Freitag, 31. Mai 2013

Tagebuch Crazy Sexy Detox, Teil 1

Eigentlich hatte ich ja noch eine ganze Latte von Ideen für Posts im Mai, aber irgendwie hat es zeitlich dann doch nicht so richtig hingehauen. Daher berichte ich euch jetzt einfach von den ersten Tagen "Crazy Sexy Detox" aus Kris Carrs "Crazy Sexy Diet". Also
  • kein Kaffee (das krieg ich hin),
  • kein Alkohol (außer bei manchen Feiern auch kein Problem),
  • keine Weißmehlprodukte,
  • keine stark verarbeiteten Lebensmittel,
  • kein Gluten (also kein Weizen, kein Dinkel, keine Gerste, kein Roggen und besser auch kein Hafer) und
  • kein Zucker, dafür
  • grüne Smoothies, grüne Säfte, Salat und gedünstetes Gemüse en masse.
Moment mal: zucker- und glutenfrei? Ich? Besonders Letzteres habe ich ja immer etwas belächelt (und sehe es auch nach wie vor kritisch, aber dazu kommt dann ganz am Ende im Fazit was, denke ich). Allerdings habe ich jetzt mehrere Monate mehr oder minder motiviert versucht, meine drei, vier Winterspeckkilos loszuwerden, um mich bei unserer Hochzeit wohlzufühlen, und das ohne Erfolg. Außerdem brauchte ich wohl einfach mal was Neues, wir haben die letzten Wochen eigentlich immer nur dasselbe gegessen. Und nachdem mir Julia das Buch letztes Jahr geliehen hatte und ich es mir dann zum Geburtstag habe schenken lassen, wollte ich die Umstellung zumindest mal ausprobieren. Für drei Wochen wird das schon gehen, und ich erhoffe mir dadurch ehrlich gesagt auch, ein paar neue Lebensmittel kennenzulernen. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das wirklich durchhalten werde... Besonders der Zucker bereitet mir Sorge.

Am Tag vorher: Ich fühle mich zwiegespalten. Einerseits freue ich mich auf das, was vor mir liegt - immerhin hat es ja einen Grund, warum ich die Detox-Tage machen will. Ich möchte bis zur Hochzeit noch ein, zwei Kilo verlieren, und wenn sich wirklich eine leichte Glutensensitivität herausstellen sollte, bestünde ja vielleicht doch noch eine Chance, endlich meine ständig gerötete Gesichtshaut in den Griff zu kriegen. Allerdings ist es für mich doch eine große Herausforderung, ohne Weizen und Zucker zu leben, und da ich natürlich direkt überlesen habe, dass man eigentlich eine Woche zum "Reinkommen" vorschalten soll, werde ich jetzt direkt ins kalte Wasser geworfen. Dementsprechend habe ich dann heute auch noch mal richtig reingehauen: Frappuccino, Schokolade und Pizza zum Abendbrot, also genau so, wie es eigentlich nicht sein sollte. Mal sehen.

Tag 1 (Montag): Ging mal grandios in die Hose. Erstens musste ich feststellen, dass "nur Flüssiges bis zum Mittag" für mich einfach nicht praktikabel ist. Vielleicht liegt es auch am Zyklus, aber ich hatte echt einen Bärenhunger. Also gab es ein paar Mandeln zu Wasser, Tee und Smoothie.
Abends hatte ich dann total ausgeblendet, dass ein Vorbeigehen auf dem Geburtstag der Stiefschwiegermutter bestimmt nicht mit einem Glas Wasser getan sein würde. Also gab es Kartoffeln, Rotkohl, Erdnüsse und auch ein paar Süßigkeiten. Irgendwie bin ich gegenüber ihrem Druck dann doch sehr schnell eingeknickt. Aber immerhin den Alkohol habe ich mir verkniffen! Und, was ich wirklich toll fand: Sebi hat beschlossen, mitzumachen. Nicht mit der Ernsthaftigkeit wie ich, aber er will sich zumindest der Gluten- und Zuckerfreiheit anschließen, sobald das letzte Brot aufgegessen ist. Hurra!

