Sonntag, 26. April 2015

Osterwichteln 2015: Nestparade


Und hier kommen sie nun, wenn auch sehr verspätet: eure Nester vom Osterwichteln 2015! Ich bin schwer neidisch, muss ich zugeben; aus zeitlichen Gründen habe ich dieses Jahr nämlich selbst nicht mitgewichtelt und konnte mich daher nicht über ein Päckchen freuen.

Wenn ihr eine Erinnerung zum Osterwichteln 2016 oder auch zu anderen Aktionen bekommen wollt, dann tragt euch einfach rechts für den Newsletter ein!

Von A. an A.

Von C. an M.

Von J. an M.

Von M. an C.

Von M. an J.

Von S. an M.

Von U. an C. (mit Blogpost)


Von L. an S. (mit Blogpost)


Von S. an L. (mit Blogpost)


Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Inhalt, der vielleicht nicht auf allen Bildern klar zu erkennen ist. Netterweise habe ich von vielen Teilnehmerinnen eine Rückmeldung bekommen. Verschickt wurden unter anderem:

Nicht-Essen:
Silikon-Backförmchen
Körpercreme
Handcreme
Gesichtsmaske
Armband
Räucherstäbchen
Mandelseife
Socken für das Baby
Badesalz
Shampoo
Oster-Badebomben in einem selbstgebastelten Häschenglas
Lippenbalsam/-pflege
Kochbuch
vegane Kaustangen für den Hund
Osteraufhänger
Rezeptkalender
Leckerli für die Katze
Ohrringe

Essen:
Tee
Gewürze
Bio-Fertigsuppen
selber gemachte Apfelchips
Rohkost-Riegel
Aufstrich
ein selber gemachtes Foto als Osterkarte
Bärlauchaufstrich
Grüntee-Blumen, die sich öffnen wenn man sie mit heißem Wasser übergießt
Beilagen-Mix mit Reis und Linsen
Manner-Schnitten
Gelee-Früchte/-Eier
Zotter-Schokolade
Schokolade
Trockenfrüchte
Dose Blüten und eine Packung Frühlingstee (beides von Sonnentor)
selbst gemachtes Sesam-Krokant
ein Schokokuchen im Glas
selbst gemachte Wirsing-Chips
selbst gemachte rohen Kokos- und Schokopralinen.
Knabberbrezeln
Seitan Fix
Kürbiskerne (selbst geröstet und gewürzt)
Käferbohnen
selbst gezeichnete Osterkarte.
selbstgebackene Kekse
Dekoglas mit Kressesamen
selbstgemachtes Fruchtleder
Glas mit einem Säckchen Kresse zum Selberanbauen
Obstriegel

Mintzuckerln für frischen Atem

selbstgekochte Marmelade
Pralinen
Haferkekse
Franzbrötchen

Montag, 20. April 2015

Worldwide Vegan Bake Sale (nicht nur) in Gießen und Wetzlar


Vom 25. April bis zum 3. Mai wird weltweit vegan gebacken und für einen guten Zweck verkauft. Ich hätte sehr gern eine Aktion organisiert, aber verschiedene Arbeitswellen schlagen gerade über mir zusammen, sodass ich froh bin, keine Sonderaktionen am Laufen zu haben (außer der veganen Buchtauschwoche natürlich, zu der ihr euch gern noch anmelden könnt).

Alle Veranstaltungstermine des Worldwide Vegan Bake Sale findet ihr auf der Webseite der Aktion. Auch in meiner Nähe gibt es etwas zu naschen:

In Gießen organisiert der Arbeitskreis Ernährungsökologie am 26. April einen veganen Kaffeeklatsch, zu dem ihr gern selbst etwas mitbringen könnt.

Und in Wetzlar sind Cat and Ju am 24. April mit einem veganen Kuchenbuffet in der Phantastischen Bibliothek dabei (einfach im verlinkten Blogbeitrag ganz nach unten scrollen, dann findet ihr alle Infos).

Vermutlich werde ich zu beiden Veranstaltungen nicht gehen können. Ich wünsche Den Organisator*innen aber viel Erfolg, viele liebe Besucher und tolle Gespräche!

Freitag, 17. April 2015

Bioveganes Gärtnern: Interview mit Susanne Heine


Susanne Heines Gartenratgeber zum bioveganen Gärtnern, "Peaceful Gardening", der vor Kurzem im Verlag blv erschienen ist, hatte ich euch ja neulich vorgestellt. Netterweise hat Susanne sich mit einem ausführlichen Kommentar unter der Post und dann auch noch mal per Mail bei mir gemeldet und sich dann zu einem Interview überreden lassen. Vielen Dank dafür!

