Montag, 15. September 2014

Saisonale Liebe: Apfelchips


Zugegeben: Besonders spannend ist mein Beitrag zu Natalies Blogevent "Saisonale Liebe", das noch bis zum 20. Oktober läuft, nicht gerade - und das Foto ist auch nicht besonders schön. Aber ich hatte einfach keine Zeit zum Fotografieren, sonst wären die Apfelchips einfach weg gewesen! Ich kann nämlich, sind sie einmal fertig, nicht die Finger davon lassen. Derzeit ist mein Trocknungsgerät von Zwetschen blockiert, aber danach werden ganz gewiss wieder Falläpfel ihren Weg ins Warme finden.

Übrigens ist mein Trockner nichts Besonderes, sondern ein ganz günstiges Gerät. Vermutlich haben teurere Geräte mehr Raum für Trockengut, sind nicht so laut (was werden wir das Brummen vermissen....) und haben Einstellmöglichkeiten, die über "On" und "Off" hinausgehen, aber für die kurze Zeit im Jahr, in der ich es betreibe, reicht es allemal aus.

Außerdem ist es besser steuerbar als der Küchenofen meiner Mutter. In den haben wir als Kinder abends oft ein Blech mit Apfelscheiben geschoben, damit sie in der Restwärme trocknen sollten, wenn das Feuer schon aus war. Am nächsten Morgen waren sie dann in der Regel entweder schwarz oder noch feucht. Was habe ich die Cousine meines Vaters um ihr Trocknungsgerät beneidet! Und was hab ich mir dort den Bauch mit Apfelchips vollgeschlagen... Jetzt mach ich einfach meine eigenen.

Sonntag, 7. September 2014

Mein Beitrag zur Blogparade "I like Veggie!" (Wie es mit mir und dem Veganismus weiterging)

Katrin hat zur Blogparade "I like Veggie!" aufgerufen und einige Fragen gestellt. Da bin ich doch direkt dabei! Auch wenn meine Antworten vielleicht nicht unbedingt die erhofften sind... Ihr könnt übrigens auch ohne Blog mitmachen, folgt einfach dem Link.

Warum bist du Veggie-Fan geworden?


Ursprünglich aus Tierschutz- bzw. Tierrechtsgründen. Mittlerweile sehe ich auch die gesundheitlichen Vorteile einer veganen bzw. vegetarischen Ernährung, und im Mittel scheint dabei ja auch das Klima besser wegzukommen.

Was sind deine persönlichen Erfahrungen, Erlebnisse oder Erkenntnisse sowie Tipps und Ratschläge zu veganer Ernährung?


Tipps und Ratschläge möchte ich eigentlich niemandem geben, weil jeder seinen eigenen Weg finden muss. Persönliche Erfahrungen habe ich allerdings einige beizusteuern. Ich hatte ja letztes Jahr über mein Schwanken berichtet, ob ich die vegane Ernährung noch fortführen möchte, und hatte mich dann letztendlich dagegen entschieden. Die genauen Gründe habe ich hier und hier erklärt. Für die, die nicht alles lesen möchten: Ich hatte das Gefühl, dass der Veganismus mein Denken auffrisst. Alles drehte sich nur noch um die nächste Mahlzeit, ich war dauernd der Außenseiter mit den Sonderwünschen und hatte außerdem ständig ein schlechtes Gewissen, weil mir außer dem Veganismus auch noch andere Dinge wichtig sind (z. B. Palmölverzicht, fairer Handel oder die Vermeidung von Plastik), das vegane Produkt aber in Bezug auf diese Dinge öfter das schlechtere war. Seit ich nicht mehr vegan lebe, hat sich das deutlich gebessert, weil der Alltag viel leichter geworden ist.

Da ich nach wie vor die vegane für die richtige Ernährungsweise halte, bewundere ich all die, die es schaffen, sie über lange Zeit durchzuhalten und sich zumindest einen Teil der Anfangseuphorie zu bewahren. Ich sage auch nicht, dass es unmöglich ist, vegan zu leben! Für mich war es das allerdings, und eine Erkrankung, die ich jetzt erst nach und nach anerkenne, hat dazu sicher ihren Teil beigetragen. Daher habe ich Hoffnung, irgendwann wieder mehr zum Veganismus zu finden. Bis dahin versuche ich, eine möglichst veganen Weg mit einem mittlerweile doch recht beträchtlichen Teil an vegetarischen Komponenten und gelegentlichen omnivoren Ausschlägen zu finden, der mein schlechtes Gewissen nicht allzu groß werden lässt.

Was ist deine Veggie-(Liebes-)Geschichte?


Mein Mann ist Omni, hat aber, als wir zusammen gekommen sind und ich noch vegan gelebt habe, zwei vegane Wochen eingelegt, um besser nachvollziehen zu können, was ich mache. Das fand und finde ich wunderbar.

Wie ergeht es dir mit veganer/vegetarischer Ernährungsweise? Was hat sich seither verändert? Fühlst du dich besser?


Die Frage hatte ich ja weiter oben schon teilweise beantwortet, zumindest für die emotionale Seite. Körperlich ging es mir vegan einerseits besser, weil ich mich leichter gefühlt habe, andererseits aber auch schlechter, weil ich es schwerer fand, für längere Zeit satt und zufrieden zu sein.

Was sind deine Lieblingsrezepte zu veganer Kost?


Da hatte ich letztes Jahr mal einige Listen zusammengestellt: herzhafte Allstars, Cookies, Kuchen und Tofurezepte.

Mittwoch, 3. September 2014

Lust, einen veganen Kochkurs zu geben? Dann los!

