Dienstag, 31. März 2015

{Rezension} "Befreiung vom Überfluss" von Niko Paech


Niko Paech, den Autor des Buches "Befreiung vom Überfluss"*, das mir der oekom verlag dankenswerterweise zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat, ist Professor für Ökonomie. Sein besonderes Steckenpferd ist die sogenannte Postwachstumökonomie: Wie wird unsere Wirtschaft aussehen, wenn das derzeitige System, das auf permanentem Wirtschaftswachstum aufbaut, hinter uns liegt?

Nachhaltiges Wachstum kann es nicht geben.


„Nachhaltiges Wachstum funktioniert nicht“ – so könnte man eine von Paechs wichtigsten Thesen kurz zusammenfassen. Wir machen uns selbst etwas vor, wenn wir uns einreden, dass wir unseren derzeitigen Lebensstil mit Ökostrom und Biodiesel beibehalten und trotzdem die Welt retten können.
Stattdessen setzt Paech auf lokale Selbstversorgungsnetzwerke, die durch eine stark geschrumpfte Industrieproduktion ergänzt werden. Weniger Produktion bedeutet weniger Erwerbsarbeit, damit weniger Lohn und weniger Nachfrage nach Konsumgütern, aber auch mehr Zeit, Dinge selbst herzustellen, zu reparieren und umzunutzen.

Das war jetzt sehr kurz zusammengefasst, die Argumentationskette ist im Buch wesentlich durchdachter, strukturierter und vor allem auch detailreicher. Eine lohnenswerte Lektüre, die aber auch schmerzhaft sein kann. Schließlich ist sozusagen jeder von uns gefordert, sich an die eigene Nase zu fassen. Veganer mögen im Ernährungsbereich nachhaltiger leben als die Durchschnittsbevölkerung, sind aber sonst in den meisten Fällen genauso Teil des derzeitigen Wirtschaftssystems wie alle anderen auch. Oder wie sieht es mit euren Handys, Laptops, Urlaubsreisen und/oder Auslandssemestern, der Fremdbetreuung von Kindern und Alten und generell eurer Freude an Konsum aus?

Schmerzhafte Selbsterkenntnis inklusive


Dass Niko Paech hier den Finger in die Wunde legt, finde ich sehr, sehr wichtig. Ich musste einige Male schlucken, aber im Endeffekt ist es natürlich auch bei mir so, dass ich für ein wirklich nachhaltiges Leben so einiges aufgeben müsste, was mir wichtig ist. Da reicht es nicht, Fairtrade-Schokolade und T-Shirts aus Biobaumwolle zu kaufen. Wir müssen unseren Konsum deutlich reduzieren und unsere Grundeinstellung ändern, sonst wird das nix mit dem Retten der Welt. Und ich glaube, wie auch Niko Paech, dass uns das im Endeffekt gar nicht unglücklicher machen würde, eher im Gegenteil: Wenn sich alle umstellen, wenn sich das Wirtschaftssystem ändert und andere Werte wichtig werden, fühlt man sich auch nicht mehr als Freak oder außen vor, wenn man nicht Vollzeit arbeitet, sein eigenes Gemüse anbaut, keine große Auswahl an Kleidung besitzt, Werkzeug gemeinsam nutzt, Bus statt Auto fährt, seine Kinder zu Hause betreut und sich von der älteren Nachbarin im Austausch gegen das Fegen des Bürgersteigs ein Paar Socken stricken lässt.

Mir jedenfalls hat das Buch einen Schub gegeben, und ich freue mich, Nico Paech auf der UGB-Tagung im Mai live sprechen zu hören, nun schon zum zweiten Mal. Wenn ihr nicht dabei seid, nicht traurig sein: Auf Youtube gibt es etliche Aufzeichnungen seiner Vorträge.

Meine ersten Schritte


Für mich habe ich mir Folgendes konkret vorgenommen bzw. kurzentschlossen umgesetzt:
  • Eventuelle Gemüseüberschüsse aus unserem Garten werde ich per Aushang im Dorf anbieten, evtl. auch schon von jungen Gemüsepflänzchen – das Frühbeet sieht schon vielversprechend aus, und letzten Herbst hatte ich eine wahre Schwemme von Erdbeerablegern.
  • Einen großen Teil meiner veganen Kochbücher habe ich in der Stadtbücherei abgegeben, um das Angebot dort und auch die Nutzung der Bücher zu verbessern.
  • Bei der nächsten Dorfsäuberungsaktion bin ich auf jeden Fall dabei.
  • Ich habe unsere Biokiste abbestellt. Biogemüse gut und schön, aber das Lieferauto fährt dafür mindestens 14 km extra. Und eigentlich kann ich Biogemüse auch in Gießen mit dem Fahrrad kaufen.
  • Ich will endlich ordentlich nähen lernen. Die Grundlagen habe ich Anfang Februar mit einem kleinen Einführungskurs in die Bedienung der Nähmaschine gelegt.

Kleine Dinge, natürlich. Aber ich fange ja auch gerade erst an und werde Niko Paechs „Befreiung vom Überfluss“ bestimmt noch etliche Male lesen.

