Dienstag, 11. November 2014

{Rezension} "Peace Food - Vegano Italiano" von Ruediger Dahlke


Und noch eine vegane Buchrezension. Peace Food - Vegano Italiano: Das Kochbuch* von Ruediger Dahlke hatte mich in der Bahnhofsbuchhandlung angelacht, und der GU-Verlag hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Es geht los mit einem laaangen Vorwort, das recht philosophisch die Idylle Italiens, die Wichtigkeit und die gesundheitlichen Vorteile einer veganen Ernährung, die Bezug des Autors zu Italien sowie die Vorzüge der italienischen Küche ausführlich beschreibt. Ich wäre ehrlich gesagt froh gewesen, hätte ich das nicht lesen müssen. Klischee reiht sich an Klischee: Alle Italiener sind total locker und lebensfroh, die italienische Küche ist per se wundervoll und gesund, ganz im Gegensatz zu grauenvollen Ernährungsweise in den USA, und außerdem erhöht der Veganismus den IQ, weil das Blut viel besser fließen kann. Aha. Direkt danach schiebt Dahlke aber nach, dass nicht geklärt sei, ob jetzt eine vegane Ernährung intelligenter mache oder ob die Intelligenteren sich eher vegan ernähren. Intelligenz hin oder her: Überheblich und unsympathisch ist das in jedem Fall, ebenso wie die vielen Hinweise auf die anderen Werke des Autors. Aber man muss das alles ja nicht lesen.

Zum Glück beginnt nach ca. 30 langen Seiten endlich der Rezeptteil, der folgende Kapitel beinhaltet:

  • Antipasti – Vorspeisen
  • Primi piatti – Der erste Gang
  • Seconi piattio & Contorni – Der zweite Gang & Beilagen
  • Dolci – Desserts & Gebäck

Ein Glossar mit Infos zu einigen veganen Zutaten schließt das Buch ab. Obwohl, nicht ganz: ganz am Ende gibt es noch ein Rezeptregister mit den deutschen und italienischen Rezeptnamen. Ein Zutatenindex fehlt leider. Alle Rezepte sind bebildert. Das Buch hat dasselbe Format und ein ähnliches Layout wie Peace Food - Das vegane Kochbuch*. Es ist fest eingebunden und lässt sich gut durchblättern. Die 90 Rezepte auf 192 Seiten kosten 19,90 Euro. Jedes Rezept ist mit einer Portionsangabe versehen sowie mit der Koch- und Zubereitungszeit. Zu vielen Rezepten gibt es darüber hinaus Tipps zur Zutatenbeschaffung, Abwandlung usw. Die Zutaten sind überwiegend im gut sortierten Supermarkt erhältlich. Wie italienisch die Rezepte wirklich sind, kann ich abgesehen von Pasta, Pizza und Risotto nicht beurteilen – ich bin nicht sonderlich reiselustig und zu Hause in der Regel am zufriedensten.

Gefallen tun sie mir dennoch, das sieht man an meiner Nachkochliste:

Bruschetta mit zweierlei Tomaten
Dinkel-Leinsamen-Cracker
Focaccia mit Tomaten
Kichererbsen-Pfannkuchen mit Kürbis
Cremesuppe von Cannellini-Bohnen mit Catalogna
Mediterrane Bohnensuppe
Quinoa-Zuckerschoten-Paprikasalat mit Currysauce
Linseneintopf mit Kastanien
Kürbis-Lauch-Mangold-Pastete
Hirse-Kichererbsen-Bällchen in Sesamkruste
Spaghetti mit Seitan-Ragout und jungem Spinat
Spaghetti-Bolognese mit veganem Parmesan
Schokocreme im knusprigen Teigbecher
Kokos-Mousse
Maronencreme
Birnen-Schokoladen-Muffins
Karotten-Haselnuss-Muffins
Mandelplätzchen schwarz und weiß

Ausprobiert habe ich das hier:


Das Lauchrisotto mit Walnüssen ist mein persönlicher Favorit. Superlecker! Das Rezept habe ich am vergangenen Samstag direkt in einem Kochkurs verwendet, und es hat viel Lob geerntet.


Das Risotto mit Pilzen sah bei mir leider längst nicht so gut aus wie im Buch (aber das ist bei mir ja Standard). Lecker war’s trotzdem.