Ich bin mir sicher: Ich bin nicht die Einzige, die lange davon geträumt hat, vegane Kochkurse anzubieten. Immerhin lernt man über die Jahre doch das ein oder andere, das man gern weitergeben würde, und zumindest in der veganen Bloggerszene ist ein gewisses Sendungsbewusstsein nicht zu bestreiten. No offence! Ich nehme mich da selbst nicht aus, sondern beobachte das Ganze mit einem gewissen Schmunzeln.

Jedenfalls: Falls ihr euch auch schon mal überlegt habt, einen veganen Kochkurs anzubieten, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um das in Angriff zu nehmen. Am einfachsten fand ich nämlich den Weg über die Volkshochschulen. Da muss man sich selbst um nichts kümmern außer um den Kursinhalt, denn sie übernehmen die Suche von Räumen, die Werbung und die Anmeldungsformalitäten. Perfekt für den Anfang. Und die Volkshochschulen suchen genau jetzt nach Kursleitern für das erste Semester 2015.

Brauche ich nicht eine besondere Qualifikation?


Mh, nein. Ich habe zwar Ökotrophologie studiert, aber Jutta und Cat zum Beispiel haben keine ernährungsbezogene Ausbildung (zumindest nicht, soweit ich das erkennen kann) und geben trotzdem sehr erfolgreich Kurse. Ein bisschen Erfahrung mit dem veganen Leben solltet ihr aber schon haben, um auf Fragen der Teilnehmer eine Antwort parat zu haben. Wenn ihr erst vier Wochen vegan lebt und selbst noch nie Seitan probiert habt, ist es vielleicht etwas zu früh für einen veganen Kochkurs. Umgekehrt müsst ihr natürlich nicht alles wissen. In meine Kurse kamen Teilnehmer mit den unterschiedlichsten Vorkenntnissen, die immer auch von ihren gegenseitigen Erfahrungen profitieren konnten. Es ist auch nicht unbedingt nötig, Veganer zu sein. Viele Teilnehmer sind das ebenfalls nicht. Oh, und falls ihr irgendwelche pädagogischen Vorkenntnisse habt, schadet das natürlich nicht.

Ihr solltet allerdings prüfen, ob ihr eine ganz andere Voraussetzung mitbringt: ein Auto oder eine andere Möglichkeit, alle benötigten Sachen an Ort und Stelle zu schaffen. Mein Mann und ich fahren einen Minivan, und es war eigentlich bei jedem Kurs nötig, die Sitze umzulegen, um alles mitnehmen zu können: Zutaten, Werkzeug, Getränke, Bücher zum Anschauen. Mehr dazu unten. Aber vielleicht habt ihr auch eine toll ausgestattete Küche, verzichtet auf Anschauungsmaterial und bittet die Teilnehmer, ihre Getränke selbst mitzubringen. Ein Weg findet sich bestimmt.

Kursthema


Zuallererst solltet ihr euch ein Kursthema überlegen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass thematisch allgemein gehaltene Kurse ("Vegan kochen und backen") deutlich besser besucht waren als Spezialkurse ("Vegane Weihnachtsbäckerei", "Kochen und backen mit Seitan und Tofu"). Natürlich hängt das aber auch immer ein wenig von eurem Ort ab: In einer Studentenstadt kommt auch ein veganer Backkurs zustande, auf dem Land vermutlich eher nicht. Und eventuell werden an eurer Volkshochschule auch bereits Kurse angeboten, dann müsst ihr sowieso mal schauen.

Kursdauer


Die Kursdauer ist nicht nur von euch, sondern auch von eurem Kursthema und von der jeweiligen Volkshochschule und den dortigen Gepflogenheiten abhängig. Einen Kurs, der auf weniger als drei Stunden angelegt ist, würde ich nicht anbieten, aber die Zeit reicht für einige Hauptgerichte und kleinere Backwaren. Wenn ihr mehr backen wollt, eine Hefeteig zubereitet oder auch aufwändigere Rezepte mit Kühlzeit auf der Liste habt, bietet sich ein Wochenendkurs an.

Budget für Lebensmittel


Üblicherweise bezahlen die Teilnehmer die Kursgebühr bei der vhs, und die Lebensmittel werden vom Kursleiter gekauft und direkt mit den Teilnehmern abgerechnet. Oft steht es schon in der Kursbeschreibung im Programmheft. Einflussfaktoren auf das Budget sind:
  • Die Kursdauer. Logisch.
  • Die Teilnehmerzahl. Es macht einen Unterschied, ob ihr die Flasche Öl auf 6 oder 12 Personen  umlegt. Plant nicht zu knapp, sondern lieber mit einer Person weniger, weil manchmal Teilnehmer nicht auftauchen. Einige Volkshochschulen sind hier kursleiterfreundlich, sodass auch diese Teilnehmer ihren Teil an den Lebensmittelkosten tragen müssen, aber das wird nicht überall so gehandhabt, sodass am Ende entweder die anwesenden Teilnehmer draufzahlen oder ihr auf den Kosten sitzen bleibt. Aus diesem Grund habe ich in der Regel nur Zutaten verwendet, die ich im Notfall auch selbst hätte aufbrauchen können.
  • Bio-/Fairtrade-Lebensmittel. Vielen Veganern sind biologisch erzeugte und fair gehandelte Lebensmittel wichtig. Dem habe ich versucht, Rechnung zu tragen, was natürlich die Kosten erhöht hat. Allerdings fände ich selbst einen Kochkurs, in dem nur die billigsten Zutaten verwendet werden, irgendwie komisch. 
  • Die Zahl der Kurse, die ihr gebt. Das macht sich z. B. bei den Kosten für Gewürze bemerkbar, von denen man viele verschiedene, aber jeweils nur geringe Mengen braucht. Hier habe ich gespart, indem ich pro Kurs 5 Euro insgesamt für Gewürze veranschlagt und meine Gewürzsammlung dann für alle Kurse genutzt habe. Gewürze, die nur für einen Kurs nötig waren, habe ich komplett auf die Teilnehmer umgelegt und einzelne Zutaten auch aus meiner eigenen Küche beigesteuert (z. B. wenn nur ein TL Agavendicksaft benötigt wurde). Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass es die Vorbereitung enorm vereinfacht, wenn man ansonsten alle Lebensmittel nur für den jeweiligen Kurs kauft und Reste dann den Teilnehmern mitgibt. Der Rechenaufwand wird sonst riesig.
Hinzu kommen natürlich auch noch Druckkosten und ggf. Kosten für Getränke. Die Reste der bezahlten Lebensmittel nehmen die Teilnehmer selbstverständlich mit!

