Montag, 11. November 2013

Rezension: "Veganpassion - Lieblingsrezepte zum Backen" von Stina Spiegelberg


Da der deutsche Büchermarkt von veganen Koch- und Backbüchern derzeit nur so überflutet wird, nehme ich grundsätzlich entweder gar nichts oder nur eine kleine Auswahl wahr. Ein Buch, das mir nicht nur ins Auge gefallen ist, sondern dessen Erscheinungstermin im Oktober ich tatsächlich ungeduldig erwartet habe, ist Stina Spiegelbergs veganes Backbuch "Veganpassion - vegane Lieblingsrezepte zum Backen: Das große Veganbackbuch"*. Freundlicherweise hat mir der Neun Zehn Verlag ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, aus dem natürlich einiges nachgebacken werden wollte – daher kommt der Blogpost dazu auch erst jetzt.

Als Kind habe ich es geliebt, das GU-Buch „Backvergnügen wie noch nie“ von vorne bis hinten und wieder zurück durchzublättern und das wundervolle Gebäck und die Torten zu bestaunen. Im selben Stil kommt „Veganpassion“ daher: Das Buch beginnt mit Informationen zu Zutaten und Zubehör und zu Tipps und Tricks beim Backen. Darauf folgen Grundrezepte für eine Vielzahl von Teigen, bevor dann der Rezeptteil beginnt, der in folgende Kapitel untergliedert ist:
  • Kekse und Feingebäck
  • Cupcakes und Muffins
  • Kleingebäck
  • Kuchen und Tartes
  • Torten und Törtchen
  • Pralinen und Konfekt
  • Pikantes Gebäck
Abgerundet wird das Buch durch Tipps zu Verpacken und Aufbewahren. Es enthält zusätzlich Vorlagen für Cupcaketopper, eine Pralinenschachtel etc. Hier das Inhaltsverzeichnis für euch zum Anschauen (ich habe das erste Bild jetzt mehrfach hochgeladen, bei mir ist es trotzdem schwarz. Klickt einfach darauf, dann wird es korrekt angezeigt):



„Veganpassion“ lädt also definitiv zum Blättern ein! Dafür ist allerdings nicht nur der Inhalt verantwortlich. Schon das Cover ist schön aufgemacht, und es ist direkt erkennbar, dass es sich dabei um eine Art Rundumschlag des veganen Backens handelt, der sich an den „Mainstream“ richtet. Und an Frauen, zumindest lässt mich der hohe Rosaanteil das vermuten.

Das Buch selbst kommt sehr hochwertig als Hardcover daher, und alle Rezepte sind bebildert. Letzteres macht mir persönlich Koch- und Backbücher immer sehr sympathisch. Erstens machen die Bilder nämlich Lust auf’s Nachbacken, und zweitens kann ich mir dann viel besser vorstellen, wie das fertige Gebäck aussehen soll. Natürlich ist dabei Bild nicht gleich Bild; ich habe auch schon genug Backbücher gesehen, bei denen mich die Bilder eher vom Nachbacken abgehalten haben. Das ist hier nicht der Fall. Wie von Stinas Blog gewohnt, sind alle Torten und Kuchen auf das Liebevollste bis ins Detail dekoriert. Ein wahrer Augenschmaus! Geschmälert wird das Vergnügen einzig und allein dadurch, dass mir manche Bilder etwas unscharf erscheinen.

Und wie sieht es mit der Qualität des eigentlichen Inhalts aus? Nun, das Buch enthält Tipps für jede Lebenslage, für Anfänger und Fortgeschrittene, Umrechnungstabellen für Formengrößen… Meines Wissens gibt es bisher für das vegane Backen kein annähernd so umfangreiches Buch. Auch der Aufbau der Torten wird genau erklärt, und die enthaltenen Grundrezepte (z. B. auch für Blätterteig) hatte ich ja bereits angesprochen. Die weiteren Rezepte decken Klassiker wie Donauwellen oder Schwarzwälder Kirschtorte ab, enthalten aber auch neue Kreationen. Wirklich eine gute Mischung. Das gilt auch für die Verwendung von Basis- und Spezialzutaten: Die meisten Rezepte kommen mit Zutaten aus dem Supermarkt aus, aber für einige Torten ist dann doch der Gang in den Bioladen/das Reformhaus bzw. sogar eine Internetbestellung erforderlich. Jetzt mag zwar ein Gelegenheitsbäcker aufschreien, dass Rezepte ausschließlich mit einfachen Zutaten besser seien, aber ich als „Fortgeschrittene“ freue mich durchaus auch über neue Anwendungsmöglichkeiten für mein Zutatenarsenal.