Tag 2 (Dienstag): Mein erster "wirklicher" grüner Smoothie, bisher habe ich ja immer mit Saft geschummelt. Schmeckte eklig, ich werd also vorerst dabei bleiben, Orangensaft etc. unterzumixen. Das entspricht vielleicht nicht unbedingt dem Konzept, aber ist besser als nichts, finde ich - zumal, wenn es mir hilft, dranzubleiben.
Zu Gedanken über's Essen war heute ansonsten wenig Zeit. Erst Vorlesung, dann Klausur, dann Fondanttortenbacken mit der Mitbewohnerin einer Kollegin (was echt Spaß gemacht hat!), und als ich dann um halb acht zu Hause war, habe ich mich tatsächlich noch mal zu einem Spaziergang aufgerafft. Ich weiß schon, eigentlich soll man jeden Tag Sport machen, aber passenderweise habe ich mir am Samstag das Knie verdreht, und da bin ich jetzt lieber erst mal vorsichtig. Spazierengehen ging aber gut und war auch sehr toll im Abendsonnenschein! Vincent hat sich auch gefreut, dem konnte ich so nämlich frisches Gras mitbringen.
Notiz an mich selbst: Morgen nachlesen, ob Kartoffeln eigentlich "erlaubt" sind. Mir schwant da nämlich Böses, die sind bestimmt wegen des hohen GI (GI = glykämischer Index; das Maß dafür, wie sehr ein Lebensmittel den Blutzucker in die Höhe treibt) ungünstig.

Tag 3 (Mittwoch) begann mit einer Überraschung auf der Waage. Schon fast ein komplettes Kilo weniger! Ja, mir ist klar, Wasserverlust und Jojoeffekt und so. Da ich aber nicht vorhabe, 10 Kilo abzunehmen, sondern nur die vier, die mir bis zu meinem Gewicht der letzten zwei Jahre noch fehlen, ist das schon ok. Hauptsache, das Hochzeitskleid passt!
Das hat mir dann auch direkt Motivation gegeben, den Tag richtig durchzuziehen und abends beim Essengehen mit Kollegen von meiner früheren Arbeitsstelle im Restaurant auch wirklich nur Salat zu essen. Allerdings kam dann zu Hause doch der Hunger durch, also habe ich noch das glutenfreie Brot probiert, das ich unterwegs gekauft habe. Hm. Kann man essen, muss man aber nicht. Meinen ganzen Mittwoch seht ihr übrigens hier, es fehlen nur die Mandeln zwischendurch.

An Tag 4 (Donnerstag) war ich dann endlich mal motiviert, laufen zu gehen, immerhin soll man sich ja 35 Minuten pro Tag bewegen. Das Knie hatte sich nicht wieder gemeldet und tat es auch während der gut 6 km nicht. So kann es bleiben! Erkenntnis außerdem: Fiese Schmerzen in der Seite krieg ich unabhängig vom Tempo, also kann ich genauso gut auch schneller laufen. Prima. Mittags gab es glutenfreie Nudeln (schmeckten ganz ok) und Tomatensoße aus dem Glas (immerhin bio, wenn auch sicher eigentlich nicht wirklich der Plan), abends Buchweizenpfannkuchen mit Linsen-Aioli-Füllung aus "La Veganista". Sehr lecker! Zum ersten Mal in dieser Woche überkam mich dann auch der Süßhunger, ließ sich aber mit zwei kleinen Stückchen Zartbitterschokolade schnell wieder besänftigen.
Insgesamt denke ich, dass ich die Challenge mit deutlich mehr Ernst betreiben könnte. Mangels Entsafter fallen grüne Säfte zwar raus, aber ansonsten ginge da sicher noch mehr. Andererseits sehe ich nicht ein, Lebensmittel wie die Mandelmilch aus der Tüte oder die Margarine gestern wegzuwerfen, und ich habe auch die Befürchtung, dass ich alles einfach hinschmeißen könnte, wenn ich zu viel auf einmal versuche. So bleibt mir der pasteurisierte Orangensaft im Smoothie einfach vorerst erhalten, und ich taste mich langsam ran. Dazu gehört für mich auch einfach etwas Festes schon am Vormittag. Ist dann vielleicht keine Detox-Challenge im strengeren Sinn, aber besser als nichts doch allemal. Und mein Smoothie für morgen enthält auch schon wieder Gurke und Karotte. Es wird also, wenn auch sehr langsam. Außerdem denke ich, dass ich schon allein wegen des Zuckerverzichts mehr als stolz auf mich sein kann!