Versucht, das Budget unbedingt einzuhalten, und passt ggf. die Rezepte entsprechend an. Ich habe immer mit 12 Euro für einen dreistündigen Abendkurs mit ca. 10 Teilnehmern gerechnet, und das hat in der Regel gut gepasst. Im Zweifel würde ich das Budget in der Kursbeschreibung etwas höher ansetzen. Wenn die Teilnehmer am Ende weniger zahlen müssen, werden sie sich sicher nicht beschweren.

Was ist mit Lebensmittelallergien?


Werdet euch darüber klar, ob Teilnehmer mit Lebensmittelallergien willkommen sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Teilnehmer gefreut haben, dass endlich auch mal ein Kurs für sie angeboten wurde. Ihr solltet euch aber sicher fühlen im Umgang mit Lebensmittelallergien. Glutenfreiheit kann z. B. einige Stolperfallen beinhalten. Und natürlich sollten euch die Allergien vorher mitgeteilt werden, sodass ihr eure Rezepte entsprechend anpassen könnt. Nicht zu unterschätzen ist ggf. auch der zusätzliche Vorbereitungsaufwand (andere Rezepte ausprobieren, besondere Zutaten kaufen...).

Wie komme ich an eine Volkshochschule?


Schaut einfach mal auf der Webseite eurer örtlichen vhs vorbei. Einige bieten besondere Infos für neue Kursleiter, evtl. mit Bewerbungsbogen, bei anderen muss man anrufen oder eine E-Mail schicken. Ansprechpartner findet ihr entweder im allgemeinen Sekretariat, oder ihr wendet euch direkt an die zuständigen Fachbereichsleiter.

Der erste Kurs: Niemand ist perfekt.


Stellt an euch selbst nicht zu hohe Anforderungen. Es kann gut sein, dass eure ersten Kurse an der ein oder anderen Stelle etwas chaotisch laufen. Jeder hat mal klein angefangen. Ich habe dennoch einige Tipps für euch zusammengetragen, damit ihr einige Fehler vermeiden könnt, die ich (gerne auch mehrfach!) gemacht habe.

Anzahl der Rezepte


Ich habe in meinen ersten Kursen dazu tendiert, viel zu viele Rezepte vorzubereiten. Für einen dreistündigen Kurs ist ein Rezept pro Person eine gute Richtschnur; wenn nur drei Zutaten zusammen zu pürieren sind, kann man natürlich auch etwas mehr planen. Das mag auf den ersten Blick wenig scheinen, aber ihr dürft Folgendes nicht vergessen:
  • Nicht alle Teilnehmer sind im Kochen und Backen so geübt wie ihr. Oft sind auch Anfänger dabei.
  • Die Teilnehmer kennen die Rezepte nicht und wissen nicht, wie man sie effizient abarbeitet.
  • In meinen Kursen arbeiten die Teilnehmer in Kleingruppen zusammen. Das sorgt für Reibungsverluste.
  • Die Teilnehmer müssen sich in der Küche erst zurechtfinden und die Materialien zusammensuchen.
  • Bei längeren Kursen sieht es am Anfang oft so aus, als würden die Rezepte nicht reichen. Die Motivation lässt aber mit der Zeit nach, und alles geht langsamer. Einige Teilnehmer klinken sich auch komplett aus.
  • Bei einem dreistündigen Kurs bleiben im Endeffekt 90 Minuten Zeit zum Kochen. Das ist nicht viel!
Wenn euch mit einer so geringen Zahl an Rezepten unwohl ist, könnt ihr immer auch noch ein oder zwei Backups einplanen, z. B. einfache Aufstriche mit günstigen Zutaten.

Auswahl der Rezepte


Wählt Rezepte aus, die unterschiedliche Zutaten haben und eine weite Bandbreite der veganen Ernährung zeigen. Verschätzt euch nicht mit Zubereitungs-, Kühl- und Backzeiten und wählt Rezepte mit unterschiedlichen Zubereitungszeiten aus, die ihr auch in der passenden Reihenfolge an die Teilnehmern ausgebt, also z. B. die Mousse au chocolat, die eine halbe Stunde gekühlt werden muss, und das Kartoffelgratin zuerst und den Aufstrich, der nur püriert wird, kurz vor dem Essen.

Generell solltet ihr nur von euch erprobte Rezepte verwenden, die ihr idealerweise schon mehrmals zubereitet habt, sodass ihr Tricks und Stolperfallen kennt. Alles andere ist ein Spiel mit dem Feuer.

Überlegt euch außerdem, ob ihr Menüs nachkochen lassen wollt oder ob ihr ein buntes Buffet als Endergebnis haben möchtet und ob alle Teilnehmer dasselbe kochen sollen oder jede Gruppe etwas anderes (was ich persönlich für die Vielfalt schöner finde, aber das ist natürlich Geschmackssache).

Wenn ihr unbedingt ein Rezept nachkochen lassen wollt, das zeitliche Schwierigkeiten verursachen würde, könnt ihr euch auch (im Rahmen eures Budgets natürlich) überlegen, ob ihr etwas vorbereiten könnt. Ich habe z. B. immer Seitan selbst zubereiten lassen, bin aufgrund der langen Kochzeit von 90 Minuten aber dazu übergegangen, den Seitan für das Seitangulasch, das am Ende auf dem Buffet stehen sollte, nach demselben Rezept zu Hause zuzubereiten und mitzubringen.