Was versteht man eigentlich genau unter bioveganem Gärtnern?

Einfach gesagt, kommt Bioveganes Gärtnern dabei heraus, wenn Veganer einen Biogarten anlegen möchten! In der Praxis heißt es, biovegane GärtnerInnen arbeiten nach ökologischen Prinzipien und sie verwenden keine Tierprodukte. Dabei geht es nicht nur um die offensichtlichen Hornspäne. Die Inhaltsstoffe, die ich meine, sind Schlachtabfälle (Haarmehl, Blutmehl, Knochenmehl) die sich fast immer in Düngemitteln und vorgedüngten Pflanzenerden befinden. Diese Stoffe müssen leider auch nicht deklariert werden und „verstecken „ sich hinter allgemeinen Bezeichnungen, zum Beispiel: NPK-organischer Dünger“ oder einfach und harmlos klingend: „Nährstoffe zugefügt.“

Das war aber noch nicht alles: Noch etwas im bioveganen Garten ist “anders": der Umgang mit den Tieren im Garten. Ich nenne gleich besondere Herausforderungen, die Schnecken. Ich finde sie ja niedlich, aber auch wenn das nicht der Fall wäre, würde ich sie niemals töten, nur weil sie am von mir gepflanzten Kohlkopf knabbern. Da ich sie dennoch vom Gemüse fernhalten möchte, ohne ihnen zu schaden, habe ich alles, was ich an friedlichen, bzw. veganen Methoden finden konnte, ausprobiert und im Buch beschrieben. Im bioveganen Garten sorge ich für Nahrung, Lebensräume, Unterschlupf für Tiere –vom Igel bis zum Vogel oder den Schmetterlingen! Das sind erstmal die Merkmale.

Du gärtnerst selbst erst seit einigen Jahren. Wie bist du zum bioveganen Gärtnern gekommen? Hattest du vorher schon „unvegane“ Gartenerfahrungen?

Schon als ich klein war, hatten wir einen wunderschönen Garten mit alten Obstbäumen und Gemüsebeeten. Wir waren den ganze Sommer im Garten. Ich habe dort immer geholfen und habe den Garten unübertrieben wirklich geliebt und in der Großstadt immer vermisst. Als ich 2010 von der Stadt auf das Land zog, und anfing zu gärtnern, war ich schon ein Jahr lang vegan. So kam ich, kurz gesagt, zum veganen Gärtnern.

Auf welche Schwierigkeiten bist du bisher gestoßen? Welche davon haben speziell mit deiner Anbaumethode zu tun?

Die meisten Schwierigkeiten entstehen m.E. dadurch, dass man als VeganerIn ja doch die Ausnahme ist, und eben beim Gärtnern auch! So kommt es zum Beispiel, dass man echt lange suchen muss, bis man mal eine Erde bekommt die nicht mit Nährstoffen vorgedüngt ist. Ich habe dann auch überall angerufen bis hin zur Firma, die die Erde abfüllt, um zu erfahren, dass sich hinter der Bezeichnung NPK in diesem Fall Haarmehl ( aus der Massentierhaltung ) versteckte.

Ich bin jetzt im fünften veganen Gartenjahr und stelle fest: ich stoße auf immer mehr offene Ohren bei dem Thema! Auch in Baumärkten und bei Düngemittelherstellern. Es gibt auch immer mehr veganen Dünger, der auch so ausgewiesen ist.

So lief es zum Beispiel ab bei Blumenerde: Ich wollte einfach mal eine Topferde kaufen und habe dann nach langem Suchen Kokos Blöcke gesehen, da ich auch keinen Torf und eben keine Tierprodukte wollte. Ein Blick darauf:„ mit Nährstoffen“ also weitersuchen. Dann hatte ich endlich einen Kokos Block aus dem Weltladen, der tollerweise auch noch fair gehandelt war. Und den hab ich dann mit Kräuter Pellets gedüngt. Meine Pflanzen scheinen es zu mögen so! Ich kenne jetzt übrigens einige vegane Dünger aus dem Handel die ich dann auch im Buch samt Bezugsquellen aufgenommen habe. Am besten finde ich aber die selbstgemachten aus Pflanzen. Sowieso finde ich viele ursprüngliche Methoden, die „ aus Versehen“ vegan sind am besten für den Garten. Schon meine Uroma hat teils so angebaut. Viele der alten Methoden sind nachhaltig und vegan. Manche aber auch nicht, wie zum Beispiel Schnecken mit zu Bierfallen töten.

