Sonntag, 31. März 2013

Update zum Use Up-Along: Wie wird man Lebensmittel los?


Erst einmal frohe Ostern euch allen! Ich hoffe, ihr hattet einige Nettigkeiten im Osternest, habt schön gefrühstückt und habt vor allem noch einen schönen Tag vor euch! Ich habe die letzten beiden Tage mit meiner Verwandtschaft und meinen Freunden in der Heimat verbracht und bin jetzt wieder zurück zu Hause. Der Schwiegervater war schon zu Besuch, und nachher besuchen wir noch die Cousine meines Freundes und ihre Familie. Morgen ist dann voraussichtlich "Ruhetag", aber wer weiß...

Zwischen all den Osterposts möchte ich aber den letzten Tag des Märzes nutzen, um euch ein kurzes Update zu meinem Use Up-Along zu geben. Falls ihr eine kleine Gedächtnisauffrischung braucht: Anfang des Jahres hatte ich dazu aufgerufen, den eigenen Vorratsschrank zu inventarisieren und "Leichen" aufzubrauchen. Offensichtlich traf das den Nerv einiger anderer Blogger. Alle Etappen und Ergebnisse könnt ihr hier bewundern:

Bestandsaufnahme
Zwischenstand 1
Zwischenstand 2
Endstand

Meine eigene Liste zum aktuellen Stand könnt ihr jederzeit hier ansehen, ihr findet sie aber auch weiter unten. Sie ist deutlich kürzer als zu Beginn, aber nicht so viel kürzer, wie man meinen sollte. Das hat verschiedene Gründe:
  1. habe ich noch verschiedene weitere Dinge aufgelistet, die in der ersten Liste nicht auftauchten,
  2. ist das ein oder andere dazugekommen (v.a. im Bereich Alkohol) und
  3. stehen viele Dinge zwar noch auf der Liste, sind aber immerhin schon angefangen. Marmelade und auch ein Kilo Reis brauchen nun mal ihre Zeit!
Und wie bin ich die Sachen jetzt losgeworden? Auf folgende Arten und Weisen:

Das ist ja lecker!
Einige Dinge sind verschwunden, weil ich sie endlich einmal probiert und für sehr lecker befunden habe. Sie werden also definitiv nachgekauft und haben daher nichts mehr auf der Aufbrauchliste zu suchen. Beispiele: Sojamedaillons und Seitan Fix.  

Dranbleiben
Manches mag ich eigentlich, brauche ich aber nicht unbedingt. Also gibt es ab und zu mal etwas davon. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, und irgendwann ist die Packung leer. Stichwort Matcha und Reis - beides eigentlich lecker, würde ich aber von mir aus nicht nachkaufen.

Hier fällt es nicht auf
Muss ich mehr sagen? Limettensaft im Smoothie. Marmelade statt Zucker in der roten Grütze.

Augen zu und durch
Bei anderen Lebensmitteln hilft manchmal einfach nichts als "Augen zu und durch". In den letzten Wochen habe ich sehr oft Restecurrys und andere Ausprägungen von "Pampe mit irgendwas" mit zur Arbeit genommen. Mit zur Arbeit deshalb, weil ich mich dann nicht mehr spontan umentscheiden konnte, doch noch etwas anderes zu essen. So sind unter anderem Kokoscreme, Tiefkühlgemüse und eingelegte Paprika verschwunden.

Verschenken
Zugegebenermaßen fällt in diese Kategorie nur sehr wenig - zumindest, wenn man nur das direkte Verschenken an Bekannte einrechnet. Ich wollte diese Möglichkeit aber zumindest mal erwähnt haben!

foodsharing.de
Eine andere Form des Verschenkens. Die Internetplattform foodsharing.de wurde in einigen Kommentaren im Laufe des Use Up-Alongs erwähnt, und ich habe sie dann auch tatsächlich mal getestet. Auf sehr nette Art und Weise wurde ich Sekt und Wein (den wir öfter geschenkt bekommen, aber nicht mögen) und Sojamedaillons und Räuchertofu (Überbleibsel aus einem Kochkur) los. Natürlich macht das Einstellen und Verabreden ein wenig Arbeit, ich habe aber insbesondere bei der zweiten Übergabe sehr inspirierende Menschen kennengelernt, die mir die ganze Woche gerettet haben. Meiner Meinung nach sehr zu empfehlen! Möglicher Kritikpunkt: Man muss aufpassen, nicht von vornherein Produkte mit dem Gedanken zu kaufen, sie ja im Notfall problemlos über foodsharing.de wieder abgeben zu können.

