Montag, 17. Juni 2013

Tagebuch Crazy Sexy Detox, Teil 4

So, da bin ich wieder! Für alle, die nach dem Hochzeitszeitplan gefragt haben: Die standesamtliche Trauung findet am kommenden Samstag statt, Kirche wird es nicht geben. Allerdings wird die Feier sehr klein gehalten sein, ausschließlich mit der Familie, keine 30 Personen. Mit Freunden haben wir am Samstag schon einmal größer "vorgefeiert", was deutlich mehr Arbeit war als gedacht - aber es hat sich gelohnt! Der ausführlichere Bericht kommt dann demnächst. Aber erst mal ist jetzt der Abschlussbericht zur CSD dran.

Erst einmal danke für eure vielen hilfreichen und aufmunternden Kommentare zu meinem Experiment! Es ist schön, zu lesen, dass andere ähnliche Schwierigkeiten hatten und insbesondere die Glutenfreiheit ebenfalls als große Einschränkung empfanden. Das ein oder andere habe ich auch direkt versucht, umzusetzen. Dennoch ist die CSD wohl nur teilweise etwas für mich - lest selbst.

Tag 15 (Montag) war mal wieder Tag der Ausnahmen. Sebastian hatte nämlich Geburtstag, und so gab es nachmittags Bananenmuffins und außerdem abends, als ein paar Gäste da waren, belegte Brote und keinen Salat. Alkohol allerdings nicht - nicht aus programmatischen Gründen, ich hatte nur einfach keine Lust drauf.

An Tag 16 (Dienstag) gab es dann auch noch mal einen Muffin - immerhin aber auch wieder mehr Salat und abends noch eine Stunde Sport. Die Glutenfreiheit ist jetzt aber endgültig dahin. Am glutenfreien Leben stört mich übrigens Folgendes:
  • Auswärts zu essen ist noch nerviger als nur vegan, nämlich nahezu unmöglich.
  • So ziemlich jedes glutenfreie Ersatzlebensmittel ist in Plastik verpackt, oft auch in mehreren Schichten. Bei "normalen" Lebensmitteln ist das zwar auch ein großes Problem, aber die Auswahl ist zumindest etwas größer.
  • Die Ersatzprodukte, die ich probiert habe, schmeckten im besten Fall wie eine schlechte Ausgabe des Originals. Genuss sieht für mich anders aus.
  • Ersatzlebensmittel sind sehr teuer.
  • Die Zutatenlisten liest man besser nicht. Ich bin bei Fertigprodukten wahrhaftig nicht empfindlich, ich esse Dosenfutter und Supermarktsüßigkeiten und arbeite mit Lebensmittelfarbe, aber dass in meinem Grundnahrungsmittel Brot eine ganze Liste von seltsamen Zutaten verarbeitet ist, finde ich schon gruselig.
  • Grundnahrungsmittel wie Weizen und andere Getreide, die auch hier angebaut werden können, werden durch "exotische" (Pseudo-)Getreide wie Reis, Quinoa und Hirse ersetzt. In Sachen Regionalität etwas fragwürdig.
  • Ich habe den Eindruck, dass es glutenfrei schwerer wird, auf genug Ballaststoffe zu kommen. Klar kann man auch Vollkornreis essen, aber eben nicht dauernd, und so ein richtig vollkorniges Ersatzbrot habe ich nicht gefunden.
Versteht mich nicht falsch, ich möchte diesen Lebensmitteln keinesfalls die Existenzberechtigung absprechen! Hätte ich wirklich glutenbedingte Beschwerden oder wäre sogar zöliakiekrank, wäre ich verdammt froh darum, dass es mittlerweile auch in normalen Supermärkten glutenfreie Produktserien gibt (und die glutenfreien Nudeln von der Rewe-Eigenmarke fand ich echt nicht schlecht). Außerdem denke ich, dass man auch in ein glutenfreies Leben erst hineinwachsen muss, so wie in das vegane auch. Aber einfach so? Lieber nicht.

Wie Tag 17 (Mittwoch) aussah, könnt ihr euch hier anschauen. Ich habe den morgendlichen Smoothie mit Banane angereichert und auf den Nachmittag verschoben. Morgens gab es dafür Haferflocken, und das war auch gut - so war ich bis zum Mittagessen satt. Für mich übrigens ein Novum, denn normalerweise hält bei mir keine Mahlzeit so lange vor. Dennoch möchte ich (zumindest im Sommer) auf den grünen Smoothie nicht verzichten, da er bei mir zwar immer noch keine große Begeisterung hervorruft, aber immerhin dazu führt, dass ich mehr Grünzeug zu mir nehme. Im Winter muss ich mal schauen, was sich machen lässt, da ich nicht davon ausgehe, dass mir Smoothies aus Wintergemüse schmecken werden. Ich frage mich nämlich, inwiefern es sinnvoll ist, dann noch haufenweise Gurke, Zucchini usw. zu verarbeiten.
Zucker gab es heute übrigens nur sehr wenig. Aber etwas mehr als in den ersten beiden Wochen erlaube ich mir doch.