Das "Aber" zum Buch


Eine kleine Warnung allerdings: Das Buch ist nicht gerade einfache Lektüre wegen der Neigung des Autors, Dinge eher kompliziert, in langen Sätzen und mit vielen Fremdwörtern auszudrücken. Am Anfang hätte ich es am liebsten wieder weggelegt, später wurde es dann besser.

Niko Paech: Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie.
oekom verlag 2012, 160 Seiten, 14,95 Euro
ISBN 978-3865811813

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Freitag, 27. März 2015

Videotipps: Droge Zucker und Transition Towns

Oft muss ich mich ja regelrecht dazu zwingen, Filme oder Videos zu schauen. Diese Woche habe ich aber krankheitsbedingt überwiegend auf der Couch verbracht und möchte daher zwei meiner Fundstücke mit euch teilen.

"The Complete Skinny on Obesity" - University of California



Im ersten Video geht es um Zucker, die weiße Droge. Mittlerweile gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass Zucker krank macht. Und zwar nicht einfach nur müde, sondern richtig krank: Dr. Robert Lustig, Kinderendokrinologe, macht Zucker für Herzkreislauf-, Krebs-, Demenz- und Diabeteserkrankungen und außerdem für die starke Zunahme des Übergewichts verantwortlich. Wie Zucker die hormonelle Steuerung des Sättigungsgefühls außer Kraft setzt, dass ein hoher Zuckerkonsum dieselben Langzeitfolgen hat wie Alkoholmissbrauch und warum Zucker eigentlich als Droge gelten muss, erklärt er in diesem Video - wissenschaftlich fundiert und dennoch leicht verständlich, auch für ernährungswissenschaftliche Laien. Englisch solltet ihr aber schon verstehen.

"In Transition 2.0: a story of resilience and hope in extraordinary times" - The Transition Network



Das zweite Video über Transition Towns (ebenfalls in englischer Sprache) finde ich total inspirierend. Noch nie gehört? "Im Rahmen der Transition-Town-Bewegung (etwa „Stadt im Wandel“) gestalten seit 2006 Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden der Welt den geplanten Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft", erklärt die deutsche Wikipedia. Im Film vorgestellt werden z. B. Gemeinschaftgärten, ein als lokale Kooperative organisierter Laden oder auch eine von den Bürger selbst finanzierte Solaranlage. Am liebsten würde ich sofort losarbeiten... Aber woher eine lokale Gruppe nehmen? Falls ihr in einer etwas größeren Stadt wohnt, stehen eure Chancen aber gut, dass es bereits eine Initiative gibt, der ihr euch anschließen könnt. Schaut euch einfach mal die Liste an. Auf der Webseite der Gießener Initiative habe ich unter anderem den Hinweis auf einen Fahrradreparaturtreff, die Verteilung "geretteter" Lebensmittel und die Freeschool Gießen gefunden, aber auch noch vieles mehr.

Mittwoch, 25. März 2015

Schoko-Oliven-Cookies


Dieses Jahr möchte ich wieder mehr Rezepte posten, und Cookies (mit Schokolade!) sind da ein guter Anfang, findet ihr nicht? Das Originalrezept stammt von emil + kai, ich habe es lediglich veganisiert. An der Optik der Cookies könnte man noch etwas schrauben, aber am Geschmack gibt es nichts auszusetzen. Die Oliven kommen nicht übermäßig stark heraus, sondern bilden einen angenehmen Hintergrund. Und am liebsten hätte ich sowieso den ganzen Teig roh gegessen!

Zutaten (für ca. 25 Cookies):
130 g Mehl
1 EL Kakao
1/2 TL Natron
1 TL gemahlene Leinsamen
50 g gemahlene Haselnüsse
70 g Zartbitterschokolade, gehackt
50 g entkernte, entwässerte, gehackte schwarze Oliven
125 ml Olivenöl
170 g brauner Zucker
4 TL Wasser

Mehl, Kakao und Natron in eine Schüssel sieben. Leinsamen, Haselnüsse, Schokolade und Oliven dazugeben und gut mischen. Olivenöl, Zucker und Wasser in einer Rührschüssel mit einer Gabel gut vermischen und dann die trockenen Zutaten daraufgeben und mit der Gabel zu einem Teig verarbeiten. Kleine Kugeln formen, etwas plattdrücken und auf zwei mit Backpapier belegte Bleche verteilen (Achtung, die Cookies gehen stark auseinander!). Bei 160 °C (Umluft) ca. 15 bis 20 Minuten backen. Auf dem Blech auskühlen lassen und erst dann in eine Dose umlagern.

Montag, 23. März 2015

Pflanzen-Kinderstube

So langsam beginnt die Gartenarbeit - bisher vor allem mit dem Vorziehen im Haus.