Wegwerfen
Dieser letzte Punkt liegt mir schwer im Magen, aber ja, ich muss zugeben, ich habe auch Dinge weggeworfen. Getroffen hat es trockene Reste vom Marzipanstollen, vier Gläser eingelegte Tomaten mit Zwiebeln, ein Glas Erdbeermarmelade und ein Glas abgelaufenen Senf (und vermutlich noch mehrere andere Dinge, an die ich mich gerade nicht erinnern kann). Bei allen konnte ich mich nicht dazu überwinden, sie zu essen. Dabei finde ich die Verschwendung von Lebensmitteln eigentlich schrecklich. Was ich daraus gelernt habe, ist aber eigentlich die wichtigste Lektion der ganzen Aktion:

Kauf nur das, was du auch wirklich essen willst, und nichts, was du deiner Meinung nach essen oder zubereiten solltest.

Ich bin schon mehrfach für meinen nicht sehr exotischen Geschmack und meinen mangelnden Willen, jedes neue (vegane) Produkt auszuprobieren, kritisiert worden. Für mich ist eine solche Haltung aber sinnvoll. Ich bin nicht gut darin, mich zum Aufessen von Dingen zu zwingen, die mir nicht schmecken - daher kaufe ich sie am besten gar nicht erst. Damit bleibt zwar mein Horizont etwas beschränkt, aber auch der Biomülleimer leer, und eigentlich ist das Ganze ja auch gar nicht mein Problem, sondern das meiner Umwelt. Ich bin zufrieden mit dem, was ich esse!

Auch mit Dingen, die ich tatsächlich ausprobieren will, bin ich zurückhaltender geworden. Gerade Besuche im Bioladen sind hier immer sehr gefahrenträchtig. Aber: Gut Ding will Weile haben. Ich notiere mir die Sachen und nehme maximal ein neues Lebensmittel pro Woche mit. Alles andere führt zu noch mehr Küchenschrankleichen, bei denen am Ende die Begeisterung in ein schlechtes Gewissen umschlägt.

Und falls es euch jetzt selbst nach Ausmisten gelüstet: nur zu! Einen neuen Use Up-Along werde ich Anfang 2014 starten, aber es besteht ja kein Grund, bis dahin untätig zu sein!

Für alle, die es bis hierhin geschafft haben, zum Abschluss noch meine aktuelle Aufbrauchliste:

*begonnen

Vorratsregal im Flur
*Reis Curryreis und zum Mitnehmen an die Arbeit
Polenta
Gewürzgurken (2) vom Freund essen lassen
Erdbeermarmelade (3 2 1)
Bananen-Rhabarber-Marmelade
Pflaumenmus (2) auslöffeln
Kürbismarmelade
*Kirschmarmelade (3 2) auslöffeln
*Rosenwasser Cupcakes
Kala Namak Rührtofu, Kichererbsen-Rührei
*Honigkuchen (gekauft)
Puddingpulver (2 1) Pudding kochen
Orangenschalenaroma zum Backen
Knorr Fix für Sahneschnitzel
Maggi Fix für Rahmsoße
Knorr Fix für Moussaka (3 2)
Uncle Ben's

Küche
Carobpulver Cupcakes
*Maismehl
Kokosraspel, grün eingefärbt
*Polenta Polentaschnitten, Polentapfannkuchen
Hartweizengrieß Nudeln
Puddingpulver Pudding kochen
Rotweinessig
Falafelmischung
Dose Erbsen & Möhren
*Matcha mit Sojamilch und Banane, Brownies
*Noriblätter Maki
*Yogitee
*Earl-Grey-Tee
Grafschafter Goldsaft Sirupkekse
*Grafschafter Heller Sirup
*Distelöl