Toll finde ich außerdem, dass die Rezepte in der Regel für Mini-Kuchenformen berechnet sind. So muss man im Zweipersonenhaushalt nicht eine Woche lang dieselbe Torte essen, und wer für die Kaffeetafel mit der Familie in größeren Formen backen will, rechnet einfach selbst um oder zieht die bereits erwähnten Tabellen zu Rate.

Natürlich wäre es seltsam, wenn es nicht auch etwas zu bemängeln gäbe. Beim Backen ist mir aufgefallen, dass die Anweisungen in den Rezepten teilweise unklar formuliert sind. Da ich gerne backe, konnte ich mir selbst helfen, aber für vegane Backanfänger könnten sich hier eventuell Probleme ergeben. Dasselbe gilt für die Spezialzutaten und –utensilien wie z. B. Glukosesirup oder besondere Rundförmchen, für die ich mir trotz aller Begeisterung für Sonderausstattung mehr Austauschhinweise gewünscht hätte.

Mein Umweltbewusstsein wurde von einem ganz anderen Aspekt angesprochen: dem umfangreichen Einsatz von Margarine. Viele Rezepte kommen zwar auch ohne aus, aber sie ist doch deutlich präsent, und das nicht nur an unverzichtbaren Stellen wie z. B. in Buttercreme. Ich sehe aber natürlich auch die Schwierigkeit, hier abzuwägen zwischen möglichst gutem Geschmack und Konsistenz der Backwaren und der Vermeidung von Palm- und Sojaöl. Vielleicht wäre hier aber ein Hinweis an den Leser angebracht gewesen, statt im Vorwort pauschal davon zu sprechen, dass vegane Ernährung umweltschonend ist. Bei Palmöl ist das sicher nicht der Fall. Und auch der Verweis auf gesundheitliche Vorteile der veganen Lebensweise wirkt mit Blick auf den Inhalt des Buches etwas deplatziert. Aber nun gut. Das tut der Rezeptqualität jedenfalls keinen Abbruch.

Wie in jedem Backbuch habe ich Backwerk gefunden, das ich wundervoll fand, und solches, bei dem ich mir eher gedacht habe: „Hm, naja, geht so.“ Aber es wäre wohl auch zu viel verlangt gewesen, bei 304 Seiten komplett meinen Geschmack zu treffen. Ausprobiert habe ich die folgenden Rezepte:

Donauwellen - das Rezept ist der Knaller!

Joghurtschnitten - kommen im Original als Frischetörtchen mit roten Beeren daher, und zwar in runder Form. Sehr lecker! Allerdings musste ich mehr Agar-Agar nehmen, die Beerenmasse wurde sonst nicht steif.

Banana Split Cupcakes, Deko-Sparversion. Fand ich nicht ganz so gelungen.

Amarena-Kugeln, mangels passender Form hier als Muffins, mit Amarenakirschenfüllung. Tolle Kombi. Leider etwas trocken, aber ich fürchte, daran ist eher die zu lange Backzeit schuld... (Nicht im Rezept, ich hab die Muffins einfach im Ofen vergessen.) Kritikpunkt: viel zu viel Guss. Der Rest kam beim Geburtstagskuchen zum Einsatz.

Geburtstagskuchen. So lecker - und er wird am nächsten Tag noch besser!


