Montag, 30. Dezember 2013

"Beichtpost": Ich lebe nicht mehr vegan.

So. Damit ist es raus. Was? Siehe Überschrift. Von meinen Zweifeln am veganen Leben hatte ich ja im August schon berichtet, dann aber eigentlich den Vorsatz gefasst, es noch einmal zu versuchen. Aber es wurde und wurde nicht besser. Im November habe ich mich dann entschieden, mich nicht mehr Veganerin zu nennen. Ich denke einfach, dass das der ehrliche Weg ist. Die ein oder andere Ausnahme gab es ja sowieso immer mal wieder:
  • als ich z. B. im vorletzten Sommer eine Woche lang unvegane Herrencreme zu jeder Mahlzeit gelöffelt habe, weil von der Hochzeit meiner Mutter noch so viele Reste übrig waren und wir nicht schüsselweise Nachtisch wegwerfen wollten,
  • als ich für meine eigene Hochzeit Lederschuhe gekauft habe, weil ich keine vegane Alternative gefunden habe, die meinen Anforderungen genügt hätte (schwarz, wenig Absatz, aber auch nicht ganz flach, genug Halt für einen schmalen Fuß, nicht total billig verarbeitet, aber auch mit einem Preis unter 100 Euro),
  • als ich mir im September bei der Feldarbeit mit einem Kilo Abnahme pro drei Tagen nicht mehr anders zu helfen wusste als mit Käsebroten, weil ich mit dem Essen nicht mehr nachkam,
  • ...
Natürlich hätte es für all diese Probleme sicher irgendeine vegane Lösung gegeben. Dass es (fast) immer eine gibt, klang ja auch in einigen Kommentaren zu meinem oben verlinkten Post an, und ich weiß das auch. Aber: Ich will diese Lösung nicht mehr immer finden müssen. Ich sage nicht, dass ein veganes Leben unmöglich ist. Das ist immer von der Person abhängig, die diesen Weg einschlägt. Aber ich kann und will ihn nicht mehr so kompromisslos gehen. Mich hat er fast schon krank gemacht. Nicht körperlich, sondern seelisch - durch den Druck, den ich mir selbst aufgebaut habe. Es ist gut, wenn andere diesen Druck nicht als solchen, sondern als Herausforderung und Bereicherung wahrnehmen. Mir ging es leider nicht so.

Das schmerzt, weil sich an den Gründen, aus denen ich ursprünglich vegan wurde, ja nichts geändert hat und sogar noch einige, z. B. gesundheitliche, Pro-Argumente hinzugekommen sind. Aber das nützt ja alles nichts, wenn ich nicht mehr das Gefühl habe, überhaupt zu leben. Seit Ende November hat sich auf der einen Seite sehr viel und auf der anderen Seite sehr wenig verändert.

Sehr viel, weil es mir einfach wieder gut geht und ich meine Lebensfreude zurückgewonnen habe. Ich hätte vorher nie vermutet, dass es tatsächlich das möglichst kompromisslos vegane Leben ist, das mich so niedergedrückt hat.

Wahrscheinlich spielt dabei natürlich auch eine Rolle, dass ich schon lange nicht mehr den Anspruch hatte, "nur" vegan zu leben. Fair, palmöl- und plastikfrei sollte es bitte auch noch sein, und so war das schlechte Gewissen mein ständiger Begleiter. Auch diese Ansprüche habe ich heruntergeschraubt. Ich achte noch darauf, mache mich aber auch selbst nicht mehr für Ausnahmen fertig.

Natürlich ist dafür Verdrängung nötig. Die ist aber auch erforderlich, wenn man um die Palmölproblematik weiß und weiter Margarine verwendet oder die Reportagen über die Kindersklaven auf Kakaoplantagen kennt, aber trotzdem bei Kakao und Schokolade nur auf den Preis achtet. Ich bewundere hier ehrlich jeden, der in allen Punkten konsequent sein kann. Meine Willenskraft reicht dafür leider nicht aus.

Sehr wenig hat sich dagegen in meinem Alltag geändert. Die Entscheidung gegen den möglichst perfekten Veganismus bedeutet ja nicht, dass jetzt plötzlich wieder Fleisch, Eier, Käse und andere Milchprodukte in Massen in unserem Kühlschrank aufgetaucht wären. Eigentlich läuft alles weiter wie bisher, bis auf dass ich mir Ausnahmen erlaube.

Interessanter Effekt Nummer 1: Während ich sonst oft neidisch auf Sebastians Würstchen geschielt habe (denn die Lust auf Fleisch habe ich leider nie verloren, und so lecker Fleischersatzprodukte sind, sie sind einfach nicht dasselbe), ist es mir jetzt meist total egal, was er isst - ich dürfte ja auch! Will ich dann aber meist gar nicht. Und sollte ich auch nicht, denn:

Interessanter Effekt Nummer 2: Ich vertrage vieles nicht mehr so gut. Milchprodukte liegen mir oft dermaßen schwer im Magen, dass ich das Zeug schon deswegen gar nicht mehr bzw. nur in kleinen Mengen essenmag.

Beides darf bitte auch gerne so bleiben.

Warum ich das überhaupt thematisiere? Weil ich ehrlich sein will. Und warum erst jetzt? Weil ich mir sicher sein wollte, wie mein weiterer Weg aussieht: so vegan wie möglich, aber nicht veganer, als es mir selbst gut tut.

P.S.: Auf twoodledrum bleibt aber alles beim Alten. 

Kommentare:

  1. Finde ich gut, dass du so ehrlich bist. Klar ist veganes Leben nicht einfach, das ist nachvollziehbar. Und da du den Weg einschlägst, der DICH glücklich macht, kann dir auch niemand etwas schlechtes nachrufen. "So vegan wie möglich" ist ja immernoch um einiges besser als die Durchschnittsbürger, die Fleisch und Milchprodukte en masse verzehren. Und ich finde es auch wirklich gut, dass dein Blog weiterhin vegan bleibt.
    Liebste Grüße, Lynelle.