Tag 18 (Donnerstag) fing gleich gut an. Endlich tat sich mal wieder was auf der Waage! Vielleicht, weil ich jetzt nicht mehr dauernd Nüsse knabbere, um das Hungergefühl zu dämpfen? Und von einem weiteren Sieg kann ich auch berichten: In der Frühstückspause, die wir immer donnerstags gemeinsam machen, gab es heute Schokoladentorte und Chips. Ich habe ein Stück Torte gegessen (von einer 18cm-Springform) und mich bei den Chips nicht zurückgehalten, ABER: Zum Mittagessen gab es mal wieder Salat, danach stand die Torte auf dem Tisch, und ich habe nicht mal einen Gedanken daran verschwendet, mir noch ein Stück zu nehmen. Ich hatte einfach kein Bedürfnis danach. Und auch mein Tief am frühen Nachmittag hat sich durch Gemüse und Salat in Luft aufgelöst. Hurra!

Tag 19 (Freitag) war faktisch der letzte Tag der CSD - allerdings ohne grünen Smoothie. Der ist in den Vorbereitungen für unsere Feier am Samstag untergegangen und wurde durch einen schnell gemixten Obstsmoothie aus Banane, Apfelsaft und gefrorenen Erdbeeren (Sebastians Favoriten) ersetzt. Morgens war ich einkaufen und musste zweimal in den Supermarkt, weil einfach nicht alles in einen Wagen gepasst hat. Mittags gab es gebratenen Pak Choy mit Vollkornreis, und den Rest des Tages habe ich mich so durch die Salate genascht, die eine Freundin und ich vorbereitet haben.

An Tag 20 (Samstag) und Tag 21 (Sonntag) war denn endgültig keine Zeit mehr für richtige Mahlzeiten, und insbesondere der Sonntag war auch eher dem Resteessen gewidmet. Ich muss aber sagen, dass ich schon nach den ersten zwei weißen Brötchen mit Nudelsalat eine unbändige Lust auf Gemüse entwickelt habe - irgendetwas tut sich also doch... Und vertragen habe ich das ganze Weißmehl auch nicht, ich sah direkt wieder total aufgebläht aus und habe mich nicht gut gefühlt.

Das Fazit zu den drei Wochen gibt es dann morgen - ich wünsche euch noch einen sonnigen Montag!


Zum Weiterlesen:
Teil 1
Teil 2 
Teil 3

Kommentare:

  1. Das finde ich auch leider schade - viele sogenannte "Superfoods" sind nicht regional vorhanden und müssen erst lange Wege hinter sich bringen, obwohl hier doch reichlich Weizen, Dinkel, Hafer etc. vorhanden ist! Verzichten will ich trotzdem nicht auf diese überregionalen Sachen, aber ausschließlich ?!
    Bei einem Bäcker in meiner Nähe wird jetzt lustigerweise auch glutenfreies Brot hergestellt (auch vegan), das schmeckt sogar ganz gut und ist noch nicht mal zehnfach eingepackt!
    Bin gespannt auf dein Fazit! - Viel Erfolg noch bei den Hochzeitsvorbereitungen :-))

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    1. Ja, genau, um die Ausschließlichkeit geht es eben. Und vielleicht gibt es hier sogar ähnliche Angebote. Allerdings muss ich sagen, dass ich einkaufstechnisch schon ganz gut ausgelastet bin. Ich muss oft viele Wege machen, um in der Stadt, in der ich arbeite, alles Mögliche einzukaufen und es dann nach Hause zu schleppen mit Fahrrad, Bahn und Bus. Da hält sich meine Sehnsucht nach noch mehr Sonderwünschen auch in Grenzen ;)
      Und danke! Jetzt ist es ganz entspannt :)

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  2. Hi,
    mit dem glutenfreien Brot ist das so ne Sache. Mir schmecken viele nicht und oft sind da komische sachen drin, ich mag es auch nicht, wenn Süßkram im Brot ist. Mein Brotkonsum ist gesunken seit der Glutenfreiheit. Ich mag das Mühlenbrot von no grano ganz gerne, das ist dunkel und etwas kräftig im geschmack (gibts immer im reformhaus in der galerie. kannst ja mal ausprobieren...). Vielleicht schmecken dir die frischgebackenen glutenfreie Brote, z.B. bei Klatschmohn (dienstags, vorbestellpflicht)?
    glutenfreies getreide und regionalität ist ein problem, das passt nicht gut zusammen. die alternativen heissen buchweizen, mais, kastanien. das braucht aber seine zeit zum ausprobieren... habe gehört, dass es in brandenburg ein projekt geben soll für heimische hirse. das ist dann zwar nicht regional, käme dann aber nicht aus übersee....

    viele Grüße,

    Khiira

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    1. Hallo Khiira,
      danke für die Tipps! Da werd ich mich mal umsehen, wenn ich den Kopf wieder frei habe.
      Liebe Grüße
      Carola

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