Kühlschrank
*Thai-Currypaste Curry in a Hurry
*Reisessig Maki

Gefrierschrank
*Erbsen-Möhren-Mais-Gemüse
Spargel Spargellasagne
1/2 Stück Rinderfilet

Gewürze
Hähnchengewürz
*Indische Gewürzmischung (2)
5-Gewürze-Pulver
Italienische Würzmischung
Berbere Ethiopean Stew
Minzextrakt Cupcakes
Scharfe rote Gewürzmischung

Getränke
Amaretto
Wodka
*Blue Curacao
mehrere kleine Fläschchen Jägermeister
eine kleine Flasche Weinbrand
ein kleines Fläschchen Kleiner Feigling

Kommentare:

  1. Ich finde das eine super Aktion. Man sollte wirklich von zeit zu Zeit seine Vorratsschränke durchschauen und dann dementsprechend das essen planen, damit Schrankhüter auch mal aufgebraucht werden.
    Ich hab das für nächste woche mit meinem Tiefkühlschrank vor, den ich dringend leer machen muss, um ihn mal wieder abzutauen und putzen zu können ;-)

    Grüßle
    Jessi

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  2. Schöner Abschluss-Abschluss-Beitrag :) Ich freue mich schon auf die nächste Aktion.
    Nur eins hat mich stutzig gemacht: "[...]Reis - [...] eigentlich lecker, würde ich aber von mir aus nicht nachkaufen." Was? Waaaaaaaaaaasssss????? Reis?? Nicht?? Nachkaufen??? Haha, 'tschuldige, das musste kurz raus. Übrigens habe ich von einer Japanerin gehört, dass sie Milchreis auch für Sushi benutzt, das ist billiger, und Sushi ist eigentlich auch ein Gericht, das man richtig gut nur im Restaurant bekommt, deshalb nimmt sie's zu Hause nicht so genau ;) Also das ist kein Tabu für normale Menschen.

    Was ich auch super finde, sind vegane Gruppen auf facebook. Da entwickelt sich automatisch ein Austausch von Lebensmitteln, wie ich beobachtet habe. Wenn man was loswerden möchte, einfach mal einen Beitrag erstellen, irgendjemand meldet sich. Oder man meldet sich selber, wenn man meint, helfen zu können, das ist wirklich klasse.
    Lg, Zoe

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    1. Beruhigend, das mit der Japanerin :) Ansonsten: Mein Freund isst keinen Reis und auch keine Currys, daher ist Reis jetzt nichts, was wir vermissen würden. Und ich wollte Lebensmittel "von weiter weg" sowieso einschränken, daher ist der Verzicht auf Reis für mich wesentlich einfacher als der auf Schokolade *hust*
      Dass die veganen Gruppen auf Facebook für den Lebensmitteltausch funktionieren, kann ich mir gut vorstellen. Ich habe mich allerdings bei allen abgemeldet, sowohl bei den Regionalgruppen als auch bei der veganen Tauschgruppe. Ich fühle mich dort einfach nicht wohl :( Aber ist auf jeden Fall registriert, und falls ich noch mal einen Beitrag zum Thema schreiben sollte, werden sie erwähnt :)
      Liebe Grüße
      Carola

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  3. Ich habe auch eine neue Taktik mit dem Kühlschrank:
    Ich schreibe immer SOnntags eine Liste mit DIngen, die im Lauf der kommenden Woche aufgebraucht werden sollen. Dann schreibe ich passende Rezepte dazu und hänge das Ganze an den Kühlschrank. Diese Rezepte werden dann im Lauf der Woche gekocht und somit alles aufgebracuht. Funktioniert bis jetzt super!

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  4. das Puddingpulver kannst du doch einfach statt Stärke nehmen.
    Vanillepuddingpulver bei Vanillesoße, Erdbeerpuddingpulver bei roter Grütze und Schokopuddingpulver bei Schokomuffins...

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    1. Brett vor dem Kopf - danke! Meine Mutter macht das sogar so ;) Ich hatte es bloß nicht mehr auf dem Schirm.

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