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    1. Hallo Lynelle,
      besser ja, aber ich mache mir natürlich Gedanken um die Außenwirkung. Ist das jetzt wieder eine Bestätigung dafür, dass vegan nicht funktioniert? Aber andererseits nützt es ja nichts, die Ausnahmen hätte ich früher oder später sowieso gemacht und mich dann unter dem Label "vegan" nur wie eine Heuchlerin gefühlt. Dann lieber direkt unvegan.
      Liebe Grüße
      Carola

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  2. Liebe Carola,

    ein interessanter und lobenswert ehrlicher Post. Ich freue mich, dass es dir mit deiner Entscheidung viel besser geht und du einen Weg für dich gefunden hast. Das meiste könnte ich auch so unterschrieben, besonders dein letzter Satz vor dem P.S.
    Ich bin auch davon abgekommen, mich Veganerin zu nennen. Meist beschreibe ich das in der Art: ich ernähre mich so pflanzlich wie möglich. Das hängt aber auch mit all den "militanten" Veganern zusammen, mit denen ich mich nicht in einen Topf werfen lassen möchte.

    Liebe Grüße
    Federchen

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    1. Hallo Federchen,
      "so pflanzlich wie möglich" ist eine schöne Umschreibung. Wobei man eben aufpassen muss, dass "möglich" nicht zu sehr aufweicht, finde ich. Ich möchte schon gern vermeiden, dass es so klingt, als sei ein veganes Leben generell unmöglich. Das diskreditiert ja wiederum alle, die sich sehr viel Mühe mit den Details geben. (Und ja, mir ist schon klar, dass man immer mal was übersieht bzw. auch nicht ändern kann. Ich setze "vegan" jetzt einfach mal gleich "ich beachte alles, was ich weiß und was ich auch rein objektiv beachten kann" - so weit, dass man auf das Bahnfahren verzichten sollte, um sich vegan nennen zu dürfen, würde ich nicht gehen. Aber schon so weit, dass man eben auch in der Bäckerei nach Inhaltsstoffen fragt.
      Liebe Grüße
      Carola

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  3. Liebe Carola,

    ich finde es sehr mutig, das hier so ehrlich zu schreiben.
    Ich finde deine Entscheidung völlig nachvollziehbar, und in Ordnung.
    Wie du schreibst, gibst du deine Werte und Gewohnheiten ja nicht völlig auf, sondern hast dir nur den Druck alles perfekt zu machen genommen.
    Krank werden, und gestresst , das sollte nicht passieren. Damit ist keinem gedient...
    Ich freue mich, das dein Blog bestehen bleibt...
    alles Gute und nen guten Rutsch!

    Jessi

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    1. Hallo Jessi,
      danke für deine lieben Worte :) Komm du auch gut rüber!
      Liebe Grüße
      Carola

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  4. Liebe Carola,

    es freut mich sehr, dass es dir wieder besser geht! Wenn du dafür den Veganismus aufgeben musstest- so what? Du schreibst es ja selbst: du hast dich mit dem ganzen Perfektionismus unglücklich gemacht. Das sollte nicht der Sinn der Sache sein- man sollte sich selbst neben der ganzen Weltverbesserung nicht vergessen. ;-)
    Ich denke, auch eine bewusste vegetarische/omnivore trägt sehr zur Besserung von den verschiedenen Faktoren, die dich zur veganen Ernährung bewegt haben, bei. Du weißt es ja selbst, 100% vegan, fair, plastikfrei ist verdammt schwer und auch eher unmöglich. Von daher freut es mich sehr für dich, dass du für dich diesen Weg gefunden hast, der dich glücklich macht und trotzdem noch viel bewegt!
    Ich finde es auch interessant, dass du schreibst, dass du jetzt nicht mehr neidisch auf den Teller von Sebi schielst! Mir ging das, während ich Veganerin war, auch so. Und auch jetzt noch bemerke ich, je verbissener ich versuche, mich vegan zu ernähren, desto häufiger habe ich unvegane Fressanfälle, bei denen ich dann Sachen esse, die ich sonst wirklich nie essen würde. (Zum Beispiel ganz viel Käse.) Das ist mit ein Grund, wieso ich den Schritt in Richtung konsequentem Veganismus nicht mehr gewagt habe. Weil ich Angst habe, dass das in einem Wust aus Fressanfällen, Selbstvorwürfen und unglücklich sein enden könnte. :(

    Liebe Grüße
    Melissa

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    1. Hallo Melissa,
      ja, das ist bei mir auch so - also dass mit den unveganen Gelüsten. Ich bin generell auch nicht der Typ für Challenges, weil jede Art von absoluter Vorschrift bei mir eigentlich immer ins Gegenteil umschlägt, so wie das, was du beschreibst. Und am Ende schaffe ich es nicht nur nicht, sondern es geht mir auch noch schlecht damit. Das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein.
      Liebe Grüße
      Carola

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  5. Danke für Deine Ehrlichkeit! Das wichtigste ist doch trotz allem, das es einem gut geht, das darf man doch bei allem Wohlwollen und Elend vermeiden nicht vergessen finde ich. Mir geht es da ja ähnlich, ich vesuche seit knapp5 Jahren völlig vegan zu leben, schaffe es aber nicht und irgendwie fühle ich mich deswegen imem rein bisschen unglücklich, zu schwach und als Versager und einen passsenderen Weg fand ich für mich bisher nicht. Genau wie Du sagst, mag ich es am liebsten auch regional, saisonal, plastikfrei, palmölfrei, vegan und und und. Wie soll man das nur schaffen? Man fühlt sich dabei immer als Versager und das kann nicht der richtige Weg sein. Ich bewundere Dich das Du Deinen Weg gefunden hast... mach weiter so und lass uns bitte weiter daran teilhaben! ^^ Danke und alles Liebe, MamaMia

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    1. Liebe MamaMia,
      ja, "Versager" trifft es ganz gut. Bei den anderen sieht es immer so leicht aus, gerade auch in der veganen Blogwelt. Es tut gut, hier zu lesen, dass es auch anderen so geht wie mir. Damit will ich jetzt nicht sagen, dass ich auf mein Nicht-Perfektsein stolz bin, aber es macht es doch erträglicher.
      Liebe Grüße
      Carola

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  6. hi carola,
    niemand ist perfekt! und wer das behauptet, verschweigt dinge oder ist ein meister im selbstbetrug - davon bin ich überzeugt. ich habe es auch sehr oft, daß ich mich gräme, weil ich dies und jenes, von dem ich überzeugt bin, nicht umsetzen kann. mir wird dann immer gesagt: "du kannst nicht die welt retten." nein. das können wir nicht. auch wenn wir es gerne wollten.
    also müssen wir (jede(r) für sich!) einen weg finden, mit dem wir (selber!) leben können und wollen. und wenn jemand mit diesem weg nicht einverstanden ist, dann ist es pech - für den anderen.
    Du machst es gut, wie du es machst! und du hast eines vielen voraus: du bist dabei sogar noch ehrlich :-)
    liebe grüße!