Und generell gilt: Freundlich bleiben, auch wenn jemand langsam ist! Eine schlechte Zeitplanung ist immer eure Schuld und nie die der Teilnehmer.

Formulierung und Layout der Rezepte


Nicht zu unterschätzen ist die Herausforderung, die Rezepte klar und eindeutig zu formulieren. Was euch logisch scheint, kann von anderen ganz anders interpretiert werden. Glaubt mir, ich spreche aus leidvoller Erfahrung... Man kann nicht alle Fehler vorhersehen, aber Sorgfalt hilft.

Generell bietet es sich an, Zutaten- und Rezeptteil zu trennen. Hier seht ihr ein Layoutbeispiel:


Ich habe es mir übrigens angewöhnt, die Rezepte einmal im DIN-A5-Format für die Teilnehmer auszudrucken (also jeweils zwei Seiten auf ein DIN-A4-Blatt, Vorder- und Rückseite bedruckt, um Druckkosten zu sparen) und einmal im DIN-A4-Format für die Küche. Die Rezepte für die Küche stecke habe ich außerdem in Klarsichthüllen, sodass auch Fettspritzer nichts ausmachen.

Zeitplanung


Ich hatte es schon angedeutet: Plant nicht zu viel Zeit zum Kochen, sondern auf jeden Fall genug Zeit zum Essen und Aufräumen ein. Ein dreistündiger Abendkurs sieht bei mir z. B. so aus:

18.00 Uhr Offizieller Beginn.
18.05 Uhr Ich fange an.
18.10 Uhr Der letzte Teilnehmer kommt, ich wiederhole einiges.
18.30 Uhr Wir beginnen mit dem Kochen.
19.45 Uhr Aufbau des Buffets
20.00 Uhr Das Essen beginnt.
20.15 Uhr Die letzten Gerichte sind fertig.
20.30 -20.45 Uhr Beginn Aufräumen

Achtet darauf, mit dem offiziellen Teil nicht zu überziehen, auch wenn es euch nichts ausmachen würde. Entweder steht euch sonst der Hausmeister auf den Füßen, weil er abschließen und Feierabend haben will (in diesen Fällen achte ich sehr darauf, pünktlich fertig zu sein), oder aber einige Teilnehmer kommen in Schwierigkeiten, weil sie z. B. mit dem Bus gekommen sind, sich aholen lassen oder noch einen weiteren Termin haben. Ihr macht sonst keinen sehr professionellen Eindruck. Natürlich spricht nichts dagegen, sich noch mit Teilnehmern zu unterhalten, wenn der Kurs schon vorbei ist und ihr einen eigenen Schlüssel habt! Ihr solltet nur nicht von vornherein davon ausgehen, dass das möglich ist.

Ausstattung der Küche


Wenn es möglich ist, vereinbart auf jeden Fall vorher einen Termin, um euch die Küche anzuschauen. Mögliche Punkte, die es zu klären gilt (nicht vollständig):
  • Wie viele Kochnischen und Herde/Öfen gibt es?
  • Wie funktionieren die Öfen, wie das Licht und die Lüftung, wie die Warmwasserversorgung?
  • Stehen Kühlschrank und Gefrierschrank zu Verfügung?
  • Gibt es genug Waagen? 
  • Sind bestimmte Dinge, die ihr braucht (Pürierstab, kleine Kuchenform, Muffinform...) vorhanden?
  • Gibt es Geschirrtücher, Spülmittel und Spülschwämme?
  • Wo sind die Toiletten?
  • Wie wird der Müll entsorgt?
Ich habe im Laufe der Zeit einen Wäschekorb mit Dingen zusammengestellt, die in vielen Küchen gefehlt haben. Auszug: Pürierstab, Schmelztöpfchen für Schokolade, Gläser zum Kochen von Seitan, Muffinform, Messbecher, Backpapier, Stricknadel für die Garprobe, Geschirrtücher, Spülmittel, gelbe Säcke. Vieles hängt natürlich auch von euren Rezepten ab.

Service für die Teilnehmer


Natürlich gibt es viele Möglichkeiten, die Kurse für die Teilnehmer so angenehm wie möglich zu gestalten. Übertreibt es nicht mit dem Aufwand und stresst euch nicht zu sehr. Einiges macht aber wenig Arbeit und erzielt einen großen Effekt:

Es sollte selbstverständlich sein, dass ihr darauf achtet, dass alle Zutaten streng vegan sind, auch wenn ihr das evtl. selbst nicht so eng seht. Auf Spuren von Milchprodukten, die enthalten sein können, achte ich nicht und hatte damit auch noch nie Schwierigkeiten, aber z. B. bei Säften, Wein, Essig, Senf und Baguette solltet ihr sicher sein, dass es wirklich vegan ist.

Was in meinen Kursen immer gut ankam, war ein Tisch mit veganen Kochbüchern zum Anschauen. Dafür habe ich einfach mein Kochbuchregal ausgeräumt und mitgenommen. Hilft außerdem beim Überbrücken von kleinen Pausen.

Sehr hilfreich ist es, wenn Dosen (z. B. alte Eisbehälter), Gläser, Pappteller, Gefrierbeutel und Frischhaltefolie zum Mitnehmen von Resten mitbringt. Hilfreich sind auch GUmmiringe, mit denen die Teilnehmer angebrochene Packungen verschließen können, sodass sie leichterzu transportieren sind.

Ein hübsch gestalteter Tisch macht viel aus. Hier könnt ihr mit einer Kiste Wasser und ein paar bunten Servietten viel erreichen.

