Sonntag, 2. Juni 2013

Tagebuch Crazy Sexy Detox, Teil 2

Dass Tag 5 (Freitag) eine Ausnahme bringen würde, war schon vorher klar. Ich besuchte nämlich eine Freundin in Frankfurt, und neben einem kleinen Einkauf im Veganz stand auch die Einkehr im Edelkiosk auf dem Programm. Da ich in meinen nun mehr als drei veganen Jahren nicht mehr als zwei- oder dreimal "fremdgebackenen" veganen Kuchen gegessen habe, hatte ich wirklich keine Lust, auf ein Stück Torte zu verzichten! Das war dann auch sehr lecker, allerdings habe ich nach wenigen (fast) zuckerfreien Tagen schon gemerkt, wie süß mir Kuchen auf einmal zu sein scheint.
Die Glutenfreiheit ist mit dieser kleinen Sünde nun wohl dahin, aber ich bin dennoch sehr stolz auf mich. Wenn ich sonst versucht habe, mein Essverhalten umzustellen, und dann einen "Ausrutscher" hatte, war die Jetzt-ist-es-ja-auch-egal-Haltung fast schon die logische Konsequenz. Und genau das ist mir bisher diese Woche noch nicht passiert! So gab es denn zur Torte auch nur ein stilles Wasser und keinen Latte Macchiato, und abends ging es mit Hirse und Zucchini weiter.

An Tag 6 (Samstag) beschloss Sebastian nach anfänglich kritischem Beäugen, es auch mal mit einem grünen Smoothie zum Frühstück zu versuchen. Der war zwar am Ende eher orange (Möhren, Gurke, Salat, Mairübchen und Apfelsaft waren drin), sorgte aber dennoch für zahlreiche Runzeln im Gesicht meines Liebsten, obwohl er ihn brav ausgetrunken hat. Ich muss sagen, ich kann's verstehen! Teilweise muss ich mich auch noch ganz schön schütteln, wenn ich "das Zeug" trinke. Grüne Säfte wären vermutlich eher was für mich, aber erstens widerstrebt es mir, dann die ganzen Reste wegzuschütten, und zweitens haben wir keinen Entsafter. Ich finde es aber schade, wenn immer wieder suggeriert wird, dass man ohne die richtige Küchenausstattung sowieso nichts mitmachen kann. Stichwort: Vitamix. Zeitweise konnte man auf den verschiedensten Veganblogs den Eindruck gewinnen, ein Veganer ohne Vitamix sei überhaupt nur ein halber Mensch. Genau dem möchte ich aber eigentlich ein wenig entgegentreten. Daher (und natürlich auch aus finanziellen Gründen) wird es hier vorerst keinen Entsafter geben.
Ansonsten war der Tag eher ein katastrophaler Fresstag. Den ganzen Tag habe ich Mandeln und Reiswaffeln gekaut, satt war ich eigentlich fast nie. Abends ging dann auch noch einiges schief, sodass ich zum Abendessen endgültig die Schnauze voll hatte und einfach Ofenkartoffeln mit Mayonnaise gegessen habe. Nichts mit Salat! Dafür war ich noch laufen, was aber dazu führte, dass ich einen wichtigen Anruf verpasst habe... Wieder blöd. Drei Stückchen Schokolade gab es auch, also insgesamt eher ein suboptimaler Tag. Trotzdem: keine Fressorgie. Das ist ja auch was.

Wichtigste Erkenntnis von Tag 7 (Sonntag): Chiapudding und ich werden keine Freunde. Insgesamt war dieser Tag eher verkorkst, weil ich eben nicht mit einem grünen Smoothie, sondern mit besagtem Chiapudding gestartet bin. Den grünen Smoothie gab es dann nachmittags, und für Sebastian einen obergenialen Obstsmoothie aus Banane, Apfelsaft und gefrorenen Erdbeeren, der ihn tatsächlich begesistern konnte! Mit der Glutenfreiheit war es dafür leider den dritten Tag in Folge nichts, weil wir vergessen hatten, die Frühstücksbrötchen, die der Schwiegervater uns jeden Sonntag bringt, abzubestellen (gestern waren wir mittags in eine Falle getappt, als wir unsere Senfsoße mit Weizenstärke angedickt hatten). Sei's drum. Gelernt haben wir aus der Soßengeschichte übrigens nichts, denn mir fällt gerade beim Schreiben auf, dass auch unsere Spargelcremesuppe heute Abend wieder Weizenstärke enthielt. Hach ja.
Ich merke allerdings, dass mir die (teilweise) Glutenfreiheit auf ungeahnte Weise gut tut: Da ich mich mit glutenfreien Produkten noch nicht so gut auskenne, esse ich automatisch weniger bzw. "muss" auch weniger Versuchungen nachgeben. Genauso war es auch in meiner veganen Anfangszeit - aber das hat sich recht schnell gelegt. Vielleicht sollte ich doch mal einen Schnellkurs bei Laura von "Aber bitte mit ohne" belegen.
Sportmäßig waren wir heute gut dabei: Erst spazierengehen, dann laufen. Was ich definitiv vernachlässige, ist die Meditation. Damit habe ich bisher noch nicht mal begonnen, irgendwie kriege ich die Kurve nicht. Andererseits möchte ich mich auch nicht zu zu vielen (zeitintensiven) Veränderungen auf einmal zwingen. Es kostet mich bereits ziemlich viel Kraft, wirklich bei jeder Mahlzeit für mich zu sorgen und mich dazu anzuhalten, eben nicht, wie gestern Abend,  nur schnell irgendetwas auf den Tisch zu bringen, sondern wirklich Salat zu schnippeln, einen Smoothie zu machen usw. - besonders, wenn es mir nicht gut geht oder ich müde bin. Mit dem Sport geht es mir ähnlich. Meditation würde hier nur einen zusätzlichen Zwang hinzufügen. Der kann warten; immer eins nach dem anderen.