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    1. Hallo elbmöhre,
      ja, vermutlich ist das die Diskrepanz dazwischen, was man von anderen sieht und wie sie tatsächlich sind :) Wobei ich schon glaube, dass viele das leben, was sie nach außen hin zeigen, und ich bewundere alle, die das können - so wie dich :)
      Liebe Grüße
      Carola

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  7. Liebe Carola,

    ich kann deine Argumente gut nachvollziehen. Ich finde es wirklich sehr schön, dass du so ehrlich bist. Nicht jeder kommt damit klar so viele Abstriche zu machen. Mein Liebster (eingeschworener Fleischesser) hat mal für ein halbes Jahr versucht vegetarisch zu leben. Das hat so überhaupt nicht geklappt, denn er stand dann immer vorm Fleischregal im Supermarkt und hat vor sich hingejammert, dass er das alles NIEMALS WIEDER essen könne.
    Bis ich gesagt habe, dass das ja keinen Sinn macht und ihm eine Salamipizza zubereitet habe :-)
    Ich finde, dass jeder so leben soll wie er gerne mag und außerdem wenn man selbst akzeptiert werden will, dann sollte man das auch mit anderen tun.

    Ich wünsch dir alles Gute und freue mich, dass es dir damit so gut geht!

    LG,
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  8. Liebe Carola
    Ich finde diese Entscheidung unglaublich mutig von dir. Nicht unbedingt aufgrund dieses anregenden Posts hier, sondern vielmehr weil du ehrlich zu dir selbst bist. Deine Argumente sind mehr als nachvollziehbar und ich finde es wichtig dass man die eigenen Entscheidungen (und auch alles andere) hinterfragt. Wenn man danach beim gleichen Resultat angelangt ist - umso besser. Wenn das aber nicht der Fall ist, ist man um eine Erkenntnis reicher. Vor allem aber zufriedener.
    Kein Mensch ist perfekt und das sollte man auch nicht von sich selbst verlangen. Genauso wenig wie es einen "perfekten Veganer" gibt. Abgesehen davon stört mich dieses Schubladendenken. Durch den Satz "Ich bin vegan" reduziert man sich aber genau auf diese eine Eigenschaft. Auch wenn man eigentlich viel mehr ist. Wir sind alle unterschiedlich- wie kann dann dasselbe für alle stimmen?

    Alles Liebe
    Selina
    PS: Ich freue mich dass der Blog bestehen bleibt und vor allem auch auf weitere kritische Artikel

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  9. Liebe Carola,
    ich kann mir vorstellen, wie schwer dir der Prozess fiel. Und es ist manchmal echt schwierig - danke für dein Bsp. mit den Schuhen. Ich habe keine veganen, adäquaten Arbeitsschuhe gefunden, und ich war lang auf der Suche. Leidfreiheit sollte einen selbst einschließen. Und ganz ehrlich: Buddha hat irgendwie Recht: Indem wir leben, verursachen wir Leid. Ich finde es gut, dass du bewusste, selbst-bewusste Entscheidungen triffst, anstatt gegen dich zu gehen. Wieviel Leid verursachst du dadurch, dass du gegen dich lebst? Ich finde es schwirieg, Leid aufzuwiegen. Deswegen tue ich es nicht. Ich bin mir sicher, dass du nicht wahllos unvegane Dinge zu dir nimmst und bei aller Unveganitä immer noch schaust, was auf den Teller, dein Gesicht etc. kommt. Was ich sagen will, haben meine Vorposter schon geschrieben. Ich finde es gut, dass du authentisch bleibst, Grenzgänger bleibst. Denn radikal vegan zu sein, ist manchmal vielleicht sogar einfacher, weil man sich nicht angreifbar macht und klare vorgaben hat, anstatt das eine oder andere Mal viell. auch einfach auszuhalten "unperfekt"-menschlich zu sein. Ok, das war jetzt viell. mehr meins, aber dennoch...

    Alles Liebe,
    Frau Momo

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    1. Leidfrei - auch für einen selbst, sehr treffendes Argument.

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    2. Liebe Momo,
      mit der Angreifbarkeit hast du auf jeden Fall recht. Wie soll denn bitte meine Umwelt auf mich reagieren, wenn ich mal Käse esse und mal nicht? Daher werde ich es für andere wohl erst mal bei der Veganschublade belassen, zumindest für einige Leute in meinem Umfeld, die Vegansein sowieso für derart seltsam und unmachbar halten, dass sie einen differenzierten Blick (dass nämlich die Argumente nicht falsch sein müssen, nur weil man persönlich bei der Umsetzung "versagt") vermutlich eher nicht haben.
      Liebe Grüße
      Carola

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  10. Hallo.
    Ich kann mich den anderen nur anschließen: danke für deine Ehrlichkeit, ich selbst finde es schön, auch mal über solche Probleme zu lesen. :)
    Ich kann deine Probleme nachvollziehen und so sage ich auch imme von mir selbst, dass ich eine 95-Prozent-Veganerin bin. Auswärts oder so gibt es halt manchmal (vegetarische) Ausnahmen.

    Mir hilft (für das Selbstbewusstsein:)) immer, mir klarzumachen: Wir leben in einer Welt, in der es normal ist, Tiere auszubeuten. Die schlimmen Lebensbedingungen der Tiere sind systematisch erzeugt. Es gibt da einfach gesellschaftliche Verhältnisse, in denen wir als Individuum leben und die wir nicht einfach so umkrempeln können. Natürlich wirkt sich das auch auf den/die Einzelne/n aus und es kostet viel Kraft, immer anders zu handeln. Manchmal zu viel.