Seit Ende Februar stehen einige Gläser mit Avocadokernen auf unserer Wohnzimmerfensterbank. Eine Avocado lässt sich ganz einfach ziehen: Von dem Kern vorsichtig die braune Haut abziehen. Das ist nötig, damit der Keimling den Kern einfacher in zwei Hälften teilen kann. Dann drei Zahnstocher in den dicken Teil des Kerns stechen und das Dreibein in ein Glas mit Wasser stellen. Der untere Teil des Kerns soll immer im Wasser stehen. Dann: warten. Im Sommer fühlen sich die Avocados auf der Terrasse wohl.




Die Tomatenbabys sind aus mittlerweile aus der alten Porzellanschale in kleine Töpfe im Hausflur umgezogen. Dort ist es kühl, sodass sie nicht zu sehr schießen, aber auch nicht zu kalt. Beim Auseinanderfummeln der feinen Wurzeln hilft ein kleines Stöckchen.



Auch das Frühbeet habe ich schon Anfang Mai eingesät - auch wenn ich hier nicht sicher bin, ob das eine so gute Idee war. Bisher keimt nämlich noch nichts, aber das ist angesichts der eher langen Keimzeiten auch noch nicht weiter besorgniserregend. Die kleinen Pflänzchen sind Endivienpflanzen vom vorigen Herbst, die im Frühbett überdauert haben und jetzt zu Hasenfutter heranwachsen sollen.



Im Minigewächshaus auf der Fensterbank sind mittlerweile Tagetes aus selbstgewonnenen Samen und auch erste Kopfsalatpflänzchen aufgegangen. Auch das Gewächshaus wandert jetzt in den Flur, den auf der Fensterbank ist es einfach zu warm, und die Salatpflänzchen wachsen so schnell, dass sie umkippen. Bei Säen haben mir übrigens die Nachbarskinder "geholfen".



Und auch sonst erwacht die Natur langsam zum Leben. Einige Tage nach diesem Foto von unserer Erika sind auch unsere geliebten, fetten Brummelhummeln wieder aufgetaucht und tun sich an Erika und Christrose gütlich.

Samstag, 21. März 2015

Nussriegel von foodloose


Hach, ich mag Produkttests - erst recht, wenn mir nette Leute leckere Produkte schicken. In diesem Fall waren es die Mädels von foodloose, die mich mit tollen Bio-Nussriegeln versorgten - vegan, laktose- und weizenfrei. Die Geschmacksrichtungen sind eher ungewöhnlich, wie ihr oben sehen könnt.

Der Delhi Delight war für mich nett, aber kein Renner, auch wenn der leichte Currygeschmack interessant war.

Der Sahara Dragon schmeckt nur ganz leicht nach Ingwer und hat daher auch meinem Mann gefallen. Sein persönlicher Favorit (und meine Zweitplatzierung) war aber der Garden Gusto - geschmacklich extrem rund und durch die Kirschen auch angenehm frisch.

Noch ein kleines bisschen besser fand ich die Poesie Amelie - aber eher im Winter, denn die Kombination ist doch eher weihnachtlich.

Der Frisco Crisp schließlich hat uns beiden gut geschmeckt und meinen Mann durch den enthaltenen Kakao sehr an Corny erinnert.

Kleiner Wermutstropfen als Nebenwirkung einer eigentlich positiven Tatsache: Die Riegel bestehen nur aus Nüsse und Trockenfrüchten und werden durch Agavendicksaft zusammengehalten. Auf "Füllstoffe" aus Getreide wird komplett verzichtet. Dadurch wird die Konsistenz aber eher hart, was mir mit meinen derzeitigen Zahnproblemen den ein oder anderen Schreckmoment beschert hat. Hat aber alles gut geklappt, alle Zähne sind noch drin!

Auf jeden Fall nachkaufen werde ich den Garden Gusto und die Poesie Amelie. Leider habe ich die Riegel bisher nirgendwo entdeckt, sie sind aber über den Onlineshop von foodloose zu beziehen. Ein Riegel kostet dort etwa 1,50 Euro. Außerdem gibt es noch verschiedene Nussmischungen, die ich allerdings nicht getestet habe.

Donnerstag, 19. März 2015

Ideen für das vegane Osternest


Die Anmeldefrist ist abgelaufen, die Partnerinnen sind zugeteilt, und das Wichteln kann beginnen! Da im letzten Jahr so viele tolle Ideen für die Osternestfüllung zusammenkamen, will ich sie euch nicht vorenthalten - bestimmt gibt es nicht nur Wichtelosternester, sondern auch noch eine ganze Menge andere.