Von der Idee von Wirsing-Muffins mit Mohn war ich eigentlich sehr begeistert, essen konnte ich sie jedoch am Ende nicht, weil ich von der Konsistenz würgen musste. Schade, denn der Geschmack war gut.


Die Pancakes mit (bei uns ohne) Haselnusscreme waren leider keine Offenbarung. Hier hätte dem Teig etwas Zucker sicher gut getan.

Fazit

Das Buch enthält viele abwechslungsreiche Rezepte. Einige sind schnell zusammengerührt, bei anderen muss man sich mehr Zeit nehmen. Ich mag die Vielfalt der Zutaten, sodass man auch im Herbst und Winter Rezepte zum Nachkochen findet, und die Ideen, die das Buch liefert. Allerdings würde ich wärmstens empfehlen, das Vorwort zu überlesen.

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Was haltet ihr von "Vegano italiano"? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Kommentare:

  1. Hallo Carola,
    dankeschön für die Rezension, die du wie immer sehr klar aufgebaut hast!
    Die Rezepte klingen soweit schon ganz gut, aber schon allein ein derart klischeelastiges Vorwort würde mich total abschrecken. Dazu kommt natürlich noch die Tatsache, dass es sich bei dem Autor vermutlich um DEN Ruediger Dahlke handelt, der Lichtnahrung propagiert, durch Esoterik auffällt und mit sehr zweifelhafte Ansichten zu Themen wie Mobbing (Stichwort: victim blaming) glänzt. Da ich ab einer gewissen Grenze Persönlichkeit und Werk nicht mehr trennen kann und möchte, würde ich das Buch also auf keinen Fall kaufen, um weder Verlag noch Autor daran etwas verdienen zu lassen.

    Alles Liebe
    Natalie

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  2. Hallo Carola,
    bis auf den Quinoa-Zuckerschoten-Paprikasalat und die Muffins haben die Gerichte alle einen sehr italienischen Touch. Den Pancakes hätte die Haselnusscreme wahrscheinlich die Darseinsberechtigung im Buch geben sollen (auf italienischen Bauernmärkten werden Cremes von allen Nusssorten angeboten - auch vegan). Man merkt, dass der Autor sich in der italienischen Küche auskennt, wenn sogar Rezepte für Cracker dabei sind. Wie einfach oder kompliziert sind denn jeweils die Zutatenlisten der Rezepte gestaltet? Und für welche Zutaten gibt es die Tipps zur Beschaffung?
    Herzlichen Dank für die Rezension
    Magdalena

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    1. Hallo Magdalena,
      ich mag kein Nussmus mi Bröckchen, und feines schafft mein Mixer nicht ;) Daher lieber Verzicht. Die Zutatenlisten sind im Schnitt so 10 bis 12 Zutaten lang. Das meiste ist eher unkompliziertes Zeug. Es sind jedoch einige speziell italienische Zutaten dabei, z. B. Bohnen, Linsen oder Catalogna. Für letzteren werden z. B. türkische oder griechische Lebensmittelläden empfohlen und als Ersatz Endivien, Chicorée, Mangold oder Spinat. Bei einer bunten Reismischung wird auf den Bioladen verwiesen.

      Liebe Grüße
      Carola

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  3. Das Lauch-Walnuss Risotto möchte ich die Woche auch nachkochen. Nach dem ersten Durchblättern waren es tatsächlich nur 5 Rezepte, die ich wirklich mal nachkochen möchte, wobei man da sagen muss, das ich ein sehr wählerischer Esser bin. Auf jeden Fall bin ich mal gespannt wie die Gerichte dann letztendlich schmecken :)

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  4. Hi Carola!

    Ich stand auch vor dem Buch und habe es nicht gekauft, auch wenn ich italienische Küche wirklich mag und die Bilder der Hammer sind.

    Ich mag Dahlkes Ansichten einfach nicht, zudem war bei dem Peace Food-Kochbuch Honig dabei, weil er ja im totalem Einklang dank eigenem Imker mit den Bienen lebt. Daher kann man deren Honig ja verwenden. Für mich ein No-Go :-D

    Grüßle
    Mephi von tofUTOPIA

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