    Ich wünsche dir, dass es dir gut geht mit deiner Entscheidung. :)

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  11. Die neue Mitte, ich sags ja...wir brauchen einen neuen Begriff. Sowas wie AVAP, der ist ehrlicher und individueller als vegan. Denn ja, "vegan leben" umfasst so dermaßen viele Details, dass es immer nur ein Ideal sein kann und gerade Anfänger früher oder später Opfer ihres eigenen Perfektionismus werden. Jeder kann nur so viel geben, wie er hinbekommt ohne überwältigt zu werden. Da ist mir die weniger perfekte Vorgehensweise viel lieber, als komplett alles aufzugeben nur weil man merkt, dass es irgendwann zu viel wird. Auch mir wirds manchmal zu nervig, daher akzeptiere ich auch mal Ausnahmen und auch die Tatsache, dass z.B. (noch) nicht alles in meinem Kosmetikschrank vegan ist. Ich tu mein Bestes, aber ich gehe diesen Weg in meiner eigenen Geschwindigkeit. Wenn man sich zu sehr ausgrenzt wegen des Veganertums, ist das auch keine sonderlich gute PR nach draußen, sag ich mal....damit will ich nicht sagen, dass ich alles total schleifen lasse, ganz sicher nicht, aber ich versuche nicht mit mir zu diskutieren, wenn es dann doch mal eine vegetarische Alternative gab weil die Auswahl sonst streng gegen 0 gegangen wäre.

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    1. ach ja, ein neuer Begriff wäre super! Ich fühle mich total oft "zwischen Stuhl und Bank", kann nicht ohne und nicht mit Veganismus. Während ich mir manchmal wünsche, ich könnte fröhlich beim Italiener ein gelato kaufen wie "alle" anderen, bin ich an anderen Tagen froh, diese gesunde Ernährung, über die ich auch noch Kochen gelernt habe, entdeckt zu haben und fühle mich gleichzeitig schuldig, weil andere Veganer das scheinbar locker hinbekommen, konsequent vegan zu leben und auch sonst stets den ethisch vertretbaren Weg zu wählen. Ich bin schon etwas enttäuscht, dass ich in der Schulkantine immer nur Salat essen kann (wenn ich keine Zeit habe, mir ein Brötchen oder so mitzunehmen) und nehme dann sogar noch die Plastikschale statt dem Teller, da es damit viel billiger kommt...

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    2. Liebe Jane,
      dein Argument bringt Sebi auch immer: Lieber langsam und nicht perfekt als alles komplett hinschmeißen. Manchmal muss ich aber noch versuchen, mich an diesen Gedanken zu gewöhnen, auch wenn er natürlich stimmt.
      Liebe Grüße
      Carola

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    3. Liebe(r) anonyme(r) Kommentator(in),
      du sprichst einen der wenigen Punkte an, der für mich tatsächlich gegen den Veganismus spricht, und nicht nur für mich persönlich, sondern generell: Durch die Konzentration auf diesen einen Aspekt geraten andere Punkte in den Hintergrund, bei dir z. B. die Plastikfreiheit - und ich würde fast behaupten, dass es nahezu unmöglich ist, hier immer die richtige Entscheidung zu treffen. Wie oft musste ich mich schon zwischen vegan und palmölfrei, vegan und unverpackt, vegan und regional entscheiden. Ich hoffe, dass mir mein Entschluss, das Ganze weniger verbissen zu sehen, hier mehr Entscheidungsspielräume einräumt, weil es nicht mehr das eine Kriterium gibt, das alles andere in den Schatten stellt.
      Liebe Grüße
      Carola

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  12. Hallo Carola,
    ich finde es ganz toll, dass du dir so viele Gedanken über dein Konsumverhalten machst und dass du so ehrlich bist.
    Auch ich überdenke mein Konsumverhalten zwar, kann mir vor dir aber noch einige Scheiben abschneiden, wenn ich lese, wie weit du gehst. Leider ist es in unserer vernetzten und komplex gewordenen Welt wirklich so, dass man sich jede Lebensfreude und Leichtigkeit nehmen kann, wenn man versucht, völlig perfekt und ethisch korrekt zu leben, das glaube ich dir gerne. Ich finde deine Entscheidung daher sowas von in Ordnung.
    Ich habe mich übrigens entschieden, mich ab 2014 vegetarisch zu ernähren und habe gestern ausführlich darüber auf meinem Blog berichtet. Wenn ich deinen interessanten Effekt Nr. 1 lese, hoffe ich, dass bei mir nicht bald der Reiz des Verbotenen auftaucht, denn bisher habe ich mir nie viel aus Fleisch gemacht... mal sehen.
    Liebe Grüsse,
    Sarah

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    1. Hallo Sarah,
      ah, das wirkt nach außen immer toller, als es tatsächlich ist ;) Auf dem Blog berichtet man ja nicht dauernd darüber, dass man "versagt" und sich doch wieder Schokolade in Plastik gekauft hat, sondern man erzählt, wie toll es doch ist, dass an jetzt X und Y auch ohne Verpackung kaufen kann, wenn man dafür nur die 15 km Umweg mit dem Rad in Kauf nimmt ;) Also, was ich hier erzähle, sind zwar eigentlich schon meine Prinzipien, aber ich verrate sie auch einfach ständig, manchmal aus Faulheit, manchmal aus tatsächlichem Mangel an Alternativen.
      Liebe Grüße
      Carola

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  13. Ich finde deine Entscheidung auch völlig in Ordnung! 100% veganes Leben ist schon anstrengend.
    Ich esse ja erst seit vier Monaten vegan. Zuhause finde ich es ganz einfach und es fehlt mir nichts. Aber wenn man mal wo anders oder unterwegs ist, ist es schon sehr schwierig, gerade am Land. Ich versuche es auch so gut wie möglich, aber wenn es mal nicht anders geht, würde ich auch mal eine Ausnahme machen. Ich hinterfrage auch nicht jeden Pizzateig und jedes Brötchen. Man muss den Weg finden, der für einen selbst der richtige ist. Ich kaufe auch immer noch Lederschuhe, weil mir einfach die passende Alternative fehlt. Das wichtige ist doch, die Dinge die man konsumiert zu hinterfragen und das einzuschränken, was nicht gut ist. Alles was zu verbissen und verbohrt ist, kann nicht gut sein. Das Leben soll ja schließlich auch noch Spaß machen. Und wenn ich als Veganer auf andere unglücklich und verbissen wirke, möchte sicher niemand einen Schritt in diese Richtung machen.
    LG Heike

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  14. Also ich finde das super :)
    Du hörst dich ziemlich glücklich damit an, und das ist doch das wichtigste!

