Sonntag, 30. März 2014

{Rezension} "Schnelle vegane Küche: sojafrei & einfach" von Daniela Friedl (mit Rezept)


Eigentlich esse ich ja gerne gesund und gut. Und eigentlich koche ich auch gern. Eigentlich. Aber häufig bin ich dann abends doch zu müde, Gemüseschnippeln gehört sowieso nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, und so landet oft genug Müll auf meinem Teller. Einige Anregungen, wie ich schnell gekochte, aber dennoch gesunde Mahlzeiten auf den Tisch bekommen kann, erhoffte ich mir von Daniela Friedls neuem Buch "Schnelle vegane Küche: sojafrei & einfach*", das mir der freya-Verlag kostenlos für eine Rezension zur Verfügung stellte.

Ein Foto für jedes Gericht


Das Buch (133 Seiten, 14,90 Euro) kommt broschiert daher und fühlt sich hochwertig an. Das Cover wird von einem Zucchini-Kichererbsen-Türmchen geziert, das dann auch im Rezeptteil vorkommt. Jedes Gericht ist mit einem appetitlichen Foto versehen - ich mag es ja sehr, wenn das der Fall ist, dann kann ich mir gleich viel besser vorstellen, was ich da eigentlich koche. Zu jedem Gericht ist angegeben, für wie viele Personen die Mengen gedacht sind und wie lang die Zubereitungszeit ist. Zutatenliste und Anweisungen für die Zubereitung sind kurz und übersichtlich, persönliche Anekdoten, wie sie sich in so vielen Koch- und Backbüchern finden, fehlen. Ich persönlich finde das sehr angenehm, denn auf mich wirken die Erzählungen, dass das Keksrezept von Großtante Amanda einfach das beste war und daher unbedingt veganisiert werden musste, immer etwas gekünstelt.

Warum Soja schaden kann und wo Stolperfallen lauern


Erst einmal geht es jedoch mit einer Erläuterung los, warum Daniela Friedl explizit sojafreie Gerichte ausgewählt hat. Sehr sympathisch hier: kein Dogmatismus, sondern die Darstellung der derzeitigen Forschungslage: Es gibt Hinweise darauf, dass Soja gesundheitsfördernden Wirkungen hat, und andere Studien, die das Gegenteil besagen. Daniela Friedls Fazit ist daher: Man kann ja auch einfach mal ohne kochen. Dem würde ich so zustimmen, auch wenn ich generell nichts gegen Soja habe.

Dann folgen einige kurze Infos zu Zutaten in der veganen Küche und Stolperfallen beim Einkaufen. Warum Hanfdrink als Pflanzendrink hier besonders hervorgehoben wird, erschließt sich mir nicht völlig, schadet ja aber auch nicht. Schön finde ich die Hinweise darauf, dass z. B. Wein nicht unbedingt vegan sein muss. So etwas habe ich in den Kochbüchern, die ich sonst so besitze, noch nie gelesen.

Rezepte und Zutaten


Nach dem Vorgeplänkel gibt es nun endlich 52 Rezepte (Inhaltsverzeichnis bei Amazon*, die in Aufstriche, Pesto, Suppen, Häppchen, Salate, komplette Gerichte und Süßes eingeteilt sind. Einfach sind sie wahrlich: Die Zutatenlisten sind kurz, und die meisten Zutaten (mit Ausnahme von z. B. Mandelmus und dem schon erwähnten Hanfdrink) sind in jedem Supermarkt erhältlich. Wohl, damit das Kochen schnell geht, kommen sehr viele Lebensmittel aus Dose oder Glas zum Einsatz. So ist trotz hohem Gemüseanteil der Rezepte der Rohkostanteil oft eher gering, hier könnte man sicher noch mit einem frischen Salat ausgleichen. Vor Weißmehl hat die Autorin ebenfalls keine Angst - wer das nicht mag, muss sich selbst Gedanken machen, mir passt es ganz gut in den Kram. Was meiner Meinung nach teilweise verbesserungswürdig wäre, sind die Mengenangaben: "1 Dose" finde ich eher unpräzise, auch wenn ich mir denken kann, welche Größe vermutlich gemeint ist.