Zum Essen:
Osternestchen
Schokoeier
Osterhase
Algen-Spaghetti
Tee
Konfitüre
regionale Spezialitäten
Schokoreiswaffeln
Aufstrich
Trockenfruchtkugeln
Lovechoc-Riegel
Veggie-Würstchen
Sojadrink
Instant-Hafermahlzeit von Alnatura
selbstgebackene Plätzchen
Gummibärchen
Lutscher
Schokolutscher
Sesamkrokant
Pralinen
Schokoriegel
Probe für veganes Rührei
Marzipanei
vegane Schokoladeneier
Sonnentor-Gewürzmischung
Kaffee
Matcha
selbstgebackene Cräcker
Minimuffins
kandierter Ingwer
selbstgemachte Backmischung
selbstgemachte Pralinen/Rocher/Raffaello
Mandel- und Cashewmus zum Probieren
Schokosojabohnen
Macadamiariegel
selbstgemachte Gewürzmischung
selbstgemachter Sirup
Marzipaneier

Und sonst:
Handcreme
Selbstgebasteltes, Selbstgenähtes, Selbstgestricktes
Deko
Samen
Badezusatz
Gesichtsmaske
Handcreme
Duschgel
Osterkarte
Osterdose
Ausstechform
selbstgebastelter Schmuck
Schnittlauchtöpfchen
Zitronenöl
Matchabesen
Notizbuch
Shampoo


Außerdem möchte ich noch zwei tolle Vorlagen für selbstgebastelte Osternester aus Tonkarton mit euch teilen. Ich bastele eigentlich jedes Jahr Osternestchen für die Kinder in der Nachbarschaft, von Verwandten und Freunden, und habe jetzt schon zum zweiten Mal diese Vorlage hier verwendet. Die Nestchen sind eher klein, aber groß genug für einen Minihasen und ein paar kleine Eier - und das reicht ja eigentlich auch.

Wenn die Nestfüllung etwas großzügiger ausfallen darf und ihr außerdem nicht so viele Nester basteln müsst (oder sehr viel Zeit habt), empfehle ich euch diese Vorlage. Die fertigen Taschen sahen bei mir dann so aus:


Sie bieten auf jeden Fall Platz für einen Osterlolli und noch so einigen Kleinkram.

Freitag, 13. März 2015

Currywurst mit Ruhrfeuer


Ab und zu bekomme ich kleine Päckchen mit veganen Leckereien ins Haus, die ich testen und über die ich berichten soll. Eins davon kam von den Schaschlikbrüdern. Darin: ein Dreierpack vegane Currysauce im Glas, in drei Schärfegraden: "für Mädchen", "für Jungs", "für Kerle" (über diese Einteilung kann man jetzt erst mal streiten). Aromen kommen nicht in die Sauce, nur natürliche Zutaten. Pluspunkt.

Zuerst wählten Sebastian und ich die goldene Mitte. Die Sauce gab es - wie sollte es anders sein- zu Currywurst. Die aus dem Edeka essen wir ganz gern, das passte also. Mir persönlich war die Sauce fast ein wenig zu scharf, Sebi mochte sie aber ganz gerne. Die Reste gab es für mich die nächsten Tage als Brotaufstrich - auf frischem Graubrot echt lecker! Wenn auch immer noch scharf. Allerdings sind wir da auch etwas empfindlich, und andere hätten die Schärfe vermutlich gerade richtig gefunden. Nachkaufpotenzial: Geht so.

An die scharfe Variante haben wir uns dann nicht mehr herangetraut. Sorry, liebe Schaschlikbrüder, aber das Glas ist zu einem schärfeliebenden Bekannten von mir gewandert.

Die milde Sauce dagegen gab es dann ein paar Wochen später, ebenfalls als Currywurst, und ich war hin und weg. Sooo gut! Normalen Ketchup bedecke ich meist mit einem ganzen Haufen Currypulver, aber das war hier gar nicht nötig. Ein Hauch Pulver, die Soße, eine Wurst - mmmh! Die würde ich definitiv nachkaufen... Wenn, ja wenn das so einfach möglich wäre. Hier gibt es eine Liste mit den Einzelhändlern, die Ruhrfeuer verkaufen, und die meisten davon sind, wie nicht anders zu erwarten, im Pott. Alternativ ist aber auch eine Bestellung im Internet-Shop möglich. Puh. Ein Glas kostet dort 3,49 Euro, die mittelscharfe Soße gibt es auch im großen Beutel.

Dienstag, 10. März 2015

Veganes Osterwichteln 2015 - die Anmeldung läuft noch!


Lust auf eine Osterüberraschung? Und darauf, jemand anderem eine zu schicken? Prima. Die Anmeldung zum veganen Osterwichteln läuft noch bis Sonntag. Hier findet ihr alle wichtigen Infos zur Aktion und auch den Link zum Anmeldeformular.

Samstag, 7. März 2015

{Rezension} "Peaceful gardening" von Susanne Heine


Ich hatte euch ja mehr Berichte aus dem Garten versprochen, und heute habe ich etwas thematisch Passendes für euch: "Peaceful gardening"* von Susanne Heine, einen Ratgeber zum bioveganen Gärtnern, den der Verlag blv mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Zu Beginn stellt die Autorin erst einmal sich selbst und dann die Prinzipien des bioveganen Gärtnerns vor: Respekt gegenüber der Natur und vor allem den Tieren, daher keine Anwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln (auch keine biologischen!) und Fallen (und überhaupt gibt es keine Einteilung in Nützlinge und Schädlinge) sowie der Verzicht auf tierische Dünger wie Mist, Knochen- oder Haarmehl. Unkraut wird nur mechanisch bekämpft und künstliche Dünger wie Blaukorn sowieso nicht verwendet.