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  15. Danke für deine Ehrlichkeit! Ich finde, man kann "vegan leben" sowieso nicht definieren. Am Ende kann man doch nur versuchen, so wenig Leid wie nur möglich zu verursachen. Dafür muss man seinen eigenen Weg finden. Wenn dieser für dich im Moment so aussieht, dann ist das so. Man ist der Person, die einen aus dem Spiegel aus ansieht, verantwortlich und nicht dem Internet.
    Mich überfordert es im Moment noch außerhalb meiner vier Wände darauf zu achten, wie Essig und Getränke geklärt wurden. Auch habe ich nicht jedes alte Stück Leder, Daune oder Wolle in hohem Bogen aus dem Fenster geworfen. Neues wird vegan gekauft, aber ich schmeiße nichts weg. Vielleicht würden deshalb einige sagen, ich sei keine Veganerin, wäre eine Heuchlerin und und und...und es ist mir egal! Ich bin ein Lebewesen auf Planet Erde. Punkt. Kommt mir nicht mit Schubladen.
    Wichtig ist, dass es dir gut geht! Und es freut mich, dass es das tut :) Viel Glück auf diesem neuen Weg im neuen Jahr und nochmals vielen DANK dafür, dass du alles so ehrlich hier kommunizierst. Es erleichtert mich sehr zu lesen, dass dein Blog fortbestehen wird!!!
    <3
    Catta

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    1. Liebe Catta,
      gerade bei der Lederkleidung gehen die Meinungen wohl sowieso auseinander. Mir hat sich z. B. noch nie erschlossen, warum man alte Lederschuhe wegwerfen sollte, wenn man sich für ein veganes Leben entscheidet, aber viele werden ja anscheinend deswegen angegriffen. Ich finde es einerseits nicht gut, wenn der Begriff "vegan" verwässert wird (am Ende kommt nämlich so etwas dabei heraus wie die Mär vom Fisch essenden Vegetarier - nein, wer Fisch isst, ist KEIN Vegetarier). Andererseits ist es aber auch schön, wenn die Umsetzung weniger verbissen gesehen wird, weil der Veganismus, und sei er auch nur 95%ig, damit deutlich gesellschaftsfähiger wird.
      Liebe Grüße
      Carola

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    2. Ich denke, je mehr der Begriff vom idealen Veganer normiert wird, desto mehr wird man davor abgeschreckt. Perfekt ist niemand und kann es nicht sein. Da entsteht nur Druck. Wenn man langfristig anders als gewohnt leben möchte, dann muss man es, so geht es mir zumindest, langsam angehen lassen und Schritt für Schritt. So wie das Leben auch, ist es eine Reise. Ich hoffe, dass du mit deiner neuen Reise-Route gut zurecht kommst und glücklich bist! :)

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  16. Liebe Carola,

    Ich finde es sehr interessant, deine Argumentationsweise zu lesen und finde es auch schön, dass du so offen zu uns bist. Der Begriff "Beichten" suggeriert, dass du Sorge vor unserer Reaktion hattest, aber du bist niemand anderem als dir selbst Rechenschaft schuldig und wenn du sagst, dass es so nicht mehr weitergeht und einfach zu restriktiv war, dann ist das so und hoffe, dass es dir damit jetzt wieder besser geht. Letztendlich gibt es ja nicht einmal DIE Definition von Veganer. Mir ist z.B. mal die Unterscheidung zwischen "Veganköstler" und "Veganer" (der also auch auf tierische Materialien jeder Art verzichtet) untergekommen. Oder die Sache mit den Ausnahmen, ich denke einfach, wir alle nehmen die Pille/gehen ins Kino oder fotografieren analog, sprich, haben unsere Ausnahmen. Wenn du dich besser damit fühlst, das Kind nun anders zu nennen, dann ist es gut. Ich selbst fasse den Begriff "vegan" eher als stetes Bestreben als als Endzustand, den man erreichen kann. Kompromisse, die vielleicht nicht so 100% vegan waren, bin ich auch schon eingegangen, aber 100%, wer bekommt das schon hin?

    Kenne eine ähnliche Situation in kleinerem Stil kenne ich auch: Der Verzicht von Palmöl fiel mir eine Weile sehr schwer. Als ich mir dann erlaubte, es falls es mal sein muss, doch zu konsumieren, achtete ich nicht weniger darauf. Im Gegenteil, aber ich fühlte mich nicht mehr so, als dürfte ich keinen Keks mit Palmöl essen und das erleichterte es mir, gezielt nach palmölfreien Produkten zu suchen, wohlwissend, im Zweifelsfall darauf zurückgreifen zu können. Der Druck war weg und der Verzicht fiel leichter. So ähnlich klingt das mit dem Würstchen.

