesentlichen macht sich der Protagonist Kip Andersen auf die Socken, um herauszufinden, warum sich alle Umweltverbände etc. am Wassersparen, an öffentlichen Verkehrsmitteln und am Recyclingpapier abarbeiten, wo doch die industrielle Tierhaltung ganz offensichtlich eins unserer größten Umweltprobleme ist. Warum wird das nicht offen angesprochen? Darauf liefert der Film teils erschreckende Antworten und ist damit auch für diejenigen wie mich, die sich schon seit Jahren mit dem Thema beschäftigen, sehenswert.

Ein wenig lahm fand ich am Ende allerdings das Plädoyer Andersens für eine vegane Ernährung. Dass ein älterer Mann auf die Frage, ob vegane Ernährung gesund sei, lacht und antwortet, das könne man an ihm ja sehen, er esse schon lange vegan, finde ich... naja, fragwürdig und wenig ernstzunehmen. Ebenso wie die Tränen in den Augen des Autors, nachdem er das erste Mal bei der Schlachtung eines Huhns dabei war. Ja, Töten ist gemein. Aber was dachte er denn vorher, wie das Fleisch auf seinen Teller kommt?

Fazit: Sehenswert. Auch, um die vegane und sonstige Motivation mal wieder ein wenig zu stärken.

Dauer: 86 Minuten
Trailer: s. oben
Webseite zum Film
Webseite von polyband Medien, dem deutschen - ja, wie heißt das? Filmverlag? Sowas jedenfalls.

Ein netter Hinweis eines anonymen Kommentators: Der Film ist auch auf Netflix verfügbar.

Kommentare:

  1. Die Doku gibt es auch schon seit laengerer Zeit auf Netflix :)

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  2. Den muss ich mir ansehen, danke für den Tipp!

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