Die Titel der folgenden Kapitel zum bioveganen Gärtnern sind:
  • Biovegane Gartenpraxis (Bodenbearbeitung, Mulchen, Kompost, Dündung, Pflanzenschutz, Aussaat und Pflanzung)
  • Der biovegane Blumen- und Gemüsegarten (Gemüsebeet anlegen, Mischkultur)
  • Die 10 leckersten Gemüse/würzigsten Kräuter/hübschesten Blumen / die 4 besten Beeren für den bioveganen Garten
  • Natur fördern im bioveganen Garten
  • Biovegan gärtnern rund ums Jahr
  • Anhang (Adressen, Stichwortverzeichnis, über die Autorin)

Nach der Erklärung, was bioveganes Gärtnern ist, wäre ein kleiner Warnhinweis angebracht gewesen: Achtung, der biovegane Garten sieht nicht unbedingt aus wie das, was ihr gewohnt seid! Zumindest kann man von den Fotos den Eindruck kriegen, ein bioveganer Garten müsse zwingend wie eine wuchernde Wildnis aussehen, der mühsam einige Beete abgetrotzt wurden. Zugegeben, das ist sehr malerisch, aber auch irgendwie abschreckend, zumindest für mich – und wir behandeln unseren Garten auch nicht mit Gift, wir haben einfach nur eine Beeteinfassung, mähen regelmäßig den Rasen und schneiden die Hecken.

Viele Tipps aus den Praxiskapiteln sind total interessant, wie z. B.
  • das Anlegen eines Mulchbeetes ohne Grabegabel und Spaten,
  • die Herstellung von Pflanzenjauchen,
  • die Tipps zum richtigen Gießen, durch das auch Schnecken im Zaum gehalten werden können,
  • generell die Tipps gegen Schnecken (und die Ergebnisse der Selbstversuche mit Schneckenabwehrtipps aus dem Internet),
  • die Tabellen zur richtigen Mischkultur oder die Bezugstipps für biovegane Dünger (die oft gar nicht so leicht zu erkennen sind!).

Auch für absolute Gartenanfänger ist einiges dabei, wie z. B. die Vorstellung des benötigten Gartenwerkzeugs, und ich persönlich bin ein großer Fan des Gartenkalenders am Ende, bei dem auf jeweils einer Seite die Arbeiten eines Monats zusammengefasst sind. An solchen Übersichten orientiere ich mich gern, weil ich sonst chronisch verspätet bin.

Kritik habe ich aber auch: So ist Stroh nicht, wie behauptet, eine gute Stickstoffquelle. Im Gegenteil: In der Landwirtschaft düngt man, wenn man das Stroh auf dem Feld belässt, sogar oft noch etwas Stickstoff zu, damit die Bakterien es überhaupt zersetzen können.

Und richtig wütend wurde ich bei folgendem Absatz: „Ich verwende nur saatfeste Sorten, Biopflanzen und kein gentechnisch verändertes Saatgut. Dieses muss erfreulicherweise deklariert werden. Dabei achte ich auf die Bezeichnung F1. Wenn dies am Saatgut oder den Jungpflanzen steht, dann sind es Hybridsorten, die sich nicht vermehren lassen.“ Ich unterstelle der Autorin jetzt einfach mal, dass sie für sich persönlich den Unterschied zwischen gentechnisch verändertem und Hybridsaatgut verstanden hat. Eine derartig missverständliche Formulierung ist aber genau der Grund dafür, warum ich, wenn ich erzähle, dass ich über die Hybridzüchtung bei Mais promoviere, immer wieder gefragt werde: „Ah, dann arbeitest du mit Gentechnik?!“. Nein, tu ich nicht. Hybriden und Gentechnik sind nicht dasselbe. Grrr.

Was man außerdem deutlich merkt, ist, dass die Autorin selbst erst seit 2010 gärtnert. Die Auswahl der vorgestellten Kulturpflanzen ist z. B. eher willkürlich und keineswegs umfassend, und ich hatte öfter das Gefühl, dass die Autorin Inhalte aus verschiedenen Quellen zusammengeschrieben, aber nicht unbedingt selbst ausprobiert hat. Auch eine Aussage darüber, wie sich die Erträge aus dem bioveganen Garten langfristig verhalten, ist so natürlich nicht möglich.

Fazit


Ein nettes Buch zum bioveganen Gärtnern, das ich allerdings eher als Zusatzlektüre für diese spezielle Anbauweise und keinesfalls als Nachschlagewerk für jede Lebenslage empfehlen würde. Eine ausführliche Ergänzung der Autorin findet ihr übrigens in den Kommentaren.

