Dienstag, 16. Juni 2015

Testpaket von Keimling - und warum Omega-3-Fettsäuren so wichtig sind


Vor einiger Zeit brachte die Paketbotin ein hübsches Paket, und zwar von Keimling - der Internetversand ist euch als Anbieter von Dörrautomaten, Saftpressen, Rohkost und allerhand anderen "alternativen" Lebensmitteln gewiss ein Begriff. Den Inhalt des Päckchens durfte ich mir aussuchen, und da ich etwas für meinen Fettsäurehaushalt tun wollte, stand eine Flasche frisch gepresstes Leinöl ganz oben auf meiner Liste.

Ich zitiere aus meiner VegAnleitung:

Fett in der Nahrung ist in erster Linie ein Energieträger, erfüllt aber auch noch weitere Funktionen im Organismus. Als optimal wird derzeit angesehen, wenn ca. 30 % der täglichen Energiezufuhr durch Fett gedeckt werden. Bezüglich der Fettzusammensetzung gilt, dass gesättigte Fettsäuren (v. a. in tierischen Lebensmitteln, aber auch in pflanzlichen Fetten, die bei Zimmertemperatur fest sind, wie Palmöl, Kokosfett oder Kakaobutter) und Transfette (entstehen z. B. bei der Härtung von Fet-ten) das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Empfehlenswert sind vor allem einfach (z. B. in Oliven- oder Rapsöl) oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren (z. B. in Sonnenblu-men- oder Distelöl). Bezüglich der mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist allerdings das Verhältnis zwischen den sogenannten Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren (die Namen beziehen sich auf den chemischen Aufbau der Moleküle) zu beachten. Omega-6-Fettsäuren sind vor allem in Form von Linolsäure z. B. in großen Mengen in Sonnenblumenöl enthalten, und die zugeführte Menge ist in der Regel ausreichend. Omega-3-Fettsäuren wie die alpha-Linolensäure kommen z. B. in Leinöl vor und werden oft in zu geringer Menge verzehrt. Da das optimale Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren bei etwa 5:1* (oder sogar 4:1 bis 2:1) liegt, sollten Öle mit einem hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren (Distel-, Maiskeim-, Schwarzkümmel-, Sesam-, Sojabohnen-, Sonnenblumen- und Weizenkeimöl) von Veganern eher sparsam verwendet und gleichzeitig der Bedarf an Omega-3-Fettsäuren durch Leinöl, geschrotete Leinsamen oder auch Walnüsse gedeckt werden.

Ich bekenne mich auf jeden Fall schuldig, zu viele gesättigte Fette zu essen. Als flüssige Öle haben wir sowieso nur Oliven- und Rapsöl da, aber sehr viele vegane Produkte, z. B. Aufstriche, auf Basis von Sonnenblumenöl hergestellt sind, kann täglich ein Esslöffel Leinöl zur Ergänzung ja nicht schaden. Das Rohkost-Leinöl von Keimling wird direkt vor dem Versand frisch gepresst und ist dann gekühlt drei Wochen haltbar - ich muss allerdings zugeben, dass ich es auch so weiter esse. Da Leinöl nicht zum Erhitzen geeignet ist, habe ich es bisher nicht geschafft, die Flasche zu leeren. Trotz des doch recht happigen Preises werde ich das Öl wohl nachbestellen, es hat nämlich so gar nicht den unangenehmen Geschmack der Leinöle, die ich bisher gekauft und probiert habe.


Das zweite Produkt, das ich mir ausgesucht habe, ist ein veganes Fertiggericht: "TischleinDeckDich", eine Mischung aus Quinoa, Hirse und getrocknetem Gemüse, bio und außerdem glutenfrei. Gerade, wenn es stressig wird, neige ich nämlich blöderweise dazu, meine Ernährung zu vernachlässigen. Da kam mir diese Mischung gerade recht:


Mittlerweile hat sie mich schon mehrfach vor dem mittäglichen Fastfoodverzehr gerettet. Ganz plump mit Wasser aufgekocht, gesalzen und mit etwas Leinöl gemischt sieht das Ganze dann so aus:


Im Prinzip eine Art Brei. Sehr lecker und macht auch satt. Außerdem kann der Brei noch prima gepimpt werden, wie ihr auf der Verpackung sehen könnt. Die Frage ist, ob der Preis mit knapp 10 Euro für 400 g nicht etwas hoch ist - andererseits sind in der Packung fünf bis acht Portionen enthalten, und das, was ich sonst stattdessen essen würde, wäre auch nicht unbedingt billiger. Bequemlichkeit hat ihren Preis.



Das letzte Produkt, das Keimling mir geschickt hat, ist der Matcha Premium von Izumi, der sich nicht nur zum Kochen und Backen (meine bevorzugte Verwendung), sondern auch zur Zubereitung als Getränk eignet. Die Bewertung der Qualität habe ich daher in die Hände einer Freundin gelegt, die in der Zubereitung von Matcha deutlich mehr Erfahrung hat als ich:

Ich habe gestern natürlich gleich, als der Matcha eintraf und habe Haselnussmilch zusammen mit Mandelmilch aufgeschäumt, denn das gibt einen grandiosen süßen und leckeren Milchschaum!
Den frisch eingetroffenen Matcha hab ich anschließend nach Anweisung angerührt. Ich hoffe ja immer noch, dass ich irgendwann einen Matcha hinbekomme der die typischen 3 Farbstufen des Latte Macchiato hat, naja wie gesagt, gelingt bisher noch nicht so ganz, aber es schmeckt um so besser!
Wenn ich es noch süßer haben möchte, rühre ich Matcha mit Agavendicksaft an. Ich vertrage Matcha sehr gut, besser als Espresso oder Kaffee. Bisher habe ich immer viel grünen Tee getrunken, den ich sehr mag. Aber da ich aufgeschäumte Milch liebe, hat mir oft der letzte Kick gefehlt, bis ich dann Matcha mit aufgeschäumter Milch entdeckte! Pflanzenmilch wie Soja-, Mandel- oder Haselnussmilch kann man problemlos in handelsüblichen Milchhaufschäumern aufschäumen.
Der Geschmack des Keimling-Matchas ist übrigens wie angekündigt sehr mild und angenehm!


Auch dieses Produkt hat sich also gelohnt, wird für mich allerdings ein Luxusprodukt bleiben.

Herzlichen Dank an Keimling für das Paket!

*Biesalski, Hans Konrad; Grimm, Peter (2004): Taschenatlas der Ernährung. 3., erweiterte und aktualisierte Auflage. Stuttgart/New York: Thieme.

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