Beispielhafter Kursablauf


Es gibt nicht den einen und richtigen Weg, wie ein Kochkurs abzulaufen hat! Wichtig ist vor allem, dass ihr euch mit eurem Konzept wohlfühlt. Ihr könntet z. B. einfach ein paar Kochkurse besuchen, um zu schauen, was andere Kursleiter so machen. Ich habe dort auf meine Fragen immer nette Antworten und viele wertvolle Tipps bekommen. Ich persönlich gestalte meine Kurse so:

Spätestens eine halbe Stunde vor Kursbeginn bin ich vor Ort, um Zutaten und Arbeitsmittel auszubreiten, Getränke auf den Tisch zu stellen, Kochbücher auszulegen und mich zu sortieren, also z. B. die Teilnehmerliste zurechtzulegen.

Zu Beginn des Kurses stelle ich mich kurz vor mit Ausbildung, Beruf und Ernährungsweise. Ich frage, ob wir uns untereinander duzen wollen (das ist nicht immer der richtige Weg!) und lasse dann Kreppband und Edding für Namensschilder herumgehen. Dann folgt eine kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmer: Wie heißen sie, wie ernähren sie sich, was führt sie her? Das ist nicht nur für mich, sondern auch für die anderen interessant.

Anschließend erkläre ich, was in der Küche zu beachten ist (wo stehen die Zutaten, wo sind die Toiletten...), erzähle, wie ich mir den Kursablauf vorgestellt habe, und gehe anschließend die Rezepte durch. Dabei weise ich auf Besonderheiten bei der Zubereitung hin und nutze die Gelegenheit, um Zutaten, die für die vegane Ernährung besonders sind (Glutenpulver, Hefeflocken) kurz hochzuhalten und vorzustellen. Dabei entstehen oft schon die ersten Gespräche.

Nach der Einführung geht es mit dem Kochen los. Nach ca. 90 Minuten ist bei kurzen Kursen die Kochphase zu Ende. Bei längeren Kursen sind dann die ersten Gerichte fertig, und es gibt eine kurze Pause. Während des Kochens gehe ich umher, beantworte Fragen, gebe Tipps und korrigiere auch, falls nötig.

Die Teilnehmer sind nie alle gleichzeitig mit dem Kochen fertig. Das macht aber nichts; wer fertig ist, kann spülen, anderen helfen oder schon einmal anfangen, das Buffet aufzubauen. Ich ermuntere die Teilnehmer, ihre Gerichte in Schüsseln oder auf Platten und Tellern appetitlich anzurichten. Das fertige Buffet versehe ich mit kleinen Schildern.

Nach dem Essen ist noch Zeit zum Aufräumen. Die Teilnehmer nehmen Reste vom Buffet und die übrig gebliebenen Zutaten mit und bezahlen die Lebensmittel. Währenddessen räume ich ebenfalls meine Sachen zusammen. Hier geht gerne mal etwas vergessen, weil die Teilnehmer es in die Küchenschränke einsortieren. Meiner Lieblingsauflaufform trauere ich immer noch hinterher. Also Obacht!

Achtung, Achtung: Zum Geldverdienen eignen sich vegane Kochkurse an der Volkshochschule nur bedingt. 


Zwar habe ich ungefähr 24 Euro pro Zeitstunde bekommen (die genauen Honorare schwanken ein wenig), aber das war dann auch nur für die Kurszeit selbst, also z. B. 72 Euro für einen Kurs von 18 bis 21 Uhr. Da ist dann weder die Vorbereitungszeit eingerechnet (Rezepte zusammenstellen, einkaufen, Zeug zusammenpacken, anfahren...) noch die Nachbereitung (nach Hause fahren, alles wieder ausladen...). Im Endeffekt ist der Stundenlohn dadurch sehr niedrig, es sei denn, ihr bietet einen Kurs mehrfach an und/oder seid unheimlich schnell mit der Vorbereitung. Meiner Meinung nach ist es jedenfalls gerechtfertigt, dass das Honorar bis zu einer bestimmten Höhe im Jahr steuerfrei unter die Übungsleiterpauschale fällt.

Alternativen zur Volkshochschule


Meinen ersten Kurs habe ich übrigens selbst nicht an der vhs gegeben, sondern in dem Weltladen, in dem ich ehrenamtlich tätig war. Vielleicht ist das für euch auch eine Option?



Ich hoffe sehr, dass ich mit diesem Beitrag den ein oder anderen ermuntern konnte, selbst einen veganen Kochkurs zu geben. Ich finde ein entsprechendes flächendeckendes Angebot sehr wichtig, und zwar auch zu Volkshochschulpreisen und damit für alle halbwegs erschwinglich.

Falls ihr selbst schon Kurse gegeben habt, freue ich mich über eure Kommentare und Ergänzungen! Fragen sind natürlich ebenfalls herzlich willkommen, gerne auch per Mail.

Samstag, 30. August 2014

Hasenliebe


Anfang des Jahres hatte ich euch ja schon Hoppli und Hoppla vorgestellt, die beiden Stallhasen*, die im letzten Herbst eher überraschend bei uns eingezogen sind. Mittlerweile sind wir sogar vierfache Haseneltern. Unser Patenkind sollte nämlich ein Kaninchen bekommen, und in der Wohnung der Eltern war zu wenig Platz. Da sprangen wir gerne ein - auch, das muss ich ehrlich sagen, um ein Auge auf das Tier zu haben.


Eine Weile durchkämmte ich also ebay-Kleinanzeigen nach einem passenden Hasenpärchen und stieß dabei auf Micky, eine schwarz-weiße Zwergwidderdame, die eigentlich für uns nicht in Betracht kam, da wir eigentlich zwei zusammengehörige Hasen wollten und sie überdies als bissig beschrieben war. Für mich persönlich kein Problem (Hoppli ist auch nicht die Freundlichkeit in Person und schnappt und kratzt beim Füttern gern nach uns), aber als Kinderkaninchen doch eher ungeeignet. Zwei Tage später war sie immer noch zu verschenken, und als ich mir das Bild noch mal genauer ansah, musste ich feststellen, dass der armen Häsin die Krallen eineinhalb Zentimeter aus den Pfötchen schauten...