Susanne Heine: Peaceful gardening. Biovegan gärtnern. Das Praxisbuch.
143 Seiten, 14,95 Euro.
ISBN 9-783-835413450


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Donnerstag, 5. März 2015

{Rezension} "Vegan international" von Gabriele Lendle


Vom „Mädel vom Land“ wurde es schon besprochen, und auch ich habe netterweise ein Exemplar bekommen: "Vegan international"* von Gabriele Lendle lässt uns mit 115 Rezepten um die Welt reisen. Oder mit 80? Cover und Innenseite machen da unterschiedliche Angaben, und ich habe nicht nachgezählt. Jedenfalls danke an den Trias-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Nach dem Vorwort, das wohl jedes vegane Kochbuch haben muss, geht es zuerst nach Italien, dann über die Alpen ans Mittelmeer und weiter nach Afrika, von dort in den vorderen Orient und über Asien und Indien nach Amerika und schließlich in die Karibik. Den Abschluss bildet ein Stichwortverzeichnis, das – ich liebe es! – nicht nur die Rezepte, sondern auch die Zutaten auflistet.

Für jedes Rezept sind Portionsanzahl und Zubereitungszeit angegeben, die Zutaten stehen vor der Anleitung in einer Liste. Leider sind nicht alle Rezepte bebildert – aber die Fotos, die es gibt, machen echt Lust auf’s Nachkochen.

Die Rezepte sind nicht unbedingt im Handumdrehen zubereitet, dauern aber auch nicht übermäßig lange. Die Zutatenlisten liegen ebenfalls im Mittelfeld. Es werden überwiegend Lebensmittel verarbeitet, die im Supermarkt erhältlich sind – die ein oder andere Spezialzutat ist aber dennoch nötig, z. B. Reis- oder Teffmehl, Sternfrucht und auf jeden Fall vielerlei Gewürze. Aber keine Angst, es gibt auch ganz „harmlose“ Rezepte. Ist wohl immer eine Frage der eigenen Küchenausstattung.

In den Rezepten wird eine Menge Gemüse verarbeitet, allerdings sind sie nicht so extrem gemüselastig, wie man das von einigen anderen veganen Kochbüchern kennt. Auch das ein oder andere Ersatzprodukt wie z. B. Tofuwürstchen findet sich in den Zutatenlisten.

Toll finde ich die Vielfalt der Ideen – klar bei einem solchen Titel. Aus Italien stehen z. B. Fettuccine mit frischen Pfifferlingen auf dem Speiseplan und Auberginen auf sizilianische Art. Aus Österreich gibt es einen Alpen-Strudel mit Kapern-Zitronensauce und aus der Schweiz den Tessiner Maronen-Eintopf. Das Mittelmeer wartet mit mariniertem Lauch (Tapas!) und einer Birnen-Fenchel-Quiche von der Côte d’Azur auf. Aus Afrika gibt es eine Tomaten-Kürbis-Suppe und zwei Sorten Tajine und aus dem vorderen Orient eine arabischen Rote-Bete-Granatapfelsalat und Kosheri aus Ägypten. Aus Asien dürfen natürlich Sushi nicht fehlen. Von den Philippinen kommt das Rezept für eine Maissuppe mit frischen Pilzen, und im Indien-Kapitel stehen die Hülsenfrüchte im Vordergrund. Coleslaw und ein Barbecue-Eintopf entführen uns nach Amerika, und aus der Karibik gibt es Kochbananen und gefüllte Papaya. Gebacken wird dabei wenig, in der Regel handelt es sich um Hauptgerichte.

Ausprobiert


Im Original wird das indonesische Blumenkohl-Curry nicht - der Name sagt es schon - mit Brokkoli zubereitet. Der war aber nun mal da und hat auch gut dazu gepasst. Die Walnüsse geben dem Ganzen einen angenehmen Biss.



Der portugiesische Karottensalat war eher nicht so meins, ich fand die Oliven etwas dominant. Das ist aber natürlich Geschmackssache.



Die (?) Tajine mit Süßkartoffeln, Früchten und Nüssen (Letztere habe ich weggelassen) war geschmacklich mal etwas ganz anderes. Die Süße der Trockenpflaumen verträgt sich hervorragend mit den Süßkartoffeln.

Fazit


Ich mag das Buch, einfach weil es ein so schönes Sammelsurium bietet. In der Küche bin ich oft sehr eingefahren, und jetzt habe ich die Motivation, mal etwas anderes auszuprobieren. Gut investierte Euro, würde ich sagen.

Gabriele Lendle: Vegan international
168 Seiten, 19,99 Euro
ISBN: 978-3830469988

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Dienstag, 3. März 2015

Use Up Along 2015: Der Endstand der Teilnehmerinnen


Hier ist er nun, der große Endstand zum Use Up Along 2015! Leider sind etliche Teilnehmerinnen abhanden gekommen, aber vielleicht füllen sich die Reihen ja nachträglich noch. Die bisherigen Bilder sehen jedenfalls sehr nach Erfolg aus. Ich hoffe, dass euch die Aktion gefallen hat und dass ihr auch im nächsten Jahr wieder dabei seid!

Claudia hat übrigens fleißig Bilder von den Challenges gesammelt - und die sehen gar nicht nach Resteessen aus!

