Dienstag, 2. Februar 2016

{Rezension} Vegan Cookies Invade Your Cookie Jar // Vegane Cookies füllen deine Keksdose


Achtung, meine Aussagen beziehen sich auf die englischsprachige Ausgabe des Buches! Mehr dazu weiter unten.

Wenn ihr euch für den Rest euren Lebens auf ein Gebäck festlegen müsstet und nichts anderes mehr backen dürftet, was würdet ihr wählen? Für mich steht die Antwort fest: Cookies! Lecker, variabel, haltbar, gut zu transportieren… Meiner Meinung nach gibt es nichts anderes, was diese Eigenschaften in solcher Perfektion vereint. Und während sich die Konsistenz mancher veganer Backwaren doch sehr vom Original unterscheidet (was nichts Schlechtes sein muss, aber doch erst mal abschrecken kann), sind Cookies sozusagen das ideale vegane Backeinsteigerobjekt – auch, weil sie oft sogar ohne Eiersatz auskommen.

Wer einen Einblick in die Vielfalt der veganen Cookies erhalten möchte, dem sei „Vegan Cookies Invade Your Cookie Jar“ von Isa Chandra Moskowitz und Terry Hope Romero wärmstens empfohlen. Im ersten Teil des Buches werden die Basics der Cookiebäckerei erklärt: Welche Zutaten gibt es (wie unterscheiden sich z. B. Vollkorn- und Weißmehl in den Backeigenschaften, welche Süßungsmittel und Fette kann man verwenden, welche Arten von Schokolade und Kakaopulver gibt es…), welches Equipment ist nötig, worauf muss man beim Backen achten, und wie kann man Zutaten austauschen? Auch ein kleines Kapitel zum Troubleshooting gibt es. Danach beginnt der zweite Teil mit 100 abwechslungsreichen Rezepten, von einfachen Chocolate Chip Cookies über gesunde Oatmeal Cookies und aufwändigere Sandwichcookies hin zu Rezepten für shortbread-artige Kekse. Auch einige Brownie- und Blondie-Rezepte sind enthalten. Eine komplette Inhaltsübersicht findet sich bei Amazon beim „Blick ins Buch“.

Man merkt deutlich, dass Isa Chandra und Terry Hope erfahrene Bäckerinnen und die Rezepte sorgfältig erprobt sind: Durch sehr präzise Anweisungen kommen selten Fragen zu den Arbeitsschritten auf. An den Stellen, an denen z. B. die Textur des Teiges seltsam erscheinen könnte oder eine besondere Vorgehensweise die Arbeit erleichtert, dienen besondere Hinweise als Beruhigung und Hilfe. Dabei kommt das Buch nie belehrend daher, im Gegenteil. An vielen Stellen ließen mich die Formulierungen schmunzeln. Wahrscheinlich erklärt das nicht nur die Popularität dieses Buches, sondern auch die der Post Punk Kitchen und der anderen Veröffentlichungen der Autorinnen.

Ein zusätzlicher Pluspunkt: Die Zutaten für die Cookies sind im Allgemeinen gut erhältlich, und wenn nicht, sind häufig besser verfügbare Alternativen angegeben. Überhaupt sind die Anregungen zu möglichen Abwandlungen der Rezepte sehr zahlreich. Schade ist allerdings, dass der Verlag ein wenig an den Bildern gespart hat; es ist längst nicht zu jedem Rezept ein Foto verfügbar. Ein Jammer für jemanden wie mich, die es genießt, Backbücher durchzublättern und einfach nur die Fotos anzuschauen. Aber, wie gesagt: Die Anleitungen sind gut, man kriegt es trotzdem hin. Und sollte doch einmal etwas unklar bleiben, hilft oft eine kleine Recherche bei Google, weil mit Sicherheit schon mal irgendwann irgendjemand irgendwo auf der Welt dasselbe Problem hatte.

Hier einige Eindrücke der fertigen Werke:












Und zum Schluss zum eigentlich wichtigsten Punkt: Schmecken die Cookies? Jaaaaa! Das tun sie. Zumindest die meisten; es wird wohl schwer sein, ein Backbuch zu finden, in dem einem alle Rezepte zusagen. Ich für meinen Teil bin begeistert. Man sollte allerdings die amerikanische Backweise mit viel Zucker mögen und nicht allzu viel Wert auf Vollwertigkeit legen, ansonsten wird man mit diesem Buch wohl nicht glücklich.

Seit gut zwei Jahren gibt es übrigens auch eine deutsche Übersetzung des Buches: „Vegane Cookies füllen deine Keksdose“. Sie kostet 11,95 Euro, ich habe sie allerdings noch nicht „live“ gesehen. Das Original in englischer Sprache ist derzeit deutlich teurer.

Fazit: Absolute Kaufempfehlung, wenn man es süß mag! Das Buch bildet für mich einen wunderbaren Rezeptefundus, der schier unerschöpflich scheint: Selbst ich als Cookies-Junkie habe mich nach mehr als fünf Jahren noch nicht durch das gesamte Buch gebacken.


Ihr seht also, ein Buch, das mich irgendwie bewegt hat und mich jetzt schon lange begleitet. Daher passt es für mich sehr gut zu Jennys Blogevent "Bücher, die bewegen", das noch bis zum 31. März läuft. Ich bin schon sehr gespannt auf die Leseliste aus allen Buchvorschlägen!

Kommentare:

  1. Hallo Carola!

    Danke für diese tolle Rezension eines deiner so lieb gewonnenen Backbücher! Ich kann mir gut vorstellen, wie gut es sein muss - vor allem deine tollen Fotos haben mir einen guten Eindruck davon verschafft. :)

    Da ich es zwar wirklich gerne vollwertig mag, wäre dieses Buch eine Herausforderung, die ich gerne annehme. Mit Sicherheit lassen sich einige der Rezepte wunderbar abwandeln - und letzten Endes geht es ja immer um die Inspiration, die Koch- und Backbücher uns liefern. Und ich habe das deutliche Gefühl, dass davon hier mehr als genug vorhanden ist. ;)

    P.S.: Auf die Buchliste bin ich auch schon sehr gespannt!

    Liebe Grüße
    Jenni

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