Sebi ließ sich direkt erweichen. Ihm war (zu Mickys Glück) nicht klar, dass Zwergwidder ihre Ohren nicht deshalb hängen lassen, weil es ihnen schlecht geht. Micky zog also übergangsweise in einen alten Küchenschrank ein, weil wir so auf die Schnelle keinen Käfig hatten, kam zur Maniküre beim Tierarzt und biss seitdem fröhlich um sich. Anzufassen und in ihren Freilauf zu tragen war sie für mich nur mit Handschuhen, und beim Füttern musste man sich schwer in Acht nehmen. Immerhin lernte die Kleine aber sehr schnell, dass man auch andere Dinge fressen kann als Trockenfutter, Kohlrabiblätter und Möhren, und eine Augenweide ist sie ja sowieso. Sebi fluchte aber oft genug über seine Fehleinschätzung der Ohrenlage.


Zwei Wochen später waren wir dann mit unserem Patenkind im Tierheim, wo sie sich ihren Hoppel aussuchen konnte. Gegenüber Micky machte er direkt klar, wer der Chef ist (er!), aber seit sie sich von ihrem ersten Schreck erholt und realisiert hat, dass sie nicht mehr in Einzelhaft sitzt, folgt sie Hoppel auf Schritt und Tritt und liegt wahlweise unter, neben oder auf ihm. Er dankt es ihr mit Fellpflege - da hat sich also ein echtes Traumpaar gefunden!



Ganz so viel kuscheln Hoppli und Hoppla nicht, aber auch die beiden haben sich Anfang des Jahres, als Hopplas Kastrationsquarantäne vorbei war, sehr schnell zu einem Pärchen zusammengefunden. Wir waren sehr froh, dass in beiden Fällen die Vergesellschaftung so problemlos lief. Leider beißt Hoppli jedoch nach Micky - Frauen halt. Im Tierheim wurde uns geraten, Micky erst einmal lernen zu lassen, wie man mit anderen Hasen umgeht, und es dann (evtl. auch mit fachkundiger Unterstützung von dort) noch einmal zu versuchen.


Bis dahin sitzen die großen Hasen in dem einen Hundezwinger und die kleinen Schlappohren im anderen, der Auslauf wird abwechselnd geöffnet. Hier seht ihr einmal das ganze Arrangement. Das Chaos im Hintergrund bitte ich zu ignorieren, auch ein Jahr nach unserem Umzug sind noch nicht alle Baustellen beseitigt...

*Disclaimer: Ich weiß, dass alle unsere Tiere Kaninchen sind. Insbesondere Hoppla stellt das durch Buddelaktivitäten gern immer wieder unter Beweis. Inkorrekterweise verwenden wir die Bezeichnungen "Hase" und "Kaninchen" für die Rasselbande allerdings synonym.

Mittwoch, 27. August 2014

Zwei Blogevent-Tipps und der Vegan MoFo und Vegan Wednesday

Hallo zusammen! Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Sommer, auch wenn die letzte Zeit ja eher verregnet war... Zumindest bei uns. Ich warte seit Tagen darauf, wieder in den Garten zu können. Vor den letzten Regentagen habe ich aber immerhin noch 70 Endivienpflänzchen als Winterfutter für unsere Hasenschar ausgepflanzt. Die Langohrzahl ist mittlerweile nämlich auf vier angestiegen und vertilgt eine Menge Grünfutter. Fotos zeige ich euch in den nächsten Tagen, denke ich.

Ansonsten noch danke für eure guten Wünsche für die Sommerpause. Sie hat mir gut getan, und auch, wenn noch nicht alle gesundheitlichen Probleme beseitigt sind, hat doch zumindest bei allen die Behandlung begonnen. Das ist ein gutes Gefühl und macht den Kopf wieder ein bisschen frei für anderes.

Zum Wiedereinstieg möchte ich euch auf zwei Blogevents hinweisen, die gerade laufen.



Das erste ist zeitlich dringender, der Einsendeschluss ist nämlich am 31. August: ein Gewinnspiel zum 2. Geburtstag von Petzis Blog "From Veggie to Vegan". Ich habe auch schon mitgemacht und mein Foto bei Facebook gepostet. Es ist allerdings alles andere als blogtauglich, daher werde ich es dabei bewenden lassen.



Ebenfalls zu ihrem 2. Bloggeburtstag veranstaltet Natalie von "Essen. Leben. Leben lassen." das Blogevent "Saisonale Liebe". Bis zum 20. Oktober könnt ihr hier mit euren Eigenkreationen mitmachen, und zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas. Mir fehlt noch ein wenig die zündende Idee, aber vielleicht fällt euch ja direkt was ein. Und etwas Zeit ist ja auch noch.



Und zuletzt noch ein Hinweis für die Blogger unter euch, falls ihr es nicht sowieso schon mitbekommen habt: Im September findet wieder der Vegan MoFo statt! Blogger aus aller Herren Länder teilen an mindestens 20 Tagen des Monats vegane Rezepte und alles, was sonst so mit veganem Essen zu tun hat. Ich bin in diesem Jahr nicht dabei, aber vielleicht ist die Aktion ja was für euch? Mit der Anmeldung müsst ihr euch allerdings sputen: Anmeldeschluss ist heute, am 27. August.



Allen, denen das zu knapp und/oder zu aufwändig ist oder die noch zusätzliche Energie übrig haben, bleibt außerdem selbstverständlich noch der Vegan Wednesday als Sammelbecken für Fotos kulinarischer Höhepunkte (und natürlich auch Tiefen...). Diese Woche wird bei Cara gesammelt.