Zum Weiterlesen:

Teil 2
Teil 3 
Teil 4

Kommentare:

  1. Ich finde es toll, dass du dir erlaubst, es "nicht richtig" zu machen, anstatt es ganz sein zu lassen. Ich bin da immer sehr streng mit mir, und dann fühlt es sich auf Dauer häufig nicht mehr gut an!
    Schön, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Um das Buch bin ich schon lange rumgeschlichen! ;)

    Liebe Grüße und bei all dem noch etwas Spaß bei der Challenge,
    Frau Momo

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  2. Ich würde mich dir am liebsten direkt anschließen. Zu den übers letzte Jahr hinzugekommenen paar Kilos haben sich jetzt noch 1-2 Urlaubskilos gesellt, die ich gerne wieder los werden würde :-) Aber im Moment würde das bei mir überhaupt nicht passen. Vor allem finde ich es gut, dass du erkannt hast, dass alles auf einmal nicht immer geht, dass aber nicht heißt, dass man es ganz sein lassen muss :-)
    Viel Erfolg und viel Spaß! Ich bin gespannt, wass du so in glutenfrei zauberst!
    lg Simone

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  3. um ganz ehrlich zu sein, ich find echt schade, dass solche "challenges", diäten usw usw immer mehr die deutschen veganen blogs übernehmen. Klar, deinen Blog lese ich weiter, schließlich gibt es hier viel mehr, aber ich dachte mein Feedback interessiert dich trotzdem.

    Versteh mich auch nicht falsch, ich trinke selbst kein Koffein und alkohol und jeder kann so viel oder so wenig zucker, weißmehl, gluten usw essen wie er will. Aber Crazy Sexy Diet und all die anderen unwissenschaftlichen Dinge machen mich sehr wütend. Das ist was die Leute als Veganismus wahrnehmen und es schadet der Glaubwürdigkeit von einer wichtigen Sache.

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    1. Hallo Lea,

      danke für deinen Kommentar! Ich sehe meinen Blog eigentlich nicht als Repräsentation "des" deutschen Veganismus an. Es ist mein persönlicher Blog und nichts Offizielles, daher ist es das Problem "der Leute", wenn sie das mit Veganismus gleichsetzen. Ich habe keinen Missionsanspruch und vertrete das, was ich persönlich mache, z. B. nicht unbedingt in meinen Kochkursen.

      Darüber hinaus sehe ich durchaus Kritikpunkte an der Crazy Sexy Diet, darauf hatte ich ja auch oben im Text hingewiesen. Allerdings mag die Herangehensweise tatsächlich teilweise unwissenschaftlich sein. Nach allem, was ich gelesen habe, häufen sich aber die Belege dafür, dass Zucker tatsächlich schädlicher ist als landläufig gedacht (sprich, er macht nicht nur schlechte Zähne), und offensichtlich ist auch etwas dran, dass viele Leute ein wenig auf Gluten reagieren. Ich habe seit Jahren Probleme mit meiner Haut und finde es konsequenter, erst einmal eine Ernährungsumstellung zu versuchen, als mit Medikamenten, Cremes etc. dagegen anzugehen. Wenn's nichts bringt (wovon ich ausgehe), habe ich ja nichts verloren. Beim Zucker kommt bei mir außerdem hinzu, dass ich auch nach der Meinung "der Leute" zu viel davon esse (s. jeweils mein Vegan Wednesday). Womit sich der Kreis dann wieder schließt: Warum soll ich auf meinem Blog nichts Persönliches posten, das ja zumindest, wenn es schon keinem nützt, auch keinem schadet?

      Also, ich sehe schon deinen Punkt und habe mich noch vor ein oder zwei Jahren wie du drüber aufgeregt. Inzwischen habe ich aber meine Meinung geändert und halte meine Leser für kompetent genug, selbst zu entscheiden, was ihnen komisch vorkommt. Zumal ich, wie du oben siehst, auch für mich selbst nicht unbedingt die konsequenteste Linie vertrete ;)

      Liebe Grüße
      Carola

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    2. Hallo Carola,

      vielen Dank für die lange Antwort! Du hast natürlich recht, dass du auf deinem Blog machen kannst was du willst. Ich hoffe ich hab mich da nicht falsch ausgedruckt. Ich sehe nur, dass das ein Trend auf "den" deutschen veganen Blogs ist, die zusammen Teil der Repräsentation des Veganismus sind. Zumindest mein Ziel ist auch, dass der Veganismus weniger "verrückt" und außenseiterisch ist. Aber du hast natürlich völlig recht, dass ich voreilige Schlüsse mache, wenn ich da von mir auf andere Leute schließe.

