Sonntag, 6. Juli 2014

Gewinner und Blogpause

Die Gewinner der Zeitschriftenverlosung stehen fest! Sie haben eine Mail erhalten, und ich hoffe auf baldige Antwort mit den Adressen.

Ansonsten möchte ich eine vorläufige Blogpause ankündigen. Ich bin derzeit dabei, die Zahl meiner laufenden Projekte zurückzuschrauben, um Zeit für Sebastian, für's Kochen, für den Garten, für die Hasen und die Katzen und für verschiedene gesundheitliche Probleme zu finden. Oh, und für mich natürlich auch. Man liest sich! Spätestens zum veganen Adventskalenderwichteln bin ich wieder da.

Freitag, 4. Juli 2014

Rezension: "Start vegan! Die Kochschule" von Rose Marie Donhauser


Ich war einigermaßen erstaunt, als vor einigen Wochen ein dicker Umschlag aus dem Hause blv in unserem Briefkasten lag, darin "Vegetarisch kreativ"* von Dusko Flieder und "Start vegan! Die Kochschule"* von Rose Marie Donhauser. Nun ist dieser Blog nicht der richtige, um ein vegetarisches Kochbuch zu besprechen, aber ein veganes passt natürlich allemal.

Der Inhalt


Das Buch beginnt mit einem Vorwort und dann mit allerlei Interviews: mit dem Küchenchef vom „La Mano Verde“, von dem auch einige Rezepte enthalten sind, mit der vegan lebenden Schauspielerin Marion Kracht, mit einer Ärztin… Empfohlen wird, nach dem „Regenbogenprinzip“ zu essen, also innerhalb einer Woche so bunt wie die Farben eines Regenbogens. Eine nette Vorstellung.

Weniger nett: die schwammige Aussage, dass es sich „lohnt […], in ein gutes Vitamin B-Präparat zu investieren“. Ich kann ja verstehen, dass Nahrungsergänzungsmittel eher kritisch gesehen werden, aber Stand der Wissenschaft ist nun mal, dass Veganer auf jeden Fall Vitamin B12 supplementieren sollten. Kochbücher, die sich mit den ernährungswissenschaftlichen Hintergründen einer veganen Ernährung beschäftigen, sollten das auch so direkt sagen, dafür ist ein Mangel an Vitamin B12 einfach zu gefährlich. Aber gut. Das schreibe ich in so gut wie jeder Rezension.

Anschließend folgt unter anderem eine lange Liste veganer Zutaten – sicher sehr nett für Neulinge. Dann kommen einige Grundrezepte, die für mich eher willkürlich zusammengestellt wirken (Quetschkartoffeln, Gemüsebrühe, Sesamsalz, Weißbrot,…), aber schadet ja auch nichts. Und dann geht es endlich mit den Rezepten los. Sie sind in folgende Kapitel aufgeteilt:

  • Smoothies und Frühstück
  • Snacks, Löffeleien und kleine Mahlzeiten
  • Frische Salate
  • Rohkost – „living food“
  • Hauptgerichte
  • Süße Veganereien

Den Abschluss bildet ein Rezepte- und Zutatenverzeichnis.

Die Optik


Das Cover des Buches ist neutral gestaltet und kommt komplett ohne Essensfoto aus. Dafür sind innen alle Rezepte bebildert, und die Fotos machen Lust auf’s Nachkochen. Insgesamt wirkt das Buch als Hardcover sehr hochwertig, ist allerdings leider für unser Kochbuchregal durch sein ungewöhnlich hohes Format nicht passend.

Die Rezepte


Inhaltlich war ich von den Rezepten zunächst überrascht. Ich hätte von einer veganen Kochschule erwartet, dass die Zubereitung von Seitan und Tofu angesprochen wird, ebenso wie die Herstellung von veganer Mayonnaise und anderer Basics für die vegane Küche. Davon aber keine Spur – das Buch kommt, abgesehen vom ausführlichen Einleitungsteil, daher wie jedes andere vegane Kochbuch auch

Was das Spektrum der Rezepte angeht, so ist es sehr breit angelegt. Hier könnt ihr euch einiges anschauen und nachkochen, z. B. Weißkohlröllchen mit Mandel-Tomaten oder die Avocado-Vanillesahne aus dem Mano Verde. Hausmannskost sucht man vergeblich. Dafür gibt es viele frische Zutaten, die überwiegend im Supermarkt zu bekommen sind. Auf Ersatzprodukte wird weitgehend verzichtet.


Ich habe mir schon eine Reihe von Rezepten zum Ausprobieren markiert, gereicht hat es bislang leider nur für das Risotto mit grünen Spargelmus. Urteil: empfehlenswert! Ich habe es direkt in meine Kochkurse aufgenommen.