Welcher Tipp hat dir das Arbeiten am meisten erleichtert oder dich am meisten beeindruckt?

Tipp zur Gartenarbeit: Der war wirklich ganz lustig und einfach. Als ich mit meinem kleinen Beet 2009 anfing, hatte ich einmal eine Freundin zu Besuch, deren Eltern einen Gärtnerei hatten, sie war also quasi im Garten aufgewachsen. Ich hab sei dann mit aufgeregten Fragen gelöchert: "Was soll ich mit den Tomaten machen ohne Tomatenhaus, geht das überhaupt? Ist das so richtig, wie ich die Zucchini gepflanzt habe?“ Sie meinte dann: „Weißt du, Susanne, denk einfach, dass die Pflanzen ja wachsen möchten! Du kannst dabei für optimale Bedingungen sorgen, doch das Wachsen, das machen sie schon."

Das hat mir die anfängliche Unsicherheit genommen und ich habe gleich losgelegt - also einfach ausprobieren ist die Devise. Schon im ersten Gartenjahr haben wir Salate, Tomaten, Zucchini, Kohlrabi, Mangold, Buschbohnen und vieles mehr aus unserem Beet genossen. Nur mal so nebenbei: Es macht Spaß!

Wie die vegane Ernährung auch, ist das vegane Gärtnern ja eher ungewöhnlich. Welche Fragen beantwortest du am häufigsten?

"Ist ein Garten denn nicht sowieso vegan?"
"Warum kein Mist, dafür sterben Tiere doch nicht." Übrigens finde ich Mist ethisch vertretbar, wenn man zum Beispiel neben einem Pferdehof wohnt, oder von einem Lebenshof (ich werde oft genau diese Grenzfrage gefragt). Noch dazu: Exkremente in der Erde finde ich persönlich nicht so toll und Guano von weit her ist auch nicht nachhaltig und muss gar nicht sein, denn direkt mit Pflanzen mulchen und düngen sorgt gut für Humus!
"Ohne tierische Inhaltsstoffe wächst doch nichts?"
"Wo bekomme ich dann die Nährstoffe her?" (Aus Pflanzen.)

Ehrliche und ausführliche Antworten kann man hier im Interview, meinem Blog und Buch lesen.

Was rätst du Interessierten: Wo lohnt sich eine Umstellung am meisten, wie fängt man am besten an?

Wenn man vegan lebt, hat man ja auch meist die innere Einstellung, Tieren nicht bewusst schaden zu wollen! Und es ist wie bei allem im Leben: wenn man es von innen heraus möchte, dann ist es gar nicht so schwer (als wenn einem jemanden etwas vorschreibt) Im Garten gibt es genug friedliche Methoden, unser Gemüse zu beschützen. Etwa Blattläuse und Kartoffelkäfer kann man durch die richtige Mischkultur in den Griff bekommen. Viele vorbeugende Maßnahmen helfen! Wer schon einen Biogarten hat braucht ja eigentlich nicht viel umstellen. Einfach Jauchen selbst machen, Kompost, Mulchen, wnn der Garten groß genug ist. Wenn nicht, geht auch veganer gekaufter Dünger - zum Beispiel aus Malzkeimen, der ist auch relativ preiswert (denn es gibt auch teuren veganen Dünger). Die Umstellung kommt mit der Einstellung von ganz alleine.

Ich finde auch wichtig, sich nicht beirren zu lassen. Zur Ermutigung: Es gibt auch schon biovegane Landwirtschaft, zum Beispiel in GB (seit 1997), es funktioniert wunderbar. Auch hier in der Nähe von Hannover habe ich ein bioveganes Landwirtschafts-Projekt besucht, sie arbeiten seit 2011 so und haben riesige Ernten- alles ohne tierischen Dünger.

Noch ein praktischer Tipp: Baut euch Beinwell an! Mit dieser Pflanze habt ihr Dünger, Kompostbeschleuniger, Nahrung für Hummeln und andere Insekten und dazu ist er auch noch schön anzusehen. Regional bin und fair. Eine in meinen Augen optimale Pflanze für den bioveganen Garten!

Was war deine Motivation, ein Buch über deine Erfahrungen zu schreiben?

Mir ist es ein Anliegen, über die vegane Lebensweise aufzuklären und zu zeigen, wie angenehm es sein kann, sich so zu ernähren und vegan zu leben. Und zu gärtnern ! In meinem Blog schreibe ich seit 2010 über vegane Vollwerternährung und den veganen Garten. Und ich engagiere mich seit 2013 beim „Bund für vegane Lebensweise“. Für dessen Homepage schreibe ich dort als „vegane Gartenfee“, gebe Tipps durch das biovegane Gartenjahr. So entstand die Buchidee, weil der Verlag den Blog las und auf mich zukam. Ich wollte gern meine Erfahrungen weitergeben, und obwohl - oder gerade weil - ich erst seit 4 Jahren so gärtnere, andere motivieren.