    Ich wünsche dir alles Liebe und freue mich, hier auch weiterhin von dir zu lesen :)
    Natalie

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    1. Hallo Natalie,
      dein Palmölbeispiel trifft es sehr gut :) Schön, dass es auch anderen so geht.
      Was das Rechtfertigen betrifft, so lag dieses Gefühl bei mir vor allem daran, dass ich mich ja mit meinem Blog schon irgendwie in der Öffentlichkeit darstelle, und da frage ich mich natürlich schon, wie es wirkt, wenn ich plötzlich meine Prinzipien verrate. Andererseits hast du natürlich Recht: Es ist mein Leben, und es wird ja niemand gezwungen, mich gut zu finden oder hier mitzulesen.
      Liebe Grüße
      Carola

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  17. Liebe Carola, ohne soziale Netzwerke wäre ich nicht zum Vegsnismus gekommen, ohne soziale Netzwerke würde es aber auch nicht diesen Druck geben. Wer sagt, dass es für Menschen, außer hübsch, intelligent, groß, um nur einige Adjektive zu nennen, weitere in Bezug auf die Ernährung geben muss? Vegan, omni, lacto, 100 %, 98% oder vielleicht nur 80%, so what? Als meine mit mir vegan gewordene Pubertistin fast schon flehentlich fragte, ob sie wenigstens an ihrem Geburtstag mal wieder . . . ist mir klar geworden, dass irgend etwas in die falsche Richtung läuft. Wir essen weiterhin vegan, weil wir möchten, nicht weil wir müssen. Wenn das Kind aber mal einen Joghurt oder Parmesan auf die vegane Bolognese will, riskier ich doch keinen Krampf am Tisch und erst recht keine Essstörung. Aus den meisten Vegangruppen in FB bin ich daher übrigens wieder ausgetreten. Unser Druck entsteht, wie vieles, was wir leben, aus gesellschaftlichen Zwängen.
    Liebe Grüße
    Andrea (aus Berlin, wo vegan leben wirklich ganz einfach ist)

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    1. Liebe Andrea,
      ja, vermutlich ist es wirklich der Vergleich. Bei anderen sieht es immer so leicht aus. Dass aber viele auch mal stolpern, das aber bloß nicht so kommunizieren, zeigt sich ja auch hier in den Kommentaren. In Vegangruppen bei FB war ich auch nur mal ganz kurz Mitglied, ich sehe darin für mich keinen Mehrwert.
      Alles Gute für euch und liebe Grüße
      Carola

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  18. Liebe Carola, sehr gut, dass du dir den Druck genommen hast! Deine Entscheidung klingt gut und: für mich ist diese starre "Vegan"-Definition gepaart mit dem permanenten GEfühl etwas falsch zu machen sowieso nie etwas gegewesen. Ich esse bestimmt zwischendurch nicht vegan, ich frag nicht immer bei allem nach zum Beispiel. Also kommt mir manchmal unvegane Pizza z.B. unter, das macht mir aber nichts. Den Käse lass ich trotzdem weg, weil er mich aber auch gar nicht mehr schmeckt.

    Ich habe aber durchaus auch schonmal in Käsepizza von jemand anderem gebissen, weil mich interessiert hat, wie ich den Geschmack empfinde. Ich habe sogar Fleisch gegessen, auf der Beerdigung meines Onkels. Es gab keine fleischlosen Gerichte, ich hätte mich sehr unwohl gefühlt, wenn ich alle Speisen abgelehnt hätte. Wir haben das Fleisch bewusst gegessen, es gab sein Lieblingsgericht, es war sogar lecker. Aber ich brauche kein Fleisch, also esse ich es auch nicht.

    Ich empfinde mich trotz solcher Dinge als vegan. Ich messe mich auch nicht an der Vegandefinition von anderen. Alles was wir einkaufen und zubereiten ist vegan, es sind für mich die Ausnahmen des Lebens, die vollkommen okay sind. Von daher empfinde ich auch dich noch vegan, du schreibst ja selbst, dass sich im Alltag nichts geändert hat.

    Niemand muss irgendwas "beichten", jeder kann seinen Veganismus ganz persönlich definieren. Der Druck durch die vegane Umwelt ist etwas ganz unangenehmes, dem sollte man sich nicht unterwerfen. Und das muss man auch nicht, du siehst ja, dass die Kommentare durchaus positiv sind! Lieber eine glückliche unperfekte vegane Idee, als ein perfekte veganes Leben, dass dich von innen heraus kaputt macht.

    Lieben Gruß und einen guten Rutsch in ein schönes 2014! Laura

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    1. Hallo Laura,
      ich denke zwar nicht, dass die Kommentare hier die ganze Wahrheit widerspiegeln, denn es wird gewiss auch kritische Meinungen geben, aber ein gutes Gefühl machen sie auf jeden Fall :)
      Liebe Grüße und dir auch einen guten Rutsch
      Carola

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  19. Liebe Carola,
    ich möchte gar nicht viel hier rumschreiben - es ist ganz wichtig, dass man sich nicht unter Druck setzt und an die eigene "seelische" Gesundheit denkt. Ich halte es für mich auch ganz bewusst und antworte ganz oft, wenn wieder der Satz kommt "Das darfst du ja wieder nicht essen." - "Ich darf schon, aber möchte nicht." Und das hat mich schon häufig vor unveganen Fressattacken bewahrt. Das Wissen, dass ich könnte, wenn ich möchte. Und dann fällt mir ein, dass ich das ja eigentlich freiwillig nicht esse/kaufe. Mich zwingt keiner dazu. Und da sich keiner meiner Freunde/Verwandten vegetarisch geschweige denn vegan ernährt, genehmige ich mir auch manchmal einfach zu einem Frühstück zu gehen und nicht zu fragen, ob denn in dem Brötchen etwas tierisches versteckt ist. Ich versuche nach meinen Möglichkeiten und meiner geistigen Gesundheit vegan zu leben. Wenn sich das ganze Leben um Essen dreht oder Inhaltsstoffe in Kosmetik, dann kann man auch irgendwann nicht mehr ungezwungen und glücklich leben. Und wenn man ein paar Mal tierische Produkte konsumiert, dann ist immernoch den Tieren besser geholfen, als würde man einfach ohne Hinterfragen alles in sich hineinstopfen ohne es wertzuschätzen und zu genießen.

    Auf jeden Fall wünsche ich dir ein entspannteres Jahr 2014 mit viel Freude und tollen Erlebnissen!

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  20. Danke für eure lieben Kommentare :) Ich konnte jetzt nicht auf jeden einzelnen eingehen, aber das Lesen hat wirklich gut getan.
    Ich wünsche euch einen guten Start in 2014!
    Carola

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    1. Das Lesen hat nicht nur Dir gut getan, liebe Carola. Ich denke mal, auch allen anderen Zweiflern und Stolperern.