Ihr seht also, dekorationsmäßig ist da für mich durchaus noch Luft nach oben. Als Kind hat es mich immer frustriert, wenn meine Kuchen nicht so hübsch wurden wie die auf den Backbuchfotos, aber mittlerweile habe ich mich damit arrangiert. Stina gibt jedenfalls bei den Rezepten eine Menge Dekotipps, so z. B. für Fondantblumen oder Sahnedeko. Ich habe mir diese einfach aus Zeitgründen gespart. Nach Anleitung sähe es dann so aus (ein Bild von Stina, entnommen aus dem Buch):

Banana Split Cupcakes in hübsch

Mein Fazit: „Veganpassion“ ist trotz der genannten Schwächen ein tolles Buch für Anfänger und Fortgeschrittene. Wer wenig Erfahrung mit dem veganen Backen hat, kann sich genau an die Rezepte halten, wer schon mehr Erfahrung hat, kann mit den Grundteigen variieren. Wer viel Zeit hat, backt eine aufwändige Torte mit Dekoration, wer wenig Zeit hat, entscheidet sich für ein schnelles Rezept. Und wer gar nicht backen will, wird allein von den Bildern begeistert sein. Meiner Meinung nach ist der Preis von 24,95 Euro für ein so umfangreiches und hochwertiges Buch mehr als gerechtfertigt. Es macht sich einfach wunderbar im Kochbuchregal! Und meine Standardempfehlung, wenn mich jemand in meinen Kochkursen nach einem veganen Backbuch fragt, ist es jetzt sowieso.

Infos zur Autorin: Stina Spiegelberg begeistert die Online-Welt schon seit einigen Jahren mit ihren traumhaften Motivtorten auf ihrem Blog „Veganpassion“. Zusätzlich bietet sie vegane Hochzeitstorten und veganes Catering an, veranstaltet Backkurse und hat bereits drei eBooks herausgegeben. Ihr Buch „Veganpassion – Lieblingsrezepte zum Backen“ mit 304 Seiten ist als Hardcover zum Preis von 24,95 Euro im Neun Zehn Verlag erschienen.

Update: Bis zum 30. November könnt ihr das Buch bei Jenny auf Kochen, Backen, Leben gewinnen!

* Affiliate Link: Wenn ihr auf den Link klickt und anschließend bei Amazon bestellt, erhalte ich einen gewissen Prozentsatz des Warenwertes.

Kommentare:

  1. Eine schöne Rezension! Ich habe erst gestern die Cranberry-Pistazien-Cookies gebacken und war begeistert! Die Donauwelle steht auch bei mir auf dem Nachbackplan!

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  2. Hallo! Danke für die tolle Rezi. Habe mir das Buch heute gekauft.
    Und ich werde heute die Butterkekse probieren ... ich fang mal "klein" an ;)
    Liebe Grüße
    mara

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  3. Das Buch steht auch auf meiner werd-ich-noch-kaufen-liste. Allerdings hab ich mir gerade "Isa does it" geleistet, also muss das hier noch warten.

    PS: Auch wenn ich draufkliche sehe ich nur schwarz...

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  4. Hallo Carola!

    Ich hab diesen Post bei mir auf dem Blog verlinkt, weil es da gerade das Buch zu gewinnen gibt. Ich hoffe, das ist ok für dich.

    Die Rezension ist dir super gelungen! Ich finde ja, dass deine Backwerke auch schon super aussehen. Ich würde das Buch am liebsten grad selbst behalten. Heißt, ich kaufe es mir auf jeden Fall noch.

    Das mit der Margarine ist mir gar nicht so aufgefallen. Als ich mir so auf dem Heimweg dachte, ich könnte am Abend noch was aus dem Buch nachbacken, hab ich mir ein paar Zutaten gekauft - unter anderem Alsan. Ich wusste noch nicht, was ich machen will und schlussendlich hab ich die Margarine gar nicht gebraucht.
    Aber das kann natürlich auch nur Zufall sein. Ich denke, du hast dir das schon deutlich genauer angeschaut als ich.

    Liebe Grüße
    Jenny

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    1. Danke zurück!
      Hast du auch schon teilgenommen? Es gibt ja nicht nur das Buch zu gewinnen...

      Liebe Grüße
      Jenny

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