Mir war wichtig, dass es ein Gartenbuch gibt, wo nicht auf Seite 20 oder so gleich steht, wie man Schnecken am besten tötet, oder dass Hornspäne in das Pflanzloch sollen. Die Alternativen, die ich verwende, sind genauso wirksam. Und Lebensräume für Tiere sollen auch genügend vorhanden sein! Und Pflanzen, die als Nahrung für Bienen, Vögel, Schmetterlinge & Co dienen können. Also ich hoffe, man merkt, dass der biovegane Garten kein flüchtiges Trendthema oder kein Quatsch ist, sondern dass da schon etwas Echtes dahinter steckt!

Danke für die Fragen!!

Montag, 13. April 2015

Ausprobiert: Amaranth aus Österreich und Kokosprodukte von Rapunzel



Ich mag Produkttestpakete. In diesem Fall kam das Päckchen von Rapunzel. Themenschwerpunkte waren "Amaranth aus Österreich" und "Kokosprodukte", selbstverständlich alles vegan. Vorab schon mal eine Entschuldigung für die schlechten Fotos.

Dass Amaranth auch in Österreich wächst, wusste ich noch gar nicht, aber umso besser! Ich mache mir ja schon so ab und an meine Gedanken, was passiert, wenn nicht mehr nur die verrückten Veganer und Gesundheitsapostel nach Qunioa & Co. gieren, sondern diese Produkte Einzug in die allgemeine Ernährung halten. Lokal (naja, zumindest in Europa...) erzeugter Amaranth wäre damit abgehakt.

Bei Rapunzel ist er in zwei Alpen-Amaranth-Müslis gelandet: "Schoko" und "Beeren" sind die Geschmacksrichtungen. Das Schokomüsli habe ich an eine Freundin weitergegeben, da ich gerade versuche, weitgehend auf Zucker zu verzichten. Ihr Fazit: "Erst mal ungewohnt durch den Amaranth. Ist ganz lecker, aber der Schokogeschmack kommt hauptsächlich aus den großen Knusperteilen und die sind leider sehr rar gesät."
Das Beerenmüsli war zum Glück zuckerfrei. Von mir aus hätten es ruhig noch mehr getrocknete Beerenstückchen sein können. Ich mag die! Also geht es mir wie meiner Freundin mit den Knusperteilen. Insgesamt muss man sich etwas beim Essen beeilen, denn der gepuffte Amaranth weicht sehr schnell durch.

Ebenfalls nicht gesüßt ist der Frühstückbrei Ayurveda, der neben Getreideflocken auch Kokosraspeln, Pflaumen und Gewürze enthält. Er wird einfach mit heißer Flüssigkeit übergossen und muss dann nur noch kurz ziehen. Eher was für den Winter, aber das Frühjahr war ja bisher noch reich an kühlen, breigeeigneten Tagen.

Bei den Kokosprodukten musste ich ein wenig lachen: Kaum habe ich es mal geschafft, ein Glas mit Kokosmus aufzubrauchen, kommt schon das nächste ins Haus... Das letzte Mal habe ich aber immerhin herausgefunden, dass ich Kokosmus am liebsten pur mag. Also schnell einen Teelöffel geschnappt, aus dem Glas gelöffelt und... bäääh! Ich hatte mir nicht gemerkt, dass sich bei Kokosmus das Fett in der Regel oben im Glas absetzt. Weiter unten wird es dann besser.

Die Fruchtschnitten "Kokos" und Ingwer-Kokos sind beide lecker, aber sehr reichhaltig. Eine gute Zwischenmahlzeit. Wer keinen Ingwer mag, sollte von dem Ingwerriegel aber besser die Finger lassen, der Geschmack ist schon sehr deutlich. Gesüßt sind die Schnitten mit Reissirup und Agavendicksaft - für meinen Geschmack fast etwas zu stark, aber das kann auch am Zuckerverzicht liegen.

Samstag, 11. April 2015

Vegane Kochbücher für die Stadtbücherei


Niko Paechs Buch zur Postwachstumsökonomie, in dem großer Wert auf die gemeinsame Verwendung von Dingen in lokalen Netzwerken gelegt wird, hatte ich euch ja vor Kurzem vorgestellt. Und als ich erst bei einem Besuch in der Stadtbücherei feststellte, dass zwar drei Attila-Hildmann-Bücher, aber sonst keine vegane Kochliteratur zu finden ist, und dann den Stapel Rezensionsexemplare in meinem Bücherregal sah, lag die Lösung auf der Hand.

