Mittwoch, 23. April 2014

Abschied - mal wieder


Mitte Januar hatte ich euch ja von Moritz erzählt, dem alten, nahezu blinden und tauben Katzenopa mit nur einem Auge. Mitte Februar mussten wir ihn schon wieder gehen lassen. Dabei waren die ersten Tage so schön: Nachdem er sich halbwegs orientieren konnte, hatte er den Ofen im Wohnzimmer für sich entdeckt und ließ sich begeistert schmusen. Nur die notwendigen Bürstarbeiten waren nicht ganz so sein Fall.



Aber die ruhigen Momente wurden schnell weniger. Ein paarmal, als ich nachts aufstand, um nach ihm zu schauen, gab er tatsächlich noch Köpfchen, aber das war es dann auch schon. Ansonsten verbrachte er seine Tage damit, im Kreis zu laufen: gegen den Wohnzimmerschrank, gegen die Heizung, gegen den Couchtisch, gegen den Wohnzimmerschrank... Keine Chance, ihn da rauszuholen. Wir vermuten im Nachhinein, dass der Tumor, der ihn schon sein Auge gekostet hatte, auch im Gehirn saß. Beim ersten Tierarztbesuch, ursprünglich wegen einer Entzündung über der OP-Narbe, halfen die Schmerzmittel noch ein Weilchen, beim zweiten Mal dann leider nicht mehr. Nach einer durchwachten Nacht mit einem Kater, der nur noch durch die Gegend lief und nicht mehr schlief und fraß, nicht mal seine sonst so geliebte Katzenmilch, mussten wir dann die traurige Entscheidung treffen, dass es wohl keinen Sinn mehr hatte.


Sebastian war nicht da und hatte das Auto mit, daher war seine Cousine so nett, Moritz und mich am Sonntagmorgen zum Tierarzt zu fahren. Unser Mohrchen wollte trotz allem nicht gehen, das hat man gemerkt. Ich fühle mich jetzt noch manchmal, als hätte ich ihn umgebracht (und weine schon wieder. Wie sehr man doch um eine Katze trauern kann, mit der man gerade einmal vier Wochen gelebt hat...).

Seine letzte Ruhestätte hat er im Rosenbeet unter dem Pfirsichbaum gefunden. Das schien uns ein schöner Platz für einen Kater, der sich zwar kaum noch putzen konnte, aber trotzdem immer ganz wundervoll roch. Ich habe noch nie eine so gut riechende Katze getroffen! Manchmal habe ich ihn auf den Arm genommen, einfach, um meine Nase in sein Fell zu drücken. Moritz muss sich wohl öfter gedacht haben, dass Menschen doch bisweilen etwas merkwürdig sind.


Die ersten Tage ohne ihn waren furchtbar leer. Schön fand ich, wie sehr die Mitarbeiterinnen des Katzenhauses, aus dem wir Moritz bekommen haben, an seinem Schicksal Anteil genommen haben. Er ist dort auch auf der Homepage verewigt, und ich hoffe einfach, dass er gemerkt hat, wie lieb wir ihn hatten und wie gern wir ihn noch länger bei uns behalten hätten. Seinen Platz an unserer Familienfotowand hat er längst gefunden. Mach's gut, Moppelchen.

Kommentare:

  1. Das tut mir so leid! Ich bin mir sicher dass er weiss wie viel er Euch bedeutet!

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  2. Schön, dass Moritz bei Euch ein schönes Plätzchen gefunden hatte, um in Würde ins Regenbogenland hinüberzugehen ... schade, dass die Zeit für Euch so kurz war :'(

    Auf leisen Pfoten kommen sie wie Boten der Stille, und sacht, ganz sacht, schleichen sie in unser Herz und besetzen es für immer mit aller Macht.
    ~ Eleonore Gualdi ~

    Alles Gute ... Steffi
    http://www.tiersterne.de/tierstern/stern.php?tierid=9007

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  3. Das tut mir sehr leid für Euch! Auch wenn Moritz nicht lange bei Euch war, habt ihr ihn ins Herz geschlossen und in EUre Familie aufgenommen. Es ist schwer, ein Familienmitglied gehen zu lassen, aber ich finde es toll, dass es bei Euch schöne letzte Wochen/Monate hatte und in Frieden seinen Lebensabend verbringen konnte.Ich wünsche Euch alles Liebe und viel Kraft in der traurigen Zeit!

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  4. Eine ganz liebe Umarmung von Herzen! <3 <3 <3

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  5. Ruhe in Frieden, du wunderschöner, freundlicher Kerl... :(

    "how terrible it is to love something that death can touch"

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  6. Toll, dass er bei euch wenigstens noch für die letzte Zeit ein Zuhause hatte! Ich finde es bewundernswert, dass ihr euch eine ältere Katze aus dem Tierheim geholt habt, das war toll - auch wenn es leider so schnell wieder Herzschmerz gab.

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