Freitag, 9. August 2013

Ausprobiert: vegane Schokolade

Eigentlich halte ich mich ja von veganen Süßigkeiten möglichst fern - zumindest von den einzeln verpackten. Ich finde nämlich die Preise in den meisten Fällen einfach nur unverschämt. Mag sein, dass die Hersteller geringere Mengen produzieren und dass das Einzelstück dadurch teurer wird, und fair gehandelte Schokolade kostet natürlich ebenfalls mehr, aber meiner Meinung nach riechen die Preise oft auch noch nach einem saftigen "Veganaufschlag". Als ich neulich im Radix war, habe ich aber doch das ein oder andere mitgenommen. Insbesondere die Bonbarr-Riegel und die Vego-Schokolade waren mir vorher empfohlen worden. Bezeichnenderweise landeten nur Schokoladenprodukte in meinem Einkaufskorb - was Leser dieses Blogs nicht weiter überraschen wird.

Wer mich kennt, weiß außerdem, dass mir bei Schokolade fairer Handel sehr, sehr wichtig ist. Warum, habe ich hier dargelegt. Ein paar Ausnahmen habe ich allerdings diesmal trotzdem gemacht. Und wo ich schon mit Produktvorstellungen beschäftigt bin, sind auch noch die Schakalode-Buttons und zwei Zotter-Sorten, die ich im tegut und im Bioladen gekauft habe, in diesem Post gelandet.



Mit 89 Cent für 40 Gramm fand ich die Bonbarr-Riegel preislich super, zumal die Schokolade, wenn ich alles richtig verstanden habe, fair ist. Geschmacklich halte ich sie aber für absolut enttäuschend und würde sie nicht verschenken. Bountys krieg ich selbst zigmal besser hin, und die Konsistenz des Nougatriegels fand ich extrem seltsam. Werde ich nicht wieder kaufen.



Die vegane Hanuta-Alternative für 69 Cent war geschmacklich dagegen nicht schlecht, dafür aber weder bio noch fair. Also auch eher kein Wiederkaufskandidat.



Warum sich Sweet-Williams-Schokolade bei der Verfügbarkeit anderer Alternativen (z. B. von Naturata oder Bonvita) noch im Sortiment so ziemlich jedes Veganladens befindet, ist mir nach dem Rest dieser drei Sorten ehrlich gesagt schleierhaft. Besonders die beiden oben abgebildeten Sorten hatten eine richtig staubige Konsistenz, fair und bio ist sowieso nichts, und da sind mir 1,25 Euro für 50 g dann einfach zu schade.



Geschmacklich eine wirkliche Offenbarung ist die vego-Schokolade. Für mich war es die erste vegane Milchschokolade, bei der ich den Unterschied zu echter Milchschokolade nicht schmecken konnte. Produziert wird sie von einem Fastfood-Restaurant in Berlin, und die haben es echt drauf! 3,49 Euro klingen erst mal viel, tatsächlich sind in der Packung aber auch 150 g enthalten, sodass man bei einem Preis von rund 2,30 Euro pro 100 g landet. Ist aber auch noch viel - und da die Schokolade weder fair noch bio ist, vermute ich genau hier den oben schon angesprochenen Veganaufschlag - wobei ich mir hier sogar vorstellen könnte, dass der Preis tatsächlich gerechtfertigt ist, weil es sich ja nicht um eine Schokoladefirma mit zig Produkten handelt. Fair gehandelter Kakao sollte meiner Meinung nach für das Geld dennoch drin sein.



Für unsere Hochzeitstorte brauchte ich weiße Schokolade und habe daher zähneknirschend zum ersten Mal Schakalode-Buttons gekauft. Normalerweise halte ich mich von dieser Schokoladensorte fern, weil ich sie weder fair noch bio ist.
In der Verarbeitung war die Schakalode ok, wenn auch kein Renner, aber ich könnte mir vorstellen, dass das auch mit an der Tatsache lag, dass es sich hier um weiße Kuvertüre handelt und nicht um Zartbitter, die ich sonst verwende. Man muss allerdings beim Erhitzen aufpassen, dass man sie nicht ruiniert, also am besten im Wasserbad schmelzen.
Geschmacklich fand ich die Schakalode allerdings grauenvoll bzw. einfach nur billig (also so wie die billigste "normale" weiße Schokolade aus dem Supermarkt bzw. noch schlimmer), und es ist mir ein Rätsel, wie der Slogan "einfach zum Naschen direkt aus der Tüte" zustande gekommen ist. Brrr. Auf Kuchen mit weißer Schokolade werde ich daher in Zukunft lieber verzichten.
Erhältlich sind die Schakalode-Buttons für etwa 7 Euro pro 500 g zum Beispiel im Veganversand. Im tegut gibt es sie für einen Euro weniger zu kaufen.