Etwas angespannt trabte ich mit einem Rucksack voller veganer Bücher in die Bücherei, gab erst meine ausgeliehenen Bücher zurück und packte dann aus, mit "Vegan und vollwertig" oben auf dem Stapel.

Die erste Bibliothekarin: "Wow! Oh, das Buch kenn ich - meine Kollegin ist Fan der Autorin! Guck mal!" [ruft ihre Kollegin herbei]

Die zweite Bibliothekarin: "Ohja, das hab ich mir neulich gekauft, nachdem ich die Autorin auf dieser Vegetariermesse habe sprechen sehen!"

Die erste Bibliothekarin [zu mir]: "Könnten Sie da wohl eine Lesung organisieren?"

Nun, das kann ich zwar vermutlich nicht, aber ich wurde gebeten, eine Mail zu schicken, wenn meine nächsten Kochkurstermine feststehen, und die Bücher wurden mit großer Begeisterung angenommen.

Und ich freu mich gleich vierfach: Erstens ist das vegane Buchangebot unserer Bücherei nun deutlich besser. Zweitens werden die Bücher jetzt hoffentlich viel öfter genutzt. Und drittens habe ich Platz im Kochbuchregal gewonnen, ohne mich viertens komplett von den Büchern zu trennen.

Noch sind die Bücher nicht im Katalog, ich habe gerade geschaut. Aber hoffentlich bald!

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Viele Stadtbüchereien haben mittlerweile ein sehr umfassendes Angebot an veganen Kochbüchern. Die Stadtbücherei Gießen zum Beispiel bietet "richtige" Bücher, aber auch eine große Auswahl von E-Books an. Gleichzeitig ist die Recherche über die Online-Kataloge einfach wie nie. Es lohnt sich, nachzuschauen!

Donnerstag, 9. April 2015

Fremdlinge im Tomatentopf



Heute ein Aufruf in eigener Sache: Habt ihr sowas schon einmal gesehen? 5 von 10 meiner selbst gezogenen Tomatenpflanzen haben glatte statt gezackte Blätter und sehen aus wie Physalis, und ich kann mir absolut keinen Reim darauf machen… Verschiedene Theorien habe ich natürlich dennoch aufgestellt und mit Gärtnerinnen und Pflanzenzüchterinnen aus meinem Umfeld diskutiert, aber so richtig überzeugt mich keine.

Theorie 1: Aufspaltung in der F2


Da ich den Samen aus unseren Tomaten vom letzten Jahr gewonnen habe, könnte der Effekt daran liegen, dass die F1 aufspaltet. Wem das nichts sagt, für den hier folgende Erklärung (mit Blümchen statt mit Tomaten, weil die in Paint leichter zu zeichnen waren):


Ursprung der Züchtung ist unsere Elterngeneration P. Die eine Blume hat kleine, blaue Blüten mit gelber Mitte, die andere Blume hat große, rote Blüten mit orangefarbener Mitte. Das Erscheinungsbild nennt man den Phänotyp. Untendrunter steht in Buchstaben der Genotyp: Wir nehmen an, dass die Farben der Blüte und auch ihre Größe von je einem Gen gesteuert werden, sodass wir insgesamt drei Gene haben. Diese Gene können je zwei verschiedene Zustände, sogenannte Allele, haben: große oder kleine, blaue oder rote Blüte, gelbe oder orangefarbene Mitte.

Wir nehmen außerdem an, dass die Vererbung einem dominant-rezessiven Erbgang folgt. Das bedeutet, dass sich jeweils ein Merkmal gegen das andere durchsetzt: Die blaue Blütenfarbe setzt sich gegen die rote durch, die große Blüte gegen die kleine und eine orangefarbene Mitte gegen die gelbe. Das Allel, das sich durchsetzt, nennen wir dominant und bezeichnen es mit einem großen Buchstaben: G für groß, B für blau, O für orange. Das andere Allel nennen wir rezessiv und bezeichnen es mit dem korrespondierenden kleinen Buchstaben: g für klein (weil nicht groß), b für rot (weil nicht blau), o für gelb (weil nicht orange). Von jedem Allel trägt jede Pflanze zwei Kopien, eine von der Mutter und eine vom Vater. In unserem Beispiel sollen die Kopien, die die Pflanze von Mutter und Vater erhalten hat, identisch sein. „ggBBoo“ codiert also: zweimal klein (wird nicht von groß unterdrückt, daher ist die Blüte klein), zweimal blau, zweimal orange.