Sonntag, 6. Juli 2014

Gewinner und Blogpause

Die Gewinner der Zeitschriftenverlosung stehen fest! Sie haben eine Mail erhalten, und ich hoffe auf baldige Antwort mit den Adressen.

Ansonsten möchte ich eine vorläufige Blogpause ankündigen. Ich bin derzeit dabei, die Zahl meiner laufenden Projekte zurückzuschrauben, um Zeit für Sebastian, für's Kochen, für den Garten, für die Hasen und die Katzen und für verschiedene gesundheitliche Probleme zu finden. Oh, und für mich natürlich auch. Man liest sich! Spätestens zum veganen Adventskalenderwichteln bin ich wieder da.

Freitag, 4. Juli 2014

Rezension: "Start vegan! Die Kochschule" von Rose Marie Donhauser


Ich war einigermaßen erstaunt, als vor einigen Wochen ein dicker Umschlag aus dem Hause blv in unserem Briefkasten lag, darin "Vegetarisch kreativ"* von Dusko Flieder und "Start vegan! Die Kochschule"* von Rose Marie Donhauser. Nun ist dieser Blog nicht der richtige, um ein vegetarisches Kochbuch zu besprechen, aber ein veganes passt natürlich allemal.

Der Inhalt


Das Buch beginnt mit einem Vorwort und dann mit allerlei Interviews: mit dem Küchenchef vom „La Mano Verde“, von dem auch einige Rezepte enthalten sind, mit der vegan lebenden Schauspielerin Marion Kracht, mit einer Ärztin… Empfohlen wird, nach dem „Regenbogenprinzip“ zu essen, also innerhalb einer Woche so bunt wie die Farben eines Regenbogens. Eine nette Vorstellung.

Weniger nett: die schwammige Aussage, dass es sich „lohnt […], in ein gutes Vitamin B-Präparat zu investieren“. Ich kann ja verstehen, dass Nahrungsergänzungsmittel eher kritisch gesehen werden, aber Stand der Wissenschaft ist nun mal, dass Veganer auf jeden Fall Vitamin B12 supplementieren sollten. Kochbücher, die sich mit den ernährungswissenschaftlichen Hintergründen einer veganen Ernährung beschäftigen, sollten das auch so direkt sagen, dafür ist ein Mangel an Vitamin B12 einfach zu gefährlich. Aber gut. Das schreibe ich in so gut wie jeder Rezension.

Anschließend folgt unter anderem eine lange Liste veganer Zutaten – sicher sehr nett für Neulinge. Dann kommen einige Grundrezepte, die für mich eher willkürlich zusammengestellt wirken (Quetschkartoffeln, Gemüsebrühe, Sesamsalz, Weißbrot,…), aber schadet ja auch nichts. Und dann geht es endlich mit den Rezepten los. Sie sind in folgende Kapitel aufgeteilt:

  • Smoothies und Frühstück
  • Snacks, Löffeleien und kleine Mahlzeiten
  • Frische Salate
  • Rohkost – „living food“
  • Hauptgerichte
  • Süße Veganereien

Den Abschluss bildet ein Rezepte- und Zutatenverzeichnis.

Die Optik


Das Cover des Buches ist neutral gestaltet und kommt komplett ohne Essensfoto aus. Dafür sind innen alle Rezepte bebildert, und die Fotos machen Lust auf’s Nachkochen. Insgesamt wirkt das Buch als Hardcover sehr hochwertig, ist allerdings leider für unser Kochbuchregal durch sein ungewöhnlich hohes Format nicht passend.

Die Rezepte


Inhaltlich war ich von den Rezepten zunächst überrascht. Ich hätte von einer veganen Kochschule erwartet, dass die Zubereitung von Seitan und Tofu angesprochen wird, ebenso wie die Herstellung von veganer Mayonnaise und anderer Basics für die vegane Küche. Davon aber keine Spur – das Buch kommt, abgesehen vom ausführlichen Einleitungsteil, daher wie jedes andere vegane Kochbuch auch

Was das Spektrum der Rezepte angeht, so ist es sehr breit angelegt. Hier könnt ihr euch einiges anschauen und nachkochen, z. B. Weißkohlröllchen mit Mandel-Tomaten oder die Avocado-Vanillesahne aus dem Mano Verde. Hausmannskost sucht man vergeblich. Dafür gibt es viele frische Zutaten, die überwiegend im Supermarkt zu bekommen sind. Auf Ersatzprodukte wird weitgehend verzichtet.


Ich habe mir schon eine Reihe von Rezepten zum Ausprobieren markiert, gereicht hat es bislang leider nur für das Risotto mit grünen Spargelmus. Urteil: empfehlenswert! Ich habe es direkt in meine Kochkurse aufgenommen.

Das Fazit


Ein nettes Buch, dessen Titel ich etwas missverständlich finde. Der Inhalt gefällt mir aber sehr! Insgesamt hat das Buch über 230 Seiten, sodass ich den recht hohen Preis von 29,99 Euro absolut vertretbar finde.

Weitere Rezensionen gibt es unter anderem auf Ab jetzt vegan! und Vegetarian Diaries.
 

Die Autorin


Die gelernte Köchin Rose Marie Dornhauser arbeitet seit Jahren als Kochbuchautorin. Sie hat speziell für das Buch vegan gelebt.


*Affiliate Link

Mittwoch, 2. Juli 2014

Ganz großes Kino: "Live and let live" von Marc Pierschel

Wenn man mich fragt, ob ich irgendwas rezensieren mag, dann sage ich normalerweise nicht nein. So komme ich zu der ein oder anderen Erfahrung, die ich sonst aus Lethargie oder schlicht Geiz heraus nicht gemacht hätte - und das gilt insbesondere für diesen Film. Zum Fernsehen bin ich normalerweise viel zu unruhig und schauen bestenfalls mal ein oder zwei Folgen "Big Bang Theory", einen Zeichentrickfilm oder ein paar Clips von "Upps, die Pannenshow" (ich liebe die Tiervideos!), bevor es mich schon wieder von der Couch zieht.