Challenge 1: Koche ein Gericht, das höchstens eine Zutat enthält, die nicht aus deinen Vorräten stammt!
Challenge 2: Koche für Gäste!
Challenge 3: Koche ein Gericht, das mindestens 5 Zutaten aus deinem Vorrat enthält!
Challenge 4: Verwende einen Tag lang in jeder Mahlzeit mindestens eine Zutat aus deinem Vorrat!
Challenge 5: Koche einmal ungewöhnlich und verwende eine Zutat ganz anders als sonst!
Challenge 6: Benutze die Zutat, die du die ganze Zeit noch nicht verwendet hast, oder das, was du am wenigstens benutzt hast!
Challenge 7: Endspurt!



Chris von Wald & Wiese ging leider gegen Ende die Puste aus. Aber vielleicht kommt ja einiges demnächst noch weg.



Den Endstand von Petzi von "From Veggie to Vegan" kann man nur bewundern. Außerdem hat sie fleißig die gekochten Gerichte dokumentiert. Eine vorbildliche Teilnehmerin!



Bei der bösen Hexe des Westens auf "Welcome to the Madness of Wolverhampton" sieht es genauso gut aus. Wenn der Mittagsschlaf nicht gewesen wäre, wäre vielleicht sogar alles weg.



MamaMia hat Mitte Februar die Aktion vorzeitig abgebrochen, weil sie bei Annettes Erhebung, was eine vegane Ernährung kostet, mitmacht. Ihr Fazit ist aber trotzdem beachtlich, und außerdem gibt es wieder eine Menge tolle Essensbilder.



Auf "Wos zum Essn" gibt es nicht nur den Endstand, sondern auch noch eine Menge Essensfotos zu bewundern. Und wie ich erfreut lesen durfte, wurde auch der Couscous als solcher identifiziert.



Auch die Saisongärtnerin war sehr erfolgreich - und auch der Rest soll definitiv noch verbraucht werden.



Was elbmöhre verbraucht hat, erkennt ihr an den Kreuzen. Ebenfalls respektabel!



Mimi von "Mimi's Fairy Cakes" hat zwar noch einige Reste übrig, freut sich aber an ihrer schön sortierten Speisekammer.



Auch bei Agnes auf "Glückstopf" gibt es tolle Fotos zu bestaunen, auch wenn noch ein paar Reste übrig sind.



Weitere Aufbrauchvorsätze hat auch Dani von "my vegan Luxembourg". Sie hat außerdem während der Aktion nur Dinge nachgekauft, die entweder frisch waren (Obst/Gemüse und Brot) oder direkt verbraucht wurden.



Claudia von Hüpfgemüse hat noch einige Ladenhüter im Regal stehen, aber der Tisch ist deutlich leerer geworden.



Und hier seht ihr noch meinen eigenen Endstand. Krankheitsbedingt hat es bei mir in den letzten zwei Wochen etwas gehakt, aber der Rest kommt auch noch weg - versprochen!

Sonntag, 1. März 2015

{Rezension} "Vegan & vollwertig" von Barbara Rütting


Schon lange bin ich in den Buchhandlungen um Barbara Rüttings "Vegan & vollwertig"* herumgestrichen. Jetzt hat es mir der Verlag nymphenburger zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!


Der Inhalt 


Nach dem obligatorischen Vorwort der Autorin gibt es auf mehreren Seiten Infos zu im Buch verwendeten Produkten und dazu, wie bestimmte tierische Produkte (Eier, Milch…) zu ersetzen sind. Nach ein paar Grundrezepten für Soße, Grünkern- und Hirsebrei geht es mit den eigentlichen Rezepten los, die nach Jahreszeiten sortiert sind. Für jede Jahreszeit werden sechs Menüs, bestehend aus Vor-, Haupt- und Nachspeise, vorgeschlagen.

Beispiele gefällig? Im Frühjahr gibt es rohen Spargel-Champignon-Salat, Gemüsestrudel auf Frankfurter Grüner Soße und Vollkornwaffeln, im Sommer eine Suppenkoalition rot-grün, Polenta mit Zuckerschoten und Frühlingszwiebeln und zum Nachtisch Kokoscreme, im Herbst rohen Spinatsalat mit Knoblauch-Walnuss-Soße und gerösteten Pinienkernen, Artischocken alla romana und Mousse au chocolat und im Winter Sauerkrautsalat mit Radieschensprossen und Mungbohnenkeimlingen, Ofenkartoffeln mit gebackenem Gemüse und Feigen in Wein.

Für 20 Euro erwerbt ihr ein hochwertiges Hardcoverbuch. Die Fotos sind schön und appetitlich, leider sind aber nicht alle Rezepte bebildert, sondern es gibt nur ausgewählte Fotos zu jedem Menü.

Und wie ist das Buch so?