Wenn man die beiden Blumen aus der Elterngeneration jetzt miteinander kreuzt, bekommt jede der Tochterpflanzen von der linken Blumen gBo und von der rechten Blumen GbO mit. Das ergibt zusammen GgBbOo (gleiche Allelbuchstaben werden immer zusammengeschrieben). G für groß unterdrückt jetzt g für klein, B für blau unterdrückt b für rot und O für orange unterdrückt o für gelb. Alle Pflanzen der Filialgeneration F1 sehen gleich aus, weil alle dasselbe Erbmaterial mitbekommen. Man nennt diese Pflanzen Hybriden. Hybridzüchtung ist z. B. bei Mais, Raps und Roggen weit verbreitet, aber auch im Gemüsebau sehr häufig.

Nicht aus der Abbildung ersichtlich, aber der eigentliche Grund für die Nutzung von Hybriden ist der Heterosis-Effekt: Hybriden wachsen oft besser und bringen mehr Ertrag als ihre Eltern. Außerdem verhalten sie sich dadurch, dass sie genetisch gleich sind, auch gleich und reifen z. B. zur selben Zeit ab oder bringen gleich aussehende Früchte, die sich dann gut verkaufen lassen.

Auch Gemüsesaatgut, das man kaufen kann, ist häufig eine F1-Generation. Das ist gut für die Erträge, bringt aber ein Problem mit sich, wenn man eigenes Saatgut gewinnen will. Noch mal zurück zu unserem Blütenbeispiel:

Wenn wir jetzt aus den Hybrid-Blüten der F1 Saatgut gewinnen wollen, also zwei F1-Blüten miteinander bestäuben, und davon ausgehen, dass Blüten- und Mittenfarbe sowie die Blütengröße unabhängig voneinander vererbt werden, dann ergeben sich für diese drei Merkmale 2 x 2 x 2 = 2^3 = 8 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Es gibt also in der Filialgeneration 2 (F2) plötzlich acht verschiedene Phänotypen (die übrigens im Bild nicht alle dargestellt sind). Das liegt daran, dass von den Blüten der F1 folgende Kombinationen vererbt werden können: GBO, GBo, Gbo, gbo, gBo, gBO und gbO, die sich dann untereinander beliebig zusammenstellen lassen.

Und wieder auf die Tomaten übertragen: Wenn in der F1 glatte durch gezackte Blätter unterdrückt wurden, ein glatter Blattrand also rezessiv war und ein gezackter Blattrand dominant, dann kann es in der F2 durchaus sein, dass plötzlich Pflanzen mit glatten Blatträndern auftreten, weil sie zufällig von zwei Pflanzen abstammen, die beide ein Allel für einen glatten Blattrand weitergegeben haben.

Ich halte das allerdings für fragwürdig, und zwar, weil jede Pflanze natürlich viiiel mehr als drei Gene besitzt und etliche davon bei jeder Pflanze dieser Art gleich sind. In unserem Beispiel hatten z. B. alle Blumen das Gen für fünf Blütenblätter. Analog dazu würde ich erwarten, dass alle Tomaten das Gen (oder auch die Gene, unsere Situation hier ist sehr stark vereinfacht!) für gezackte Blätter tragen.

Außerdem würde man bei einem rezessiven Allel - selbst wenn es Tomaten mit glattem Blattrand geben sollte - nicht erwarten, dass 5 von 10 Pflanzen der F2 plötzlich die Ausprägung zeigen.

Theorie 2: Mutation


Ähnliches gilt für eine Mutation. Eigentlich würde man dann wohl nicht so viele andersartige Pflanzen erwarten.

Theorie 3: Kreuzung


Auf unserer Terrasse standen letztes Jahr nicht nur Tomaten, sondern auch Physalis, die tatsächlich so aussehen wie die Fremdlinge. Beide gehören zur Familie der Nachtschattengewächse, allerdings zu verschiedenen Gattungen. Zusätzlich ist die Tomate Selbstbefruchter, eine Kreuzung scheint hier unwahrscheinlich.

Theorie 4: Verwirrtheit.


Möglich, dass mir eine Physalis bei der Samengewinnung dazwischengeraten ist...

Und jetzt?


Ich freue mich auf eure Theorien. Vielleicht kann ja jemand von euch das Rätsel aufklären?