"Live and let live" hätte dementsprechend meine Aufmerksamkeit überhaupt nicht auf sich gezogen, wenn Marc Pierschel mir nicht ein Rezensionsexemplar geschickt hätte. Es hat dann auch einige Zeit gedauert, bis ich mich hingesetzt hatte und ihn anschauen wollte, aber am Samstag war das Wetter so regnerisch, dass sich das regelrecht angeboten hat. Weiteres Plus: Sebastian hatte ebenfalls Zeit und hat mir Gesellschaft geleistet.

Das Fazit direkt am Anfang: Uns beiden hat der Film sehr gut gefallen. Mit 80 Minuten ist er nicht zu lang, sondern schön kurzweilig, aber dennoch lang genug, um alle wichtigen Aspekte unterzubringen. Hier könnt ihr euch den Trailer anschauen:


Der Film besteht komplett aus Interviews: mit VeganerInnen, mit Tierrechtlern, mit Wissenschaftlern, die sich auf philosophischer oder ernährungswissenschaftlicher Ebene mit Veganismus auseinandersetzen, mit den Inhabern von Hof Butenland, einem veganen Profisportler, einem veganen Koch und mit einer Vielzahl von anderen Personen, die etwas Interessantes zum Thema beizutragen haben. Normalerweise mag ich es lieber, wenn Dokumentationen kommentiert sind, aber ich war positiv überrascht, wie gut der Zusammenschnitt der Interviews die komplette Bandbreite an veganen Themen (persönliche Gründe, Gesundheit, ethische Aspekte...) abdeckt. Sehr gut gemacht. Teilweise sind die Interviews mit Filmen/Bildern unterlegt, die zum Thema passen, z. B. mit Recherchefilmen von Tierbefreiern.

Allerdings waren Sebastian und ich uns einig, dass wir den Film nicht einsetzen würden, um Leute zu überzeugen, die sich noch gar keine Gedanken zum veganen Leben gemacht haben. Ein kleiner Grundstock an Wissen sollte schon vorhanden sein. Es schaut wohl auch niemand völlig unbedarft einen veganen Film, von daher passt das schon so.

Kleiner Kritikpunkt: In den Interviews wurde mehrfach betont, dass eine vegane Ernährung bei richtiger Durchführung völlig bedarfsdeckend sei. Kein Wort von der empfohlenen Supplementation von Vitamin B12, was ich persönlich schade bis kritisch finde.

Mein persönliches Schmankerl war dafür die Aussage einer Interviewpartnerin kurz vor Schluss, dass eine vegane Ernährung, die nur Wert auf Tierleidfreiheit, aber keinen Wert auf Menschenleidfreiheit legt (Stichwort Kakaosklaven in Westafrika), inkonsequent sei. Aaaah. Herrlich.

Auch bei der Produktion der Verpackung wurde Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: So wurde kein Plastik verwendet (außer für die Folie, die alles umhüllt), sondern recycelte Pappe. Erhältlich ist der Film in deutscher und englischer Sprache, Untertitel sind in weiteren Sprachen verfügbar. Zu bestellen z. B. über die Webseite, aber auch bei Amazon etc.

Ich kann den Film also nur empfehlen; sei es, um noch einige neue Blickwinkel auf den Veganismus kennenzulernen oder die eigene Motivation mal wieder etwas aufzufrischen.

Montag, 30. Juni 2014

Verlosung: 4x "vegan&bio"


Hurra, ich wurde interviewt! Und zwar von einer kleinen Schwester der "Schrot&Korn", die auf den Namen "vegan&bio" hört. Es ging darum, wie sich Beziehungen gestalten, in denen einer der Partner vegan und der andere Omni ist. Nun habe ich das konsequent vegane Leben ja Ende des letzten Jahres aufgegeben, aber interviewen lassen durfte ich mich dennoch. Das Ergebnis könnt ihr jetzt lesen.

Außerdem geht es in der Zeitschrift noch um anderen Themen: Vitamin B12, bioveganen Landbau, vegane Mode (zu den veganen Schuhen waren einige für mich neue Infos dabei), vegane Restaurants... Und 24 Rezepte gibt es obendrauf.

Die Zeitschrift ist zum Preis von 3,50 Euro im Bioladen erhältlich. Alternativ könnt ihr die aktuelle Ausgabe aber auch hier gewinnen! Schickt einfach bis Freitag, den 4. Juli, eine E-Mail mit dem Betreff "vegan&bio" an twoodledrum[ät]gmx[punkt]de. Die Zeitschriften wurden mir unentgeltlich und ohne Bedingungen vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Teilnahmebedingungen:
  • Du hast einen Wohnsitz oder eine Adresse in Deutschland.
  • Du bist 18 Jahre alt oder hast, falls du jünger bist, die Einverständnis deiner/s Erziehungsberechtigten zur Teilnahme.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Give-Away wurden mir unentgeltlich zur Verfügung gestellt und kann nicht bar ausgezahlt werden.
  • Die Gewinner werden nach dem Zufallsprinzip ermittelt und dann per Mail kontaktiert.
  • Wenn ich auf meine Benachrichtigung nicht innerhalb einer Woche eine Antwort bekomme, wird der Gewinn weiterverlost.

Viel Glück!

Samstag, 28. Juni 2014

Letzte Chance zum Büchertausch!


Wer noch vegane (Koch-)Bücher tauschen mag, hat noch bis morgen Zeit, sich etwas aus den Angeboten der veganen Buchtauschwoche herauszusuchen. Einiges ist schon weg, aber eine ganze Menge Bücher sind noch zu haben. Schaut rein!