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  21. Hi Carola!
    Ich habe erst jetzt deine sehr ehrlichen Worte gelesen. Und eines vorweg: du musst dich meiner Meinung nach für überhaupt nichts rechtfertigen oder entschuldigen! Denn jeder lebt sein Leben so wie er/sie es möchte und so ist es auch richtig. Als ich mich für das vegane Leben entschied, habe ich mir selbst auch vorgenommen, mir nichts so befehlen oder mich einzuschränken. Vor allem, wenn es auf die Gesundheit oder die Psyche schlägt.
    Deswegen finde ich es bewundernswert, dass du das für dich erkannt hast und deinen Weg weiter gehst! Ich wünsche dir für den weiteren Weg und für 2014 ganz viel Freude und Energie! Und hoffentlich bleiben wir weiter in Kontakt :)

    Liebe Grüße
    Regina

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  22. Liebe Carola, ich denke, alle vorherigen Beiträge Drücken es schon gut aus. Ich fand deinen Beitrag toll, ehrlich, verständlich und wünsche dir jetzt viel Freude auf deinem neuen Weg, aber ich freu mich natürlich, dass es mit deinem Blog weitergeht!
    Schönes neues Jahr. Liebe Grüße, kathi

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  23. Du machst das schon richtig, Carola! Alles Gute im neuen Jahr wünscht Dir Doris, die Anemone

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  24. Mit Verboten ist das immer so eine Sache - die machen erst richtig Lust darauf, sie zu umgehen. Ich glaube, das ist menschlich. Deshalb ist es ein cleverer Schachzug, sich nichts zu verbieten. Du siehst ja selbst, dass es funktioniert. Und Verbissenheit bringt einen nicht weiter; manches geht halt einfach nicht oder ist zu schwer zu realisieren. So lange Du nicht zum Fast Food Junkie wirst, der sich nur noch von Burgern ernährt, finde ich das gar nicht schlimm. Mach' weiter so wie Du es für richtig hältst und vergiss' nicht, das Leben zu genießen. Damit geht vieles einfacher.

    In diesem Sinne: Ein wunderschönes 2014 wünsche ich Dir! :-)

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  25. Liebe Carola,
    ich danke dir.
    für diesen Beitrag. Ich habe viele Rezepte nachgekocht auf deinem Blog. Lebe sehr, sehr lange vegetarisch und seit über einem Jahr vegan. und in den letzten Wochen ging es mir nicht mehr gut. Dieser ganze Druck, der einem gemacht wird. Jeder Möchtegernveganer postet hunderte Instagram Bilder, Menschen, die man kennt und wo man weißt, dass sie sich zu Hause die fetten Käsescheiben aus dem Kühlschrank holen. Aber eben nicht aufrichtig sind, nicht ehrlich. Sondern verlogen und nach Aufmerksamkeit heischend.

    Ich musste auch immer mehr daran denken, dass ich gerne mal wieder ohne meine vegane Nahrungsmittel-Kühlbox aus dem Haus gehen würde. Ich wohne auf dem Land und dementsprechend gibt es nicht viel vegane Auswahl.
    Habe mich aber immer schuldig gefühlt, wenn ich auch nur daran gedacht habe. Es tut gut deinen Post und all die positiven Kommentare zu lesen.
    Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass die Veganer, die am meisten HIER schreien, jene sind, denen es oft nur um den Hype geht, cool zu sein, im Trend zu sein, denn nicht einer von den Besagten, die ich mal gefragt habe, hat angegeben etwas speziell für Tiere tun zu wollen.
    Ganz nach dem O'Ton, ich helfe jedem Tag Tieren, indem ich sie nicht esse. Das sehe ich nicht ganz so, aber das tut ja jetzt nichts zur Sache..

    Ich finde es mutig von dir und ich hoffe ich schaffe es demnächst meine Meinung zu dieser Sache, ebenso zu vertreten, wie ich das sonst mit allem mache,was mir wichtig ist.
    Danke dir! Wirklich sehr.

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  26. Ich finde deinen Post toll. Danke! Ich schaffe vegan einfach nicht, weil ich die vielen Widersprüche, von denen du auch schreibst, nicht vereint bekomme. Ich bin sehr unsicher, was meine Ernährung angeht und habe ein schwieriges Jahr mit großer Gewichtszunahme hinter mir. Aber vegan ist halt doch schwierig. Schön, dass du dich besser fühlst!

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  27. An Carola und alle Anderen, die hier ihre Gedanken teilen:
    Veganismus ist kein Wettbewerb! Es geht nicht darum, immer und überall alles 100 % umzusetzen. Dann dreht sich der Alltag bald nur noch um das eine Thema und alle sind genervt. Wichtig ist doch, Zeichen zu setzen ! Wenn sich viele Menschen fleischlos und weitgehend frei von tierischen Produkten ernähren, ist das Ziel doch schon erreicht. Wir brauchen keine Massentierhaltung mehr und sind gesünder. Ich selbst lebe vorwiegend vegan, genieße aber ab und zu ein Demeter Ei oder etwas Käse. Ich kaufe regional und/oder saisonal ein und achte auch sonst darauf, wie Dinge produziert werden, woher sie kommen. Soweit es geht ! Alles muss vereinbar sein und darf nicht in Stress ausarten. Das schießt am Ziel vorbei. Man erreicht mehr, wenn man mal einen Kompromiss eingeht, als stur ein Ziel zu verfolgen. Je toleranter und kompromissbereiter ich bin, um so mehr Menschen erreiche ich mit meiner Lebensweise. Diese Erfahrung machen jeden Tag. Also bleib entspannt. Es ist egal wie du dich nennst.