Und jetzt geht es ins Bett; schlaft gut!


Zum Weiterlesen:
Teil 1
Teil 3 
Teil 4

Kommentare:

  1. Schön, dass du dennoch weitermachst und nicht die Flinte ins Korn wirfst. Allein das Erkennen ist ja schon ein Schritt weiter. Das mit deiner Vitamix-Abneigung kann ich absolut verstehen. Klar, ich hab jetzt auch ert neu mein Dörri, aber manches ist mir wirklich zu hypemäßig - so toll der auch sein soll: Für mich bitte erst mal keinen!^^ Unser Mixer tut gute Dienste und ich verhunger mit ihm auch nicht! ;)
    Dir weiter alles Liebe und sei nett zu dir, Challenge hin oder her! :)
    LG, Frau Momo
    PS: One-minute-meditation, wenn du magst: http://www.youtube.com/watch?v=tfetFVePqWo

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke :)
      Und ich finde auch nichts Schlimmes daran, sich gute Geräte zu kaufen, wenn man sie wirklich einsetzt. Aber dieser Hype war mir dann doch etwas zu viel.

      Löschen
    2. Das habe ich schon genau so verstanden und kann es nachvollziehen! ;)

      LG, Frau Momo

      Löschen
  2. Liebe Carola, es ist sehr beruhigend und interessant zu lesen, wie es dir ergeht und ich finde es gut, dass endlich mal jemand beschreibt, wie es oft wirklich läuft. Es ist nicht alles perfekt, es klappt nicht immer alles gleich, man schafft nicht immer alles auf einmal und es gibt auch Dinge, die manchmal einfach zu viel Energie kosten.
    Trotzdem wünsche ich dir für dein Projekt viel Erfolg, mach es so, wie du es schaffst und wie es dir gut tut! Und das Kleid wird bestimmt am Ende passen! ;)
    Liebe Grüße :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke :) Und das Kleid passt ja ;) Also, es ist nicht so, dass ich aussähe wie eine Presswurst. Dann wäre es jetzt eh zu spät :D Ich hätte es nur gern ein wenig lockerer.

      Löschen
  3. Stehe für den Insidertips zur Glutenfreiheit gerne zur Verfügung. ;)

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Carola, ich habe heute Morgen dein neues Detox-Tagebuch entdeckt und finde es total spannend und interessant zu lesen!
    Ich kann mich total in dich hineinfühlen, weil es mir sicherlich genauso ergehen würde und es für mich auch sehr schwierig wäre auf Gluten/Zucker/Kaffee&Alkohol zu verzichten (manches mehr, manches weniger). Deswegen ist es so schön, dass du so ehrlich bist! Man kann gar nicht alles richtig machen!! Aber ich glaube darum geht es auch gar nicht - sondern viel eher, dass kleine Schritte zur Veränderung ebenso effektiv sind und du vielleicht am Ende sogar einige Aspekte aus dem Detox in deinen Alltag übernimmst!
    Jetzt habe ich auch Lust auf Detox, werde mir sofort das Buch kaufen!
    Und ich bin mir sicher, egal ob 2 Kilo mehr oder weniger: Du siehst sicher traumhaft aus in deinem weißen Kleid!
    Alles Liebe,
    Laura

    AntwortenLöschen
  5. Hi Carola! Ich verfolge auch mit großer Freude deine Berichte zum Detoxen! du schreibst so herrlich erfrischend ehrlich! :D weiter so! :D

    AntwortenLöschen