      Ganz ehrlich, vielleicht schiebe ich das aber auch einfach nur vor, aus persönlichen Gründen. Ich merke, dass es mir wirklich nicht gut tut Blogs zu lesen, auf denen vor Gluten, Weißmehl etc gewarnt wird (nicht, dass du das machst, aber die Diät macht es natürlich), sondern mich lieber auf die wissenschaftlichen Fakten zu stützen. Das hat aber eher damit zu tun, dass ich selbst leicht an soetwas verfalle und dann denke "Oh, meine haut ist diese woche schlecht, weil ich brötchen aus weißmehl gegessen habe" und mich dann ganz verrückt mache. Ich "musste" in letzter Zeit so viele vegane Blogs aufhören zu lesen, weil das in der Masse alles einen sehr orthorexischen Eindruck macht... nicht dein einziger Post natürlich! Ich sehe ja die ganzen tollen cupcake posts davor. Es war eher ein ausdruck davon, dass ich hoffe, dass der "alte" blog sich nicht ändert, weil ich ihn gerne lese so wie er ist.

      Tut mir leid, dass ich da so total projeziert habe. Ich weiß/wusste leider nicht, wie ich das formulieren kann. Du kannst natürlich tun und lassen auf deinem Blog was du möchtest. Das ist einfach purer Eigennutz bei mir. ich würde gerne deinen Blog weiterlesen, und wenn er sozusagen mehr in richtung rohkost, diät, usw geht müsste ich ihn meiner Psyche zu Liebe aus dem Feeder schmeißen. Das fänd ich schade. Also einfach nur meine persönliche Blogpreferenz, im Endeffekt. Aber vielleicht kann das ja trotzdem interessant für dich sein, denn ich weiß, dass es anderen auch so geht.
      Auf der anderen Seite, gibt es wahrscheinlich noch viel mehr die es interessant finden. Also vergiss am Besten meinen ersten Kommentar ;)

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    3. Ich bin gespannt auf dein Fazit zum glutenfreien Essen. Ich lege immer zwischendurch glutenarme Tage ein. Das tut tatsächlich sehr gut.

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  4. Zu deinem Fazit zur glutenfreien Ernährung bin ich auch gespannt. Ich will auch schon länger versuchen, zumindest eine Woche glutenfrei zu essen. Leider fällt mir der Einstieg irgendwie etwas schwer.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg!

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  5. Hallo,
    Warum isst du so wenig?
    Als die Ess-Polizei möchte ich eigentlich nicht auftreten, aber bei eurem " Vegan Wednesday" ist mir schon öfter aufgefallen, dass die !Mindest-Grundkalorienmenge des Öfteren mal null eingehalten wird.
    Ich habe eine Tochter, die bei euch mitliest. Sie ist extrem krank, leidet unter extremem Hasrausfall, ist magersüchtig, wartet derzeit auf einen Therapieplatz.
    Wie soll ich ihr um Himmelwillen beibringen, ihren Körper ausreichend zu versorgen, wenn sogar ihr " so gesund lebenden Veganer" krass unter dem normal notwendigen Bedarf eines jungen Menschen bleibt?
    Bitte bedenkt doch sowas, bevor ihr postet!!
    Ich wäre euch unglaublich dankbar.
    Heike

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    1. Hallo Heike,

      ich weiß nicht, was du damit bezweckst, dass du diesen Kommentar per C&P bei allen möglichen Vegan-Wednesday-Teilnehmerinnen postest. Aus keinem der Beiträge konnte man irgendwie darauf schließen, dass diejenige, die du da angreifst, zu wenig isst. Wir als Organisatorinnen des Vegan Wednesday haben schon mehrfach betont, dass es erstens ganz normal ist, dass man nur eine "Show-Portion" zeigt, und dass zweitens vielleicht einfach ein stressiger Tag erwischt wurde, an dem nicht so viele Mahlzeiten drin waren.

      Abgesehen davon frage ich mich ernsthaft, wie du
      a) aus meinem Post oben schließen konntest, dass ich zu wenig esse und
      b) abgeleitet hast, dass ich ein "so gesund lebender Veganer" bin.
      Es tut mir sehr leid, dass deine Tochter krank ist, aber ich denke, dass eine Frau Ende 20, die vorhat, bei 1,70 Körpergröße von 69 auf 65 kg abzunehmen (= ich), genauso wenig ein Trigger ist wie jemand, der drei Hauptmahlzeiten pro Tag + Zwischenmahlzeit isst. Daher wäre es sehr nett, wenn du in Zukunft aufhören könntest, den Teilnehmerinnen am Vegan Wednesday durch deine haltlosen Beschuldigungen den Spaß an der Sache zu verderben. Danke.

      Viele Grüße
      Carola

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