Dienstag, 7. April 2015

Jetzt anmelden: Vegane und nachhaltige Buchtauschwoche vom 1. bis 10. Mai


Letztes Jahr haben bei der veganen (Koch-)Buchtauschwoche etliche Bücher den Besitzer gewechselt, und diesmal weiten wir das Thema aus auf nachhaltige Bücher. Also auf zum Frühjahrsputz! Mistet eure Bücherregale aus und bietet die Bücher hier zum Tausch an.

Der Ablauf

Wenn ihr Bücher anzubieten habt, schreibt uns bis zum 26. April eine Mail mit folgenden Angaben:
  • eure Angebote: Autor, Titel, Zustand (neu – hervorragend – gut – in Ordnung – gerade noch lesbar),
  • eure Gesuche: Autor, Titel,
  • die Angabe, ob ihr ausschließlich gegen die gesuchten Titel tauscht oder auch für andere Angebote offen wärt,
  • eine Mailadresse, die wir bei eurer „Anzeige“ veröffentlichen können (am besten legt ihr euch dafür eine neue an, die könnt ihr ja dann auf eure Haupt-Mailadresse umleiten und nach Ende der Aktion wieder löschen),
  • die Angabe, aus welchem Land ihr kommt und ob ihr auch international versenden würdet,
  • ein Pseudonym für die Anzeige (wenn ihr keins angebt, verwenden wir euren Vornamen) und
  • optional ein Foto (nur eins!). Fotografieren könnt ihr z. B. das Inhaltsverzeichnis eines Buches oder alle eure angebotenen Bücher.
Am 1. Mai geht dann ein Blogbeitrag mit allen Angeboten und Gesuchen online. Jetzt kann jeder (nicht nur, wer selbst etwas angeboten hat!) bis zum 10. Mai die Anzeigen durchstöbern und bei Interesse den Anbieter direkt per Mail mit einem Tauschangebot kontaktieren.

Kommt ein Tausch zustande, tauscht ihr untereinander die Adressen aus und einigt euch über den Versand (z. B. versichert, als Büchersendung…).

Wenn ihr nichts anbieten wollt, aber eine Erinnerungsmail bekommen möchtet, wenn die Angebote und Gesuche online sind, tragt euch einfach rechts oben für den Newsletter ein.

Die Regeln

1. Die Teilnahme ist komplett kostenlos für alle.
2. Ihr könnt folgende Bücher tauschen:
  • Vegane Koch- und Backbücher oder andere Literatur zum Thema Veganismus. Bitte keine vegetarischen oder Omni-Bücher (auch wenn sich die Rezepte eurer Meinung nach gut veganisieren lassen), und auch keine Lebensmittel etc.
  • Sachbücher rund um das Thema Nachhaltigkeit, z. B. zu den Themen Welthandel, Plastik, nachhaltiges Leben…
3. Wir behalten uns vor, im Einzelfall über die „Eignung“ eines Buches zu entscheiden.
4. Ihr nehmt auf eigenes Risiko teil. Wir übernehmen keine Haftung für nicht abgesandte, verloren gegangene oder falsch beschriebene Bücher.
5. Jeder trägt seine eigenen Versandkosten. Geld kommt sonst an keiner Stelle ins Spiel.
6. Wer etwas anbietet, muss natürlich nicht jeden Tauschpartner und jedes Angebot akzeptieren! Bemüht euch aber bitte, die Sache fair zu gestaltet, also z. B. „Wer zuerst angefragt hat, bekommt das Buch auch.“
7. Eure persönlichen Daten wie euren Namen oder eure Mailadresse benutzen wir nur für diese Aktion und für nichts sonst. Wir geben sie an niemanden weiter.

Wir würden uns freuen, wenn ihr die Aktion auf eurem Blog bekannt machen, den Link auf Facebook teilen (vielleicht ja sogar in einer veganen Gruppe, z. B. in eurer Ortsgruppe oder in der veganen Tauschbörse) oder sonst auf irgendeine Art Werbung machen würdet, denn je größer das Angebot ist, desto mehr Spaß macht das Ganze! Das Logo könnt ihr euch dafür gern mitnehmen.

Samstag, 4. April 2015

Nougattorte


Ich weiß gar nicht, warum ich jetzt mehr als ein Jahr gebraucht habe, um dieses Rezept mit euch zu teilen... Dabei liebe ich es sehr, es ist einfach toll schokoladig. Die Torte ist allerdings auch extrem mächtig, mehr als ein Stück ist schon sehr sportlich.

In diesem Sinne: Schokolade Ostern!