Wo wir gerade schon bei Kuvertüre sind, möchte ich euch auch noch die Sojakuvertüre von Zotter vorstellen, die als Alternative zu Kuvertüre aus Milchschokolade dienen soll. Das Soja schmeckt man definitiv nicht heraus, allerdings bin ich trotzdem kein großer Fan des Geschmacks, der mich an den Überzug von Liebesknochen und anderen schaumkussartigen Teilen vom Viehmarkt (Wie nennt ihr den? Rummel, Messe?) erinnert. Die mochte ich zwar immer, aber mein Kuchen soll doch lieber anders schmecken. Ich werde daher einfach wieder zur Zartbitter-Kuvertüre wechseln.
In Sachen Verarbeitungseigenschaften gibt es an dieser Kuvertüre allerdings absolut nichts auszusetzen. Wie üblich bei Zotter, wird sie schön flüssig und lässt sich gut verteilen. Einfach mal ausprobieren.
Der Preis ist mit 3,90 Euro pro 130 g recht happig, allerdings bezahle ich ihn hier gerne. Klingt unglaubwürdig nach meinem ganzen Preisgejammer von oben? Nun, bei Zotter habe ich einfach ein gutes Gefühl, und fair und bio ist der Kakao auch. Daher seufze ich zwar immer, wenn ich im Bioladen eine Packung mitnehme, aber an und für sich bin ich zufrieden. Übrigens führen auch viele Weltläden Zotter-Produkte, schaut euch einfach mal um.



Zotter, Klappe die zweite: Nachdem ich in meinem letzten Produktvorstellungspost zu Kakao und Schokolade noch unzufrieden mit meiner Wahl des Nougats war, kaufe ich jetzt nur noch Haselnussnougat von Zotter, bio und fair. Kostet ebenfalls 3,90 Euro pro 130 g, aber auch hier ist mir die Qualität den Preis wert. Außerdem gibt es ja nur alle Jubeljahre mal Rocher oder eine Nougattorte, das passt also schon.


Weitere faire Kakao- und Schokoladenprodukte hatte ich bereits hier vorgestellt.

Kommentare:

  1. Schade, dass die Riegel alle nicht so gut abschneiden bei dir, aber ich kenne das Problem, ich tu mir auch total schwer mit guter, veganer Schokolade bzw. Schokoriegeln.
    Von Zotter gibts auch eine weiße Kuvertüre, die ich wirklich empfehlen kann und gestern kam ich den Genuß zum ersten Mal Trüffeln von Booja Booja zu kosten. Der Preis ist horrende, ich muss aber sagen für diesen Genuß war ers mir echt wert.

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    1. Die Kuvertüre hab ich hier im Bioladen noch nicht gesehen, werde aber mal die Augen offen halten. Und die Trüffel kenn ich, fand ich auch lecker :) Mir sind sie allerdings das Geld nicht wert, muss ich zugeben. Diese kleinen Zweierpacks fand ich ok, aber die gibt es hier nicht mehr, und für eine ganze Packung bin ich zu geizig ;)

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  2. Wie unterschiedlich die Geschmäcker sein können, sehe ich beim Bonbarr-Riegel. Den Kokosnussriegel halte ich zwar nicht für himmlisch, aber sehr gut schmeckt er mir allemal. Die Vego-Schokolade probierte ich vor kurzem der Neugierde halber und ich kann Dir nur zustimmen, ich hätte nicht erkannt, dass es keine Milchschokolade ist. Für mich die beste vegane Schokolade, die derzeit auf dem Markt ist. Wobei ich zugeben muss, dass mir Zartbitterschokoladen mittlerweile am besten schmecken und ich wegen der Vego-Schokolade keine Internetbestellung aufgeben werde. Die anderen vorgestellten Schokoladen kenne ich alle nicht und nach Deiner Bewertung muss ich das auch nicht ändern ;-). Beste Grüße

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  3. Ehrlich gesagt mag ich nichts (habe aus jeder Produktsparte verschiedenes probiert) von Vantastic Foods, außer dem Kaffeeweißer (weil er meinen Eltern als vollwertiger Kaffeesahneesatz dient) und dem Seitan fix. Alles probierte ist entweder zu fettig, überwürzt oder geschmacksarm wie z.B. die. Es wirkt billig, die Preise sind horrend.
    Von Alpia und Milka geschmacklich geschädigt als Kind, mochte ich nie Milchschokolade, hatte daher auch nicht das Problem, gute Schokolade zu finden. Ich mag Zartbitterschokoladen, davon sind ja die meisten vegan, und in Bio/Fairtrade-Variante in toller Vielfalt zu haben. Ich empfehle die Nirwana Noir (besser als Nougat) und die in edler Verpackung (Goldrand und dunkle Farben) im Bio-Laden erhältliche Schokolade in den Varianten Panama, Peru, Indien...Hersteller weiß ich nicht aus dem Kopf, sorry.
    Schokolade, ein Genussmittel wie Kaffee, ist aus meiner Sicht ein Aspekt, bei dem man in Betracht ziehen sollte, sich auf das Ursprüngliche, Vegane umzugewöhnen...DIe Milch ist ja nur Zusatz.

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  4. der vego riegels soll demänchst wohl als bio&fair version auf den markt kommen. laut herstelleraussagen geht das wohl erst ab einer bestimmten absatzmenge (seitens des schokoladenherstellers, der für vego die riegel produziert) dann ist er mmn echt perfekt.

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    1. Ohje, das wird ins Geld gehen ;) Aber freut mich sehr, dass hier eine Änderung geplant ist!

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