    LG
    Heike

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  28. Huhu!

    hab die letzten Wochen ganz oft an dich denken müssen, weil es mir inzwischen selbst auch etwas schwerer fällt 100%ig vegan zu essen, und ich öfter mal mit "schlechtem Gewissen" kämpfe...
    Vor allem seit ich die Magen-Darm-Probleme habe und vieles nicht vertrage, fühle ich mich manchmal richtig überfordert, an alles denken zu müssen: Vertrag ich das? Ist das vegan? usw.
    Muss es schnell gehen oder bin ich unterwegs, bleiben oft nur Bananen und/oder Cashews, die hängen mir bald zu den Ohren raus...
    Ich weiss nicht, ob es am fehlenden Brot & Co (Kohlenhydrate) liegt, das ich ja nicht mehr essen kann, weil ich kein Weizen vertrage, aber ich hab in letzter Zeit auch öfter richtig Lust auf Käse, und konnte letztens mal nicht widerstehen und hab Mozzarella gegessen.
    Einerseits denke ich, man sollte nicht fanatisch werden und "vegan as possible" ist völlig ok, andererseits ärgere ich mich dann doch über mich selbst, und denke, musste das mit dem Mozzarella (z.B.) jetzt unbedingt sein?
    Ausserdem musste ich auch durch unsere finanzielle Lage einige Kompromisse eingehen, z.B. trinken die Kinder momentan wieder Kuhmilch, weil Reis und Mandelmilch einfach dreimal so teuer sind (Soja vertragen wir alle nicht), und wir uns das grad nicht leisten können.
    Auch Themen wie Palmöl oder Plastik vermeiden, sind kaum umzusetzen, wenn man drauf angewiesen ist, im Discounter einzukaufen.
    Geht mir total gegen den strich,ich kanns aber grad nicht ändern. Leider...

    Wie gehts dir inzwischen, mit deiner Entscheidung? Ist es so geblieben, wie oben beschrieben, oder hat sich noch was verändert?

    Liebe Grüße, Jessi

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  29. Hallo,
    ich finde, das Wichtigste ist, sich einfach bewußt zu werden, wie es auf der Welt aussieht und so gut es geht danach zu handeln. Man kann die Welt aber nicht an einem Tag retten. Ich halte es da mehr wie Attila Hildmann, der ja auch sagt, daß jeder Schritt ein guter Schritt ist. Bei uns gab es Weihnachten auch zwei kleinere Ausflüge in die vegetarische Ecke. Ja und, sind wir deshalb jetzt schlechter als vorher? Ich finde dieses Schubladendenken sowieso total uncool. Jeder soll lieber so leben, wie er sich wohl fühlt und es ist immernoch besser in Dankbarkeit und mit Genuß ein kleines Stück Schokolade zu essen, die nicht vegan ist, als sich alles bergeweise reinzustopfen ohne darüber nachzudenken, oder sich zu Reismilchschokolade zu zwingen, die einem aber nunmal nicht schmeckt. Ich bezeichne mich trotzdem als vegan, weil ich zu 95% (mit dem Herzen 200%) vegan lebe und versuche die Welt jeden Tag ein kleines Stückchen besser zu machen. Außerdem ist es manchmal nunmal auch nicht leicht geeignete Produkte zu finden, die das Endprodukt gut schmecken lassen, aber es entwickelt sich ja alles immer weiter und somit dreht ein Rädchen in das nächste. Also sollten alle die vegan leben wollen, sich lieber über jeden Schritt freuen, den sie täglich machen, als sich für all die vermeindlichen Fehltritte schlecht zu fühlen.
    Liebe Grüße, Michele

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  30. Da habe ich genau das Gegenteil gemacht. Ich hatte damals rausgefunden, dass ich nur durch Proteinmangel abnehme. Das Resultat war letztlich, dass ich Fleischmahlzeiten zu mir genommen habe. Ich war schon mal Vegetarier - habe aber nach 7-14 Tagen immer Probleme, und habe mir halt einen Döner geholt. Mein Körper hat so seinen eigenen Kopf, seid krassen Diäten und nervigen Beziehungen umso mehr.

    Dann - nach 6 Monaten Fleischmahlzeiten - ingesamt mehr als 12 Monate 'zum Essen gehört schon Fleisch' - kam eine Studie, das man letztlich wenn man rotes Fleisch ist, mit 62 in der Kiste liegt. Ich kaufe gerne Schnäppchen - hatte viele Packungen für Kartoffelknödel und Semmelnödel. Dazu mein Standardgericht, welches zufällig vegan ist. Nach 5 Tagen merke ich, dass ich praktisch Vegan gelebt habe. Wobei es mir darauf ankommt, keine tierischen Proteine zu mir zu nehmen. Etwas tierisches Fett war dabei. Also so 90% Vegan. Dann dachte ich, Glück gehabt und habe weiter gemacht. Dann fing nach 1 Woche an, sich mein Körpergefühl total zu verändern - bzw. noch mehr. Mir hat das gefallen - aber das war schon komisch. Ich dachte dann, dass sich mein Körper so befreit fühlt, ist ja nicht so sehr unwahrscheinlich, bei 3 Fleischmahlzeiten bzw. 5 Snacks mit Fleisch am Tag. Dann dachte ich, am Sonntag esse ich was ich will, zerstöre aber nicht was ich erreicht habe - und es klappte mit einem Doppelchickenburger. Am nächsten Tag war ich wieder genauso. Auf den Tag davor hatte ich nicht so sehr geachtet. Ich habe das locker genommen. Halt Glück gehabt.

    Jetzt habe ich Probleme - Stichwort mein Körper hat so seinen eigenen Kopf. Ich komme mir komisch vor, wenn ich weißes Fleisch esse. Es muss aber ab und zu sein. Ich habe zwar bestimmt B12 Vorräte für ein Jahrzehnt, aber ich will nicht so in eine Richtung. Und vor allem, will ich nicht wieder in diese Käseesserei reinkommen. Das ist nämlich total daneben. Immer Käse, Sahne auf die Champignons. Das ist doch Quatsch!! Das ist doch nicht gesund!

    Jetzt muss ich mich zwingen, 1 mal die Woche weißes Fleisch zu Essen - bzw. eine gewisse Menge - etwa eine mittlere Putenbrust. Und komme mir komisch vor.

    Aber die Entzündungswerte sind immernoch besser. Ich bin etwas """high""" vom Serotoin. Fühle mich aber besser - nicht mehr dauer schlapp und Müde. Nur einschlafen ist so schwierig geworden. Was solls.

    was ich dir mitteilen möchte ist, dass sich die Umstellung des Stoffwechsels auch unangenehm auswirken kann. Das wird nicht so gerne gehört, aber man kann sich durch Fleischessen runterbringen. Also physisch und psychisch. Ich rate dir, es ab und zu mit Fleisch zu versuchen. Serotininhaltige Medikamente können aber auch sehr verwirrend sein und Ruhe und Stärke nehmen.

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