Das Fazit


Ein nettes Buch, dessen Titel ich etwas missverständlich finde. Der Inhalt gefällt mir aber sehr! Insgesamt hat das Buch über 230 Seiten, sodass ich den recht hohen Preis von 29,99 Euro absolut vertretbar finde.

Weitere Rezensionen gibt es unter anderem auf Ab jetzt vegan! und Vegetarian Diaries.
 

Die Autorin


Die gelernte Köchin Rose Marie Dornhauser arbeitet seit Jahren als Kochbuchautorin. Sie hat speziell für das Buch vegan gelebt.


*Affiliate Link

Mittwoch, 2. Juli 2014

Ganz großes Kino: "Live and let live" von Marc Pierschel

Wenn man mich fragt, ob ich irgendwas rezensieren mag, dann sage ich normalerweise nicht nein. So komme ich zu der ein oder anderen Erfahrung, die ich sonst aus Lethargie oder schlicht Geiz heraus nicht gemacht hätte - und das gilt insbesondere für diesen Film. Zum Fernsehen bin ich normalerweise viel zu unruhig und schauen bestenfalls mal ein oder zwei Folgen "Big Bang Theory", einen Zeichentrickfilm oder ein paar Clips von "Upps, die Pannenshow" (ich liebe die Tiervideos!), bevor es mich schon wieder von der Couch zieht.

"Live and let live" hätte dementsprechend meine Aufmerksamkeit überhaupt nicht auf sich gezogen, wenn Marc Pierschel mir nicht ein Rezensionsexemplar geschickt hätte. Es hat dann auch einige Zeit gedauert, bis ich mich hingesetzt hatte und ihn anschauen wollte, aber am Samstag war das Wetter so regnerisch, dass sich das regelrecht angeboten hat. Weiteres Plus: Sebastian hatte ebenfalls Zeit und hat mir Gesellschaft geleistet.

Das Fazit direkt am Anfang: Uns beiden hat der Film sehr gut gefallen. Mit 80 Minuten ist er nicht zu lang, sondern schön kurzweilig, aber dennoch lang genug, um alle wichtigen Aspekte unterzubringen. Hier könnt ihr euch den Trailer anschauen:


Der Film besteht komplett aus Interviews: mit VeganerInnen, mit Tierrechtlern, mit Wissenschaftlern, die sich auf philosophischer oder ernährungswissenschaftlicher Ebene mit Veganismus auseinandersetzen, mit den Inhabern von Hof Butenland, einem veganen Profisportler, einem veganen Koch und mit einer Vielzahl von anderen Personen, die etwas Interessantes zum Thema beizutragen haben. Normalerweise mag ich es lieber, wenn Dokumentationen kommentiert sind, aber ich war positiv überrascht, wie gut der Zusammenschnitt der Interviews die komplette Bandbreite an veganen Themen (persönliche Gründe, Gesundheit, ethische Aspekte...) abdeckt. Sehr gut gemacht. Teilweise sind die Interviews mit Filmen/Bildern unterlegt, die zum Thema passen, z. B. mit Recherchefilmen von Tierbefreiern.

Allerdings waren Sebastian und ich uns einig, dass wir den Film nicht einsetzen würden, um Leute zu überzeugen, die sich noch gar keine Gedanken zum veganen Leben gemacht haben. Ein kleiner Grundstock an Wissen sollte schon vorhanden sein. Es schaut wohl auch niemand völlig unbedarft einen veganen Film, von daher passt das schon so.

Kleiner Kritikpunkt: In den Interviews wurde mehrfach betont, dass eine vegane Ernährung bei richtiger Durchführung völlig bedarfsdeckend sei. Kein Wort von der empfohlenen Supplementation von Vitamin B12, was ich persönlich schade bis kritisch finde.

Mein persönliches Schmankerl war dafür die Aussage einer Interviewpartnerin kurz vor Schluss, dass eine vegane Ernährung, die nur Wert auf Tierleidfreiheit, aber keinen Wert auf Menschenleidfreiheit legt (Stichwort Kakaosklaven in Westafrika), inkonsequent sei. Aaaah. Herrlich.

Auch bei der Produktion der Verpackung wurde Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: So wurde kein Plastik verwendet (außer für die Folie, die alles umhüllt), sondern recycelte Pappe. Erhältlich ist der Film in deutscher und englischer Sprache, Untertitel sind in weiteren Sprachen verfügbar. Zu bestellen z. B. über die Webseite, aber auch bei Amazon etc.

Ich kann den Film also nur empfehlen; sei es, um noch einige neue Blickwinkel auf den Veganismus kennenzulernen oder die eigene Motivation mal wieder etwas aufzufrischen.