Was die Kochanleitungen angeht, können sich auch Kochanfänger beruhigt zurücklehnen: Besondere Kenntnisse sind nicht gefragt, ebenso wenig wie eine besondere Küchenausstattung. Einen Pürierstab sollte man aber schon haben. Manchmal sind die Anweisungen aber etwas ungenau - oder auch wieder die Zutatenliste, das bleibt z. B. bei der Angabe "1 Packung Yufkateigblätter (dreieckig)" unklar. Bei der Teigblattform gab es leider in unserem Supermarkt nicht viel Auswahl, und wir mussten uns dann selbst zusammenreimen, welche Größe die Dreiecke wohl am besten haben sollten. So hatten wir dann am Ende deutlich mehr als die "maximal 30 Minuten Zubereitungszeit" zu tun.

Warum vegan?


Das Buch schließt ab mit einer Erklärung, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, vegan zu leben. Hier gefällt mir sehr gut, dass nicht die üblichen Punkte (Tierrechte, Ökologie, Ernährungssicherheit, Gesundheit) heruntergebetet werden, sondern dass an konkreten Produkten (Fleisch, Milch, Eier, Honig, Daunen...) deutlich gemacht wird, wie Tiere ausgebeutet werden. Das wirkt auf mich handfest und argumentativ schlüssig.

Wie hat's geschmeckt?


Natürlich habe ich auch einige Rezepte ausprobiert, und zwar die Zigarren mit Bohnencreme, den deftigen Bohneneintopf und den gebratenen Erdnussreis.


Bei den Zigarren mit Bohnencreme hatten wir, wie schon berichtet, etwas Probleme mit der Zubereitung. Sie waren im Endeffekt ganz ok, definitiv sättigend, aber kein Brüller. Mir hat auch ein wenig ein Kräuterquark o. Ä. dazu gefehlt, so war das Ganze eine doch sehr trockene Angelegenheit. Sesam und Schwarzkümmelsamen hatten wir an dem Sonntag, an dem wir die Zigarren nachgekocht haben, leider nicht da, sodass mein Foto etwas langweilig aussieht. Die Originale sind nämlich damit bestreut. Hier für euch das Rezept:

Zigarren mit Bohnencreme

Zutaten (für 4 Personen)

500 g weiße Bohnen (aus der Dose)
1 Packung Yufkateigblätter (dreieckig)
etwas pflanzliche Milch
2 Knoblauchzehen
Salz
Pfeffer
Sesam
Schwarzkümmelsamen

Das Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Die Bohnen zusammen mit den geschälten Knoblauchzehen fein pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Yufkateigblätter mit etwas Milch bepinseln und anschließend einen Teelöffel der Bohnencreme auf der unteren, langen Seite der Blätter verteilen. Die Ecken einschlagen und die Blätter nach obenhin einrollen. Die Röllchen nochmals mit Milch bepinseln und in einer Mischung aus Sesam und Schwarzkümmelsamen wälzen. Den Vorgang so lange wiederholen, bis alle Teigblätter aufgebraucht sind.
Die Röllchen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und ca. 10 Minuten lang goldgelb backen.



Der gebratene Erdnussreis dagegen war total mein Fall. Ich habe etwas mehr Erdnussmus und auch mehr Erdnüsse verwendet, und es war sooo lecker! Noch geringer wurde die Zubereitungszeit für mich dadurch, dass ich den Reis schon fertig gekocht eingefroren hatte. Das gibt es definitiv wieder!

Vom deftigen Bohneneintopf habe ich leider kein Foto gemacht, aber auch er hat mir sehr gut geschmeckt. Ebenfalls wiederholenswert, vor allem, da es sich hier um ein perfektes Mikrowellengericht handelt.

Fazit


Das Buch erfüllt die selbst gesteckten Ansprüche, ist für Anfänger gut geeignet und auch für Leute, die wie ich Wert darauf legen, schnell zu kochen. Für Gesundheitsapostel, die extrem viel Wert auf frische Zutaten und Vollwertkost legen, würde ich es nur bedingt empfehlen, und ehrlich gesagt hätte ich auch ein wenig Bedenken, Rezepte aus diesem Buch für vegan-skeptische Omnis zu kochen. Aber dafür sind ja andere Bücher da. Dieses hier ist in jedem Fall eine Bereicherung für mein Kochbuchregal.

Die Autorin


Daniela Friedl, Jahrgang 1984, ist eine österreichische Sportjournalistin und hat sich der veganen Hausmannskost verschrieben. Sie lebt seit dem Jahr 2009 vegan.


Details im Überblick:
Daniela Friedl: Schnelle vegane Küche: sojafrei & einfach.
Freya-Verlag, 2014, 14,90 Euro
ISBN: 3990251155

*Affiliate Link

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