Zutaten (für eine Springform mit 18 cm Durchmesser):

für den Haselnussbisquit:
100 g gemahlene Haselnüsse
130 g Mehl
100 g Zucker
¼ TL gemahlene Vanille
1 TL Natron
240 ml Mineralwasser
1 EL Apfelessig
40 ml neutrales Öl

für die Füllung:
130 g Nougat

für die Ganache:
120 g Zartbitterschokolade
75 ml Sojamilch
3 EL Agavendicksaft

außerdem:
15 Haselnüsse
 

Zubereitung Haselnussbisquit
Die Form fetten und mit Semmelbröseln ausstreuen. Haselnüsse, Mehl, Zucker und Natron mischen, dann Wasser, Essig und Öl zugeben und zu einem homogenen Teig rühren. In die gefettete Form geben und bei 160° Umluft (180° Ober-/Unterhitze) 30-45 Minuten backen. Stäbchenprobe machen! Auskühlen lassen.

Füllen der Torte
Den Biskuit vorsichtig horizontal in vier Schichten schneiden, evtl. die Haube abschneiden und anderweitig verwenden, falls der Kuchen in der Mitte zu sehr hochgegangen ist. Das Nougat im Wasserbad schmelzen und die Hälfte auf den unteren Boden streichen, dabei etwas Rand lassen. Mit den weiteren Böden wiederholen (der oberste wird nicht mit Nougat bestrichen, sondern nur aufgesetzt). Im Kühlschrank fest werden lassen.

Die Torte sieht dann so aus (die Ganache ist hier schon teilweise drauf):


Haselnüsse rösten
Während die Torte abkühlt, werden die Haselnüsse geröstet. Dafür die Nüsse bei 150 °C (Ober-/Unterhitze) auf einem Backblech in den Backofen geben und rösten, bis sie anfangen zu duften. Dann auf ein altes Geschirrtuch schütten, das Tuch zusammenschlagen und die Nüsse fest abrubbeln, um die braunen Schalenreste zu entfernen. Falls nicht die gesamte Schale abgeht, kein Problem: Erstens schmecken die Nüsse auch so, und zweitens sind drei Reservenüsse eingerechnet.

Zubereitung Ganache
Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen. Sojamilch und Agavendicksaft einrühren, bis sich eine homogene Masse ergibt. Normalerweise stockt die Ganache dann sofort. Falls nicht, erst auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und dann im Kühlschrank etwas fest werden lassen. Dann die Torte damit einstreichen und 12 Haselnüsse aufsetzen, auf jedes Stück eine.

Gekühlt fest werden lassen und mit einem heißen Messer schneiden.


Quelle Haselnussbisquit: Stina Spiegelberg (Veganpassion): Vegane Fondanttorten - Basics (eBook)

Donnerstag, 2. April 2015

Ein Osterhase zum Aufessen


Als Kinder bekamen meine Schwester und ich jedes Jahr an Ostern ein Nest mit Schokoladeneiern und - viel wichtiger - einen mit Schokolade überzogenen Hasen aus Schoko-Nuss-Teig. Dieses Jahr habe ich endlich mal die Kurve gekriegt und mich im veganen Nachbacken versucht. Zugegeben, ein Kunstwerk ist er nicht, aber schließlich zählen die inneren Werte! Und jetzt wandert der Hase bis Ostern in eine Tupperdose. Ich freu mich schon aufs Aufessen.

Für Haselnüsse und Schokolade verwende ich übrigens eine Mühle mit Handkurbel. Wenn man beides mischt, geht das Mahlen ruck-zuck, und die Schokolade fliegt auch nicht elektrostatisch aufgeladen durch die Gegend.

Zutaten (für einen Hasen und ein paar Muffins):
125 g Mehl
1,5 TL Backpulver
1/4 TL gemahlene Vanille
100 g gemahlene Haselnüsse
50 g geriebene Zartbitterschokolade
70 g Zucker
50 ml Öl
175 ml Sojamilch

außerdem: 40 g Kuvertüre oder Zartbitterschokolade, vegane Streusel zum Verzieren

Die Hasenform fetten. Mehl, Backpulver und Vanille in eine Schüssel sieben. Nüsse, Schokolade und Zucker dazugeben und alles gut mischen. Dann Öl und Sojamilch dazugießen und mit einem Schneebesen gerade so lange verrühren, dass alles gut vermischt ist.

Auf der Seite der Hasenform etwas Teig in das Ohr und den Kopf geben. Dann die Form zusammensetzen und weiter Teig einfüllen. Den restlichen Teig in Muffinförmchen geben und alles bei 160 °C Umluft für 45 bis 50 Minuten backen.

Abkühlen lassen und mit Kuvertüre verzieren.



Der Hase ist mein beitrag zur Blogparade "no eggs on easter" von Eileen und Juliane.