Montag, 3. November 2014

{Rezension} "Jeden Tag vegan genießen" von Mäggi Kokta


Bücher rezensiere ich ja immer gern, und diesmal habe ich wieder eins vom Löwenzahn-Verlag erhalten: Jeden Tag vegan genießen* von Mäggi Kokta, 154 Seiten, erhältlich zum Preis von 17,95 Euro.

Mein erster Eindruck vom Buch war sehr gut: Es handelt sich um ein Hardcover, das sich gut durchblättern lässt. Alle Rezepte sind appetitlich bebildert. Pluspunkt! Und der Inhalt?

Nach einem Sammelsurium von allgemeinen Hinweise zu den Rezepten sowie zur Küchenausstattung und zu Gewohnheiten der Autorin folgt ein gut gemachtes Kapitel zu Ersatzprodukten. Dann gibt es Vorschläge für eine bio-vegane Vorratskammer, die mich allerdings etwas erschlagen hat. Welcher „kleine Haushalt“ verbraucht denn bitte 8 Liter Pflanzenmilch und 500 g Nussmus in 1 bis 2 Wochen? Neuveganer sollten sich hier besser selbst rantasten, würde ich sagen.

Danach gibt es noch eine Seite mit Antworten auf Fragen, die Veganern so gestellt werden. Die hätte sich die Autorin besser gespart. Denn: Eine Vitamin-B12-Supplementation wird dort als überflüssig dargestellt, Frischkost und ungewaschenes Gemüse reichten aus. Da könnte ich explodieren. Ein Vitamin-B12-Mangel ist gefährlich, und der Stand der Wissenschaft ist, dass Veganer auf jeden Fall supplementieren sollten – egal, was Kochbuchautoren „ihres Erachtens nach“ davon halten.

Die Rezepte 


Zum Glück geht es danach endlich mit dem Rezeptteil los, und der hält, was der Untertitel des Buches verspricht: „Biologisch. Saisonal. Kreativ.“

Getreu diesem Motto erfolgt dann auch die Einteilung der Rezepte in Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Der Frühling ist dabei etwas schwach bestückt: Außer frischen Kräutern findet sich z. B. auch eine Schokomousse mit eingelegten Kirschen. Aber das Gemüse muss ja auch erst mal wachsen. Ansonsten habe ich bis auf Gurken im Herbst und Paprika im Winter tatsächlich nur saisonale Zutaten entdeckt. Wirklich schön, denn das regt dazu an, sich tatsächlich einmal mit den Gemüsen der Saison zu beschäftigen (auch wenn aus unerfindlichen Gründen der Spargel fehlt…). Die Rezepte sind dabei tatsächlich so kreativ wie versprochen. Und dass die Autorin viel Wert auf Bioprodukte legt, betont sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Soja wird wenig verwendet, auch Fertigprodukte wie veganer Blätterteig kommen eher selten zum Einsatz, und mit Ausnahme von Hafercuisine und Reissirup sind die meisten Zutaten im gut sortierten Supermarkt erhältlich.

Nach mehrmaligem Durchblättern des Buches steht jetzt unter anderem noch Folgendes auf meiner Nachkochliste:

Haferflockenbratlinge mit Schnittlauchcreme
Pilzgulasch mit Erdäpfelknödeln
Mangoldsuppe mit gebratenen Erdäpfelwürfeln
Hirselaibchen auf Blattsalat
Sonnenblumen-Orangen-Cantuccini

Ausprobiert habe ich natürlich auch schon einiges. Die Hokkaido-Erdäpfel-Suppe mit Ingwer, die deutlich besser war als alle Kürbissuppen, die ich bisher selbst gekocht habe, hat es leider nicht auf ein Foto geschafft.


Vollwertig und wenig süß kommen die Dinkel-Koriander-Muffins daher. Nach Kuchen schmecken sie trotzdem – das fehlt mir bei einigen vollwertigen Rezepten. Und die Koriandernote ist auch sehr lecker. Daumen hoch!


Den Orangensalat mit Crunchies musste ich etwas abwandeln. Da ich keine Sonnenblumenkerne mehr hatte, habe ich einfach Mohn für die Crunchies verwendet, was auch gut gepasst hat. Brauche ich jetzt nicht jeden Tag zum Frühstück, ist zur Abwechslung aber nett.

Ach, übrigens: Alle Rezepte sind am Ende alphabetisch sortiert. Einen Zutatenindex gibt es leider nicht.

Fazit


Wer auf der Suche nach interessanten, abwechslungsreichen und saisonalen Rezepten ist, wird in diesem Buch auf jeden Fall fündig. Aber bitte, bitte lest euch Ernährungsinfos anderswo an.

Eine weitere Rezension findet ihr bei Mausflaus.

Infos zur Autorin


Mäggi Kokta ist Eigentümerin eines bioveganen Internetversands. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.


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