Ganz ehrlich: Besonders übersichtlich ist das Buch nicht. Die Cashewmilch/-sahne, die in gefühlt jedem Rezept und definitiv in nahezu jedem Menü verwendet wird, ist in den Zutatenlisten selbst zwar mit einem Sternchen gekennzeichnet – dass das aber bedeutet, dass man die Rezepte im Einleitungskapitel findet, muss man im Einleitungskapitel selbst lesen. Und wer dann noch erwartet, dass das Rezept etwa besonders hervorgehoben wäre, wird ebenfalls enttäuscht. Man darf es sich aus dem Fließtext heraussuchen. Extrem unpraktisch. Zusätzlich ist die Anordnung der Rezepte in Menüs toll zum Durchblättern, aber nicht so schön, wenn man Z. B. ein Dessert sucht. Leider gibt es auch am Ende nur eine alphabetische Auflistung aller Rezepte, aber keine geordnete Übersicht nach Salaten, Hauptspeisen, Desserts… Lediglich am Anfang der Jahreszeitenkapitel sind die Menüs einmal komplett aufgelistet. Vielleicht bin ich zu ungemütlich und hektisch, aber mich nervt sowas. Ebenso wie übrigens die allgegenwärtige Cashewsahne, zu deren Zubereitung (Wasser und nicht eingeweichte Cashewnüsse zu gleichen Teilen vermixen) man meiner Meinung nach einen Hochleistungsmixer und, da sie sehr oft und in großen Mengen verwendet wird, am besten auch einen Goldesel braucht. Ich habe am Ende ordentlich durchgeschnauft und mich dann entschieden, Hafersahne aus dem Päckchen zu verwenden. Problem solved.

Was die Rezepte angeht, bin ich zweigeteilter Meinung. Die Artischocken alla romana sehen z. B. einfach göttlich aus, und ich will sie auf jeden Fall noch ausprobieren, ebenso wie die Piroggen, das Mohn-Nuss-Zimt-Eis und die Quiche. Wirklich tolle Ideen. Auf der anderen Seite finde ich „Rezepte“ wie in Kokosöl gebratene Bananen, eine Mangocreme, bei der Mangos mit Sahne und Vanille vermixt wird, oder rote Grütze jetzt nicht übermäßig einfallsreich. Oder positiv formuliert: einfach und schnell gemacht und trotzdem vollwertig und deshalb gemeinsam mit den etwas aufwändigeren Rezepten ein guter Mix.

Gut gefällt mir auch, dass insbesondere bei den Nachspeisen kein „unglaublich leckerer“ Vollwert-Kuchen dabei ist, der dann doch ziemlich ähnlich schmeckt wie ein Brot, sondern wirklich konsequent auch auf Produkte wie Rohrohrzucker, Agavendicksaft oder Ahornsirup verzichtet wird, die sonst zwar als vollwertig gelten, letztendlich ja aber doch nichts anderes als Zucker sind.
Generell werden nur naturbelassene Lebensmittel verwendet (mit Ausnahme von Hefeflocken), keine Ersatzprodukte und keine Superfoods. Tofu und Seitan sucht man vergeblich, leider sind Hülsenfrüchte aber auch fast nicht vorgesehen. Wer wie ich eine Eiweißkomponente bei seinen Mahlzeiten braucht, um länger als eine Stunde satt zu werden, muss sich also selbst etwas überlegen.
Ein ganz großes Lob gibt es von mir für das Vorwort. Obwohl die Autorin die gesundheitlichen Vorzüge der veganen Ernährung lobt, macht sie auch deutlich, dass der Verzicht auf Tierprodukte eben nur das Risiko für bestimmte Krankheiten reduziert und keine Garantie für ein gesundes, langes Leben ist. Ebenso weist sie darauf hin, dass Vitamin B12 in der veganen Ernährung ein kritisches Vitamin ist, das ggf. supplementiert werden sollte.

Ausprobiert


Aus Zeitmangel habe ich eher die einfacheren Gerichte aus dem Buch ausprobiert.


Bei den gebratenen Bananen habe ich irgendwas falsch gemacht. Sie waren eher mehlig und nicht besonders lecker.



Die Maronencreme hat mir wirklich gut geschmeckt und war mal ganz was anderes.



Auch lecker war der Hirse-Spinat-Auflauf, in meinem Fall (wie auch im Buch vorgeschlagen) mit Mangold zubereitet. Als Hauptgericht fand ich ihn allerdings nicht ausreichend.

Fazit


Ich bin mir unsicher, ob ich das Buch kaufen würde. Einerseits wird es völlig dem Anspruch gerecht, vollwertige vegane Rezepte saisonal zu schicken Menüs zusammenzustellen. Wenn ihr überzeugte und praktizierende Vollwertköstler seid, kann ich euch das Buch nur ans Herz legen, dann ist es genau das Richtige für euch! Eine komplett vollwertige Ernährung ist allerdings einfach nicht meins, und wenn es euch genauso geht, würde ich euch empfehlen, das Buch vor dem Kauf einmal durchzublättern (oder die Vorschau bei Amazon zu benutzen), um zu sehen, ob es euch als Anregungslieferant zusagt.

Zur Autorin


Wenn ihr etwas über Barbara Rütting, die in zwei Jahren schon 90 wird, wissen wollt, empfehle ich euch den Wikipedia-Artikel zu ihrer Person – auch zu den umstrittenen Aspekten.

Barbara Rütting: Vegan & vollwertig. Meine Lieblingsmenüs für Frühling, Sommer, Herbst und Winter
161 Seiten, 20 Euro
ISBN: 978-3-485-01430-4

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Was haltet ihr von